Maker Faire 2015: Arduino heißt jetzt auch Genuino

Auf der Maker Faire Bay Area 2015 verkündete Massimo Banzi, Erfinder des Arduino, einen neuen Markennamen für das Arduino-Projekt: Genuino. Dabei handelt es sich um ein Wortspiel aus dem italienischen Wort gentile für freundlich/höflich und Arduino. Laut Banzi soll der Name einen gemeinschaftlichen Umgang innerhalb der Open-Hardware- und Open-Source-Gemeinde zugunsten aller propagieren.
Der Hintergrund dieses zweiten Markennamens ist ein schwelender Rechtsstreit zwischen dem Arduino-Gründerteam und den ursprünglichen Produzenten der originalen Arduino-Boards um die Arduino-Namensrechte. Der neue Markenname soll vor allem da zum Einsatz kommen, wo der Status der Namensrechte nicht eindeutig geklärt ist. Der neue Name Genuino ist laut Banzi vom Arduino-Gründerteam weltweit registriert worden.




Statt eines offiziellen Herstellers wird es zukünftig mehrere geben, die offizielle Arduino-Boards produzieren werden. Banzi nannte Adafruit(öffnet im neuen Fenster) als ersten neuen Produzenten. Diese Boards werden auch in den USA gefertigt. Weitere Produzenten werden folgen, in Europa, wie auch speziell in Deutschland, soll es bereits Gespräche mit neuen Herstellern geben.
Lang angekündigte Boards endlich verfügbar
Aufgrund der Trennung des Arduino-Gründerteams vom ursprünglichen Hersteller der Boards ist es um neue Hardware lange Zeit ruhig gewesen. Doch nun nannte Banzi konkrete Termine für Neuerscheinungen. Der bereits seit ungefähr 2 Jahren angekündigte Arduino Zero(öffnet im neuen Fenster) erscheint am 9. Juni 2015. Ein überarbeitetes Wifi Shield(öffnet im neuen Fenster) soll am 25. Juni herauskommen. An diesem Tag soll auch das Arduino-Yun-Shield erscheinen. Damit lässt sich sich ein Arduino Uno zu einem Arduino Yun(öffnet im neuen Fenster) aufwerten.
Mehr oder weniger nur skizziert hat Massimo Banzi ein neues Konzept namens Modulino. Es erinnert an LittleBits , soll aber offener für anspruchsvollere Bastelaufgaben sein und auch dauerhaft in fertige Projekte integriert werden können.
Über die Arduino IDE verlor Banzi nur wenige Worte, er verwies unter anderem darauf, dass die IDE bislang gut 1,4 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Er bewarb vielmehr Arduino Create(öffnet im neuen Fenster) , eine neue, webbasierte IDE. Sie soll nicht nur eine Reihe von Plattformen unterstützen, sondern auch ein besseres, projektorientiertes Arbeiten ermöglichen. So kann innerhalb der IDE nicht nur der Quellcode einer Anwendung gespeichert werden, sondern zum Beispiel auch der zugehörige Schaltplan.
Neue und umbenannte Hardware vom alten Hersteller
Der mittlerweile unter dem Namen Arduino S.r.l. firmierende, ehemalige Hersteller der offiziellen Boards, stellte zur Maker Faire ebenfalls neue Modelle unter der Arduino-Marke vor.
Der Arduino Yun Mini(öffnet im neuen Fenster) ist eine verkleinerte Version des Arduino Yun. Obwohl er bereits verfügbar sein soll, scheinen ihn noch nicht allzu viele Händler gelistet zu haben. Bei Digi-Key(öffnet im neuen Fenster) gibt es ihn für 59,90 US-Dollar.
Die Arduino M0- und M0-Pro-Boards sind eigentlich alte Bekannte. Dabei handelt es sich um die ursprünglich als Arduino Zero Pro bezeichneten Boards, die bereits erschienen sind. Tatsächlich neu ist der Arduino Tian. Er ähnelt dem Arduino Yun, verfügt aber zusätzlich über Wlan und Bluetooth. Voraussichtlich soll er im September 2015 erscheinen.



