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Majorel/Arvato: 120 Millionen Euro für Vorstand des Callcenter-Betreibers

Im Bertelsmann-Konzern ist man intern nicht begeistert von den Begehrlichkeiten im Management des Callcenter-Betreibers.

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Werbebild von Majorel zu seinen IT-Services (Bild: Majorel)

Der Börsengang der Bertelsmann-Beteiligung Majorel im vergangenen Herbst sorgt für Kritik im Medienkonzern. Grund sind Boni in Höhe von 120 Millionen Euro für das Topmanagement des Callcenter-Betreibers. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf Unternehmenskreise. Allein der Vorstandsvorsitzende Thomas Mackenbrock erhielt zusätzlich zu seinem Gehalt eine Einmalzahlung von 29 Millionen Euro.

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Bonuszahlungen in dieser Höhe sind innerhalb des Bertelsmann-Konzerns nicht üblich und sorgten dem Bericht zufolge bei Bekanntwerden des Börsenprospekts bei mehreren Insidern für erhebliche Aufregung, auch weil in anderen Sparten kräftig gespart wurde.

Majorel hat sich "hervorragend entwickelt"

Bertelsmann weist offiziell auf Nachfrage darauf hin, dass die Boni "in Übereinstimmung mit internationalen Standards" festgelegt worden seien. Unter dem Management habe sich Majorel "hervorragend entwickelt", beide Gesellschafter hätten den Boni zugestimmt. 25 Prozent der Sonderzahlungen müssten Mackenbrock und seine Vorstandskollegen zudem in Firmenaktien investieren.

Bertelsmann hält derzeit knapp 40 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, in das man im Jahr 2019 den Callcenter-Betreiber Arvato mit der marokkanischen Saham Group fusionierte.

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Majorel betreibt Callcenter und Online-Kundenbetreuung für Unternehmen und ist mit mehr als 63.000 Beschäftigten in 31 Ländern aktiv, darunter mit 8.000 Mitarbeitern in Deutschland.

Neben Callcenter-Leistungen bietet Majorel auch IT-Dienste, Chatbots, Social Media Customer Service, Social Media Risk Management, Finanzdienstleistungen und Logistik. Den größten Teil des Umsatzes macht Majorel in der IT-Branche. Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete Arvato ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.