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Maintal: Bürger bremsen Edgeconnex-Rechenzentrum wegen Gaskraftwerk aus

Von einem gewaltigen Gaskraftwerk haben die Bewohner im Maintal vor allem eins: hohe Kosten für den Fernwärmeausbau und CO2-Emissionen direkt im Wohngebiet.
/ Achim Sawall
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Bürgerprotest gegen riesiges fossiles Kraftwerk. (Bild: SPD Maintal)
Bürgerprotest gegen riesiges fossiles Kraftwerk. Bild: SPD Maintal

Nach Bürgerprotesten hat der US-Betreiber Edgeconnex den Bau eines Gaskraftwerkes zum Betrieb eines Rechenzentrums in Maintal bei Frankfurt vorläufig gestoppt. Nach Informationen des Spiegel (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) hat die Bürgermeisterin des Orts, Monika Böttcher (parteilos), die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung in der vergangenen Woche informiert, dass das Projekt nicht wie geplant fortgesetzt werden soll.

Edgeconnex wolle das Projekt nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung und der Stadtverordnetenversammlung durchsetzen, teilte Böttcher auf Anfrage mit. Die lautstarken Proteste während Stadtverordnetenversammlungen richteten sich nicht gegen das Rechenzentrum selbst, sondern gegen die Dimension des Projekts und gegen das Gaskraftwerk mit 170 Megawatt Leistung. Es sollte speziell errichtet werden, bis zum Anschluss ans Stromnetz im Jahr 2037.

Der US-Betreiber, der das Grundstück bereits gekauft hatte, habe mitgeteilt, dass er nach Alternativen für die Stromversorgung des Rechenzentrums suche, sagte die Bürgermeisterin. Ob es Alternativen gebe, wie diese aussehen könnten und wann das Unternehmen sich wieder melden wolle, sei unklar. Edgeconnex habe sich aber nicht final gegen ein Rechenzentrum in Maintal entschieden, betonte sie.

Volumen von einer Milliarde Euro

Es geht um viel Geld: Zwar war das geplante Investitionsvolumen nie öffentlich, doch mehrere Lokalpolitiker bestätigten dem Spiegel unabhängig voneinander, dass Edgeconnex in Anträgen und vertraulichen Gesprächen von rund einer Milliarde Euro ausgegangen sei. Für Gemeinden bringen solche Projekte aber kaum etwas: Rechenzentren benötigen für den Betrieb nur wenige Techniker.

Geklärt sei auch nicht, wie viel Gewerbesteuer vom Betreiber gezahlt werden und welche Summe der Versorger Maintal-Werke in Leitungen investieren müsste, die die Abwärme zu Wohnhäusern transportieren, sagte der CDU-Stadtverordnete Götz Winter. Nach Ansicht der CDU(öffnet im neuen Fenster) würden die Umweltbelastungen nahezu vollständig in Maintal verbleiben, während mögliche Vorteile für die Stadt bislang nicht klar erkennbar seien.

"Wir haben CO₂‑Emissionen und Giftstoffe, aus dem Schornstein herauskommen können. Wir befinden uns hier in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet. Und tatsächlich soll ein Kraftwerk hierhin gestellt werden, das ungefähr die Kapazität hat, um ganz Frankfurt mit Energie zu versorgen", sagte Winter dem Sat1-Regionalmagazin 1730live.de(öffnet im neuen Fenster). Die Kritiker rechnen laut dem Bericht mit einem Ausstoß von 600.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.


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