Mainboard: Intels B365-Chip ist ein alter 22-nm-Bekannter

Mit dem B365 hat Intel einen weiteren Chipsatz für Sockel-LGA-1151-v2-Mainboards aufgelegt. Auch wenn der Name suggeriert, es sei der B360-Nachfolger, ist der Chip ein älteres 22-nm-Modell. So kann Intel seine 14-nm-Fabs für CPUs entlasten, denn 10 nm lässt weiter auf sich warten.

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Ein Intel-Chipsatz, hier aus einem Notebook
Ein Intel-Chipsatz, hier aus einem Notebook (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Mit dem B365 ist ein neuer Chipsatz in Intels Ark-Datenbank aufgetaucht, welcher für Mainboards mit dem Sockel LGA 1151 v2 für Chips wie den Core i9-9900K (Test) gedacht ist. Eigentlich würden wir hier die aktuelle 14-nm-Fertigung wie beim B360 oder beim Z390 erwarten, aber ein entsprechender Vermerk fehlt. Tatsächlich sieht der B365 aus wie ein H270, wenngleich dieser eigentlich nur die älteren Kaby-Lake- und Skylake-Prozessoren unterstützt.

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Offenbar hat Intel erneut die 22-nm-Chips der 100/200er-Serie genutzt und per Microcode-Update für die Coffee Lake und die Coffee Lake Refresh bereit gemacht. Anders als der B360 wird der B365 daher in 22 nm statt in 14 nm gefertigt, zudem fehlt ihm natives USB 3.1 Gen2 und die Mac-Integration für ac-WLAN. Dafür stehen 20 statt 12 PCIe-Gen3-Lanes zur Verfügung, über welche dann USB 3.1 Gen2 und ac-WLAN per zusätzlichen Controllern nachgerüstet werden können.

Für Endkunden ändert sich also wenig, denn egal ob B360 oder B365, die Unterstützung für Coffee Lake und Coffee Lake Refresh ist gegeben. Für Mainboard-Hersteller bedeutet der neue alte Chip aber mehr Aufwand, da die Platinen mit weiteren Controllern bestückt werden müssen, was Geld und Platz kostet. Ähnlich ging Intel bereits beim H310C vor, der 22-nm-Variante des H310. Zur 300er-Serie gehören mittlerweile zehn Chipsätze, die technische Basis ist jedoch immer das gleiche 22-nm- oder 14-nm-Die, welches per Microcode und Firmware angepasst wird.

Hintergrund für den Rückschritt von 14 nm auf 22 nm ist, dass Intel erst ab Ende 2019 seine 10-nm-Prozessoren, genannt Ice Lake, in Serie liefern kann. Bis dahin ist die 14-nm-Kapazität am Limit, ergo versucht sich Intel durch weitere 22-nm-Modelle etwas Luft zu verschaffen. Mit CPUs, vor allem den Xeons, macht der Hersteller viel mehr Umsatz und Gewinn als mit Chipsätzen.

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