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Mailbox.org und Posteo: Viele Behördenanfragen an E-Mail-Anbieter rechtswidrig

Zahlreiche Auskunftsersuchen an Mailbox.org und Posteo wurden 2025 unverschlüsselt eingereicht. Immerhin wenden sich die Behörden vom Fax ab.
/ Marc Stöckel
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Mailbox.org und Posteo lassen Behörden längst nicht an jedes Postfach. (Bild: pixabay.com / djbagaha)
Mailbox.org und Posteo lassen Behörden längst nicht an jedes Postfach. Bild: pixabay.com / djbagaha

Die beiden E-Mail-Anbieter Mailbox.org und Posteo haben Transparenzberichte für das Jahr 2025 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass auch im vergangenen Jahr erneut zahlreiche behördliche Auskunftsanfragen fehlerhaft und damit rechtlich unzulässig waren.

Bei Mailbox.org wurden laut Bericht(öffnet im neuen Fenster) 18 von insgesamt 74 Anfragen abgewiesen – ein Anteil von 24,3 Prozent. Häufigster Ablehnungsgrund war eine unverschlüsselte Übertragung. 27 von 63 per E-Mail eingereichten Anfragen wiesen laut Mailbox.org diesen Mangel auf, jedoch wurde er in immerhin 15 Fällen nachträglich korrigiert.

12 unverschlüsselte Anfragen blieben unbeantwortet. Hinzu kamen sechs Anfragen, die aus "sonstigen Gründen" unzulässig waren.

Erstmals keine Anfragen per Fax

2025 erhielt der Anbieter zum ersten Mal keine Auskunftsanfragen mehr per Fax – eine Option, die den Angaben zufolge schon seit 2021 untersagt ist, vereinzelt jedoch noch bis einschließlich 2024 genutzt wurde . Auf dem Postweg erreichten Mailbox.org im vergangenen Jahr noch fünf Anfragen.

Im Jahresvergleich sanken die Behördenanfragen bei dem E-Mail-Anbieter zuletzt von 83 auf 74 und damit um knapp 11 Prozent. 2023 waren es noch 133 Anfragen. Auch der Anteil der unzulässigen Anfragen fiel von 33,8 Prozent (2023) auf zunächst 30,1 Prozent (2024) und schließlich auf 24,3 Prozent (2025).

72 Anfragen an Mailbox.org wurden 2025 von Strafverfolgungsbehörden gestellt, zwei von Nachrichtendiensten. Bei weiteren 72 Anfragen handelte es sich laut Anbieter um Bestandsdatenabfragen. In zwei Fällen wollten die anfragenden Behörden hingegen Postfächer beschlagnahmen.

Auch bei Posteo viele unzulässige Anfragen

Im Transparenzbericht von Posteo(öffnet im neuen Fenster) sieht es ähnlich aus. Der Anbieter erhielt im vergangenen Jahr 85 Auskunftsersuchen, davon 81 von Strafverfolgern und vier von Nachrichtendiensten. In 27 Fällen, ein Anteil von 31,8 Prozent, beschwerte sich der E-Mail-Anbieter bei den zuständigen Datenschutzbehörden, weil die Anfragen unsicher oder auf andere Weise rechtswidrig übermittelt wurden.

Anders als bei Mailbox.org stieg die Anzahl der Behördenanfragen bei Posteo zuletzt um etwa neun Prozent. 2024 lag die Zahl bei 78. Die Anzahl unzulässiger Anfragen verringerte sich immerhin auch bei Posteo, sie lag 2024 noch bei 39 – damals ein Anteil von 50 Prozent.

45 formal korrekte Anfragen bezogen sich laut Posteo im vergangenen Jahr auf Bestandsdatenersuchen, drei auf Postfach-Beschlagnahmungen und zwei auf TKÜ-Maßnahmen. Formal nicht korrekt waren hingegen 27 Bestandsdatenersuchen, eine Beschlagnahmungsanfrage, sechs ausländische Anfragen ohne Rechtshilfeersuchen sowie ein "unklares Ersuchen" .


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