Maglev: Magnetschwebebahn erreicht in Japan 590 km/h
Die Magnetschwebebahn Maglev JR der Central Japan Railway Co(öffnet im neuen Fenster) ist am 16. April 2015 auf einer Teststrecke mit einer Geschwindigkeit von 590 km/h gefahren und damit schneller als viele kleinere Flugzeuge. Vor zwölf Jahren hatte ein ähnlicher Zug eine Geschwindigkeit von 581 km/h erreicht.
Der japanische JR-Maglev(öffnet im neuen Fenster) soll später einmal für die Verbindung zwischen den Städten Tokio und Osaka sorgen. Dabei setzen die japanischen Ingenieure auf ein System, das nicht mit dem Transrapid vergleichbar ist, denn der JR-Maglev benötigt bei niedrigeren Geschwindigkeiten Räder, die dann ab ungefähr 150 km/h eingezogen werden. Der JR-Maglev setzt auf ein sogenanntes elektrodynamisches Schwebesystem (EDS). Damit die Züge mit den supraleitenden Spulen schweben können, werden magnetische Wechselfelder während der Fahrt unterhalb des Zugs erzeugt, die ein Gegenfeld entstehen lassen.

Am kommenden Dienstag soll eine erneute Testfahrt stattfinden und die Marke von 600 km/h geknackt werden. Die rege Testtätigkeit kommt nicht von ungefähr. Der japanische Premierminister Shinzo Abe besucht am 26. April die USA und reist nach Informationen des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) auch nach Kalifornien, wo eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut werden soll. JR Central(öffnet im neuen Fenster) will auch eine Strecke zwischen Washington und New York mit dem Maglev eigener Bauart aufbauen. Japan will demnach bei der Finanzierung helfen.
Die Verbindung soll 2027 in Betrieb gehen. Die geplante Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 500 km/h. Die japanische Regierung hatte im Oktober 2014 die Streckenplanung gebilligt(öffnet im neuen Fenster), die Tokio und Nagoya in 40 Minuten verbinden soll. Die aktuelle Zugverbindung dauert etwa doppelt so lange.