Magic V im Hands-on: Honors topausgestatteter Galaxy-Fold-Konkurrent

Auf der Mobilfunkmesse MWC 2022 hat Honor sein in China bereits erhältliches faltbares Smartphone Magic V ausgestellt. Das Magic V(öffnet im neuen Fenster) ist ein top ausgestattetes Smartphone mit großem Außendisplay und faltbarem Innenbildschirm, der dank eines guten Klappmechanismus einen wesentlich weniger auffälligen Falz als Samsungs faltbare Smartphones hat.
Golem.de hat sich das Gerät genauer angeschaut und festgestellt, dass es gegenüber Samsungs Galaxy Z Fold 3 einige Vorteile hat. Das Smartphone könnte auch nach Deutschland kommen, der Preis dürfte dann aber nicht sonderlich niedrig sein.
Der OLED-Außenbildschirm des Magic V ist 6,45 Zoll groß und hat ein Format von 21,3:9 - er ist also breiter als das Außendisplay des Galaxy Z Fold 3, das ein Format von ca. 24:9 hat. Entsprechend fällt uns das Tippen von Nachrichten wesentlich leichter als auf dem schmalen Display des Samsung-Konkurrenten. Die Auflösung liegt bei 2.560 x 1.080 Pixeln, das Display unterstützt eine Bildrate von 120 Hz.
Faltbarer Innenbildschirm mit unauffälligem Falz
Klappen wir das Magic V auf, öffnet sich ein 7,9 Zoll großer, faltbarer OLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.272 x 1.984 Pixeln und einer Bildrate von maximal 90 Hz. Uns ist sofort aufgefallen, dass der Bildschirm im Scharnierbereich keinen ausgeprägten Falz wie Samsungs faltbare Smartphones aufweist.

Stattdessen ist der Faltbereich weniger stark ausgeprägt, dafür etwas breiter. Beim Drüberfahren mit dem Finger ist der Falz zu spüren, er ist aber weitaus unauffälliger als bei den Samsung-Modellen. Das liegt an der Art, wie das innenliegende Display beim Magic V beim Zusammenklappen gefaltet wird: Klappen wir das Smartphone zusammen, öffnet sich ein kleiner Hohlraum, in dem der gefaltete Bereich des Displays Platz findet.












Dadurch ist der Radius, dem das Display beim Zusammenklappen unterliegt, größer als bei Samsungs faltbaren Smartphones - entsprechend weniger wird das Display an dieser Stelle belastet. Das Scharnier macht auf uns insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck, es scheint auch gegen Partikel gut abgedichtet zu sein. Auffällig ist, dass es sehr fest zupackt - wir müssen beim Öffnen des Magic V kräftig zugreifen.
Das Scharnier erlaubt es nicht, dass wir die Aufklappposition frei wählen können: Beim Magic V gibt es nur ein Auf oder Zu. Dies ist ein starker Unterschied zu Samsungs faltbaren Smartphones, bei denen sich der Aufklappwinkel in einem recht großen Bereich frei wählen lässt. Zusammengeklappt ist das Magic V 14,3 mm dick, es schließt ohne nennenswerte Lücke zwischen den Hälften.
Gute Kameraausstattung mit 50-Megapixel-Sensoren
Die Qualität der Displays ist unserem ersten Eindruck nach sehr gut. Die innenliegende Frontkamera ist in einem Loch im Display eingebaut, ebenso die im Außendisplay verbaute Frontkamera. Beide haben 42 Megapixel. Auf der Rückseite ist eine Dreifachkamera verbaut, deren Hauptkamera 50 Megapixel und eine Anfangsblende von f/1.9 hat.
Unterstützt wird sie durch eine Superweitwinkelkamera mit ebenfalls 50 Megapixeln und einer Anfangsblende von f/2.2 und einer 50-Megapixel-Kamera, die Honor als "Spektral-Verbesserungskamera" bezeichnet. Sie soll offenbar die Schärfe verbessern. Eine Telekamera hat das Magic V nicht. In dem uns zur Verfügung stehenden kurzen Testzeitraum konnten wir die Kamera nur kurz ausprobieren, zu kurz, um ein abschließendes Urteil fällen zu können.
Im Inneren des Magic V steckt ein Snapdragon 8 Gen1, also Qualcomms aktuell schnellster Prozessor. Der Arbeitsspeicher ist 12 GByte groß, der Flash-Speicher wahlweise 256 oder 512 GByte. Nutzer können zwei SIM-Karten gleichzeitig verwenden, das Magic V unterstützt 5G. Der Akku hat eine Nennladung von 4.750 mAh und lässt sich mit bis zu 66 Watt schnellladen. Drahtlos lässt sich das Smartphone nicht aufladen, was an der Klappkonstruktion liegen dürfte. Ausgeliefert wird das Gerät mit Android 12; sollte es nach Deutschland kommen, wären die Google-Dienste vorinstalliert.
Fazit
Das Magic V macht auf uns im ersten Hands-on einen sehr guten Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch, die Displays sind hochauflösend und reagieren schnell auf unsere Eingaben. Das Scharnier lässt sich zwar nicht in Zwischenpositionen arretieren, dafür ist der Faltradius größer, was einen unschönen, scharfen Falz beim Innendisplay verhindert.












Von der Hardware her ist das Magic V ein Smartphone auf Oberklasseniveau, sowohl was den Prozessor als auch was die Kameraausstattung und die Speicheroptionen angeht. Das spiegelt sich auch im Preis des momentan noch ausschließlich in China erhältlichen Smartphones wider: Dort kostet es umgerechnet mit 256 GByte Flash-Speicher knapp über 1.400 Euro, mit 512 GByte Speicher über 1.550 Euro. Das ist nicht nur für den chinesischen Markt viel Geld.
Honor zufolge wird unternehmensintern noch diskutiert, ob das Magic V auch nach Deutschland kommen soll - ausgeschlossen ist das einem Sprecher zufolge nicht. Es ist davon auszugehen, dass das Smartphone nicht zu einem niedrigeren Preis als in China angeboten werden dürfte. Damit dürfte Honor es schwer gegen die auf dem Markt etablierte Konkurrenz von Samsung haben: Das Galaxy Z Fold 3 ist aktuell bei verlässlichen Händlern für um die 1.300 Euro erhältlich.



