Magic 6 Pro im Hands-on: Honors Top-Smartphone zum Start mit 300 Euro Rabatt

Honor(öffnet im neuen Fenster) hat auf der Mobilfunkmesse MWC 2024 den Europastart des Magic 6 Pro bekannt gegeben. Das Smartphone ist im Premiumbereich angesiedelt und hat eine entsprechend hochwertige Ausstattung. Vor der Ankündigung konnte Golem.de sich das Magic 6 Pro schon anschauen - das Gesamtpaket ist gut, die Wahl des Teleobjektivs finden wir aber etwas merkwürdig.
Das Magic 6 Pro sieht von vorne etwas unspektakulär aus: Mit den abgerundeten rechten und linken Displayrändern und dem flachen Gehäuserand oben und unten wirkt es wie ein Samsung-Smartphone von vor ein paar Jahren. Drehen wir das Gerät um, wird es spektakulärer: Unser Testgerät hat eine Rückseite aus strukturiertem grünem Kunstleder.
Auffällig ist außerdem das Kameramodul: Wo sich andere Hersteller bemühen, die Kameras möglichst unauffällig einzubauen, setzt Honor voll auf den Showeffekt. Die drei Objektive haben große, schwarze Ränder und sind in einem marmorartig reflektierenden Einsatz verbaut, der passend zur Rückseite in einem Grünton schillert. Um das Kameramodul herum ist ein auffälliger Metallring montiert.
Massives Kameramodul
Trotz des großen Kameramoduls liegt das Smartphone mit einem Gewicht von offiziell 225 Gramm gut in der Hand. Die Dicke gibt Honor mit 8,9 mm an, was nicht auf den Bereich mit der Kamera zutrifft: Das Kameramodul ragt gute 3 bis 4 mm aus dem Gehäuse hervor.
















Das OLED-Display des Magic 6 Pro ist 6,8 Zoll groß und hat eine maximale Auflösung von 2.800 x 1.280 Pixeln. Der Bildschirm unterstützt Bildraten zwischen 1 und 120 Hz (LTPO) und soll bei HDR-Darstellungen eine Spitzenhelligkeit von bis zu 5.000 cd/m² erreichen. Die Blickwinkelstabilität ist sehr gut, die Schärfe mit 453 ppi ebenso. Von Haus aus sind die Farben lebhaft eingestellt, was wir allerdings nicht übertrieben bunt finden. Der Bildschirm gefällt uns insgesamt sehr gut.
Im Inneren des Magic 6 Pro steckt Qualcomms aktuell leistungsfähigstes SoC Snapdragon 8 Gen 3 . Der Arbeitsspeicher ist 12 GByte groß, der Flash-Speicher 512 GByte - andere Speicheroptionen kommen in Europa nicht auf den Markt. In unserem ersten kurzen Test arbeitet das Smartphone absolut flüssig in der Bedienung, auch anspruchsvolle Apps sind kein Problem.
Die Kamera auf der Rückseite besteht aus einer Hauptkamera mit 50 Megapixeln, einer zwischen f/1.4 und f/2.0 variierenden Blende und einem optischen Bildstabilisator (OIS), einer 50-Megapixel-Superweitwinkelkamera mit f/2.0 und einem Bildwinkel von 122 Grad sowie einer ungewöhnlichen Telekamera. Diese verwendet einen 180-Megapixel-Sensor und ist in Periskopbauweise eingebaut - obwohl sie nur eine 2,5-fache optische Vergrößerung bietet.
Periskoptele mit geringer Vergrößerung
Für gewöhnlich setzen Hersteller bei Teleobjektiven mit stärkerer Vergrößerung auf die komplexere Periskopbauweise - warum Honor dies beim Magic 6 Pro so macht, bleibt uns schleierhaft. Der große Sensor soll bei digitalem Zoom für bessere Ergebnisse sorgen. Das funktioniert in unserem ersten kurzen Kameratest nur teilweise. Vor allem werden uns die Bilder mit einer Auflösung von 201 Megapixeln angezeigt.
Aufnahmen mit fünffacher Vergrößerung sehen gut aus, bei zehnfachem digitalen Zoom ist die Kantenschärfe aber schon etwas zu stark, die Details nicht mehr besonders deutlich. Der 50- und der 100-fache Zoom sind wie bei Smartphones von Samsung mit vergleichbarer Funktion nur noch für Dokumentationszwecke geeignet.
Kamerasystem macht gute Bilder
Die Hauptkamera macht Bilder mit durchschnittlich guter Schärfe, die Belichtung ist gut. Mit der Superweitwinkelkamera gemachte Bilder erzeugen kaum Verzerrungen am Bildrand. Die Kamera-App gibt uns drei Grundeinstellungen für die Bildaufnahme: Voreingestellt ist der Modus Dynamisch, der recht stark gesättigte Farben produziert. Daneben gibt es noch Natürlich mit realistischen Farben und Authentisch, der insgesamt dunkler belichtet. Alle Kameras lassen sich auch bei voller Auflösung verwenden, was aber die Schärfe bei unseren Aufnahmen nicht nennenswert verbessert.
Videos lassen sich in 4K mit bis zu 60 fps aufnehmen. Die Bildstabilisierung ist nicht besonders stark. Mehrere Videos können in der Galerie-App über die Funktion Instant Movie automatisch zu einem kleinen Filmchen zusammengeschnitten werden. Honor verwendet ein AI-Logo für diese Funktion, das Ergebnis erinnert uns allerdings an eine vergleichbare Funktion, die HTC bereits vor gut zehn Jahren angeboten hat.
Die Frontkamera hat ebenfalls 50 Megapixel, daneben ist ein 3D-TOF-Sensor für die Gesichtsentsperrung eingebaut - die gut funktioniert. Insgesamt macht die Kamera des Magic 6 Pro einen guten ersten Eindruck, für Aufnahmen mit mehr als fünffacher Vergrößerung gibt es aber bessere Geräte am Markt.
Android-Version mit reichlich Bloatware
Ausgeliefert wird das Magic 6 Pro mit Honors Android-Fork Magic OS 8.0, der auf Android 14 basiert. Die Benutzeroberfläche ist wie gewohnt recht bunt, Honor installiert zudem eine Reihe von Apps vor, die wahrscheinlich nicht jede Person benötigt. So finden sich unter anderem Facebook, Tiktok, Trip.com, WPS Office, Netflix und Booking.com nach der Einrichtung auf dem Gerät - die Apps lassen sich aber deinstallieren.
















In einem Vorgespräch erwähnte Honor eine Reihe von KI-Apps, etwa eine Textanalyse, die automatisch erkennt, für welche App der soeben kopierte Text geeignet sein könnte. Auch soll auf dem Smartphone selbst ein LLM (Large Language Model) laufen, was angesichts des Snapdragon-Prozessors auch problemlos möglich ist. Auf unserem Testgerät konnten wir davon aber noch nichts entdecken.
Was funktioniert, ist die automatische Erkennung, wenn wir auf das auf dem Tisch liegende Smartphone schauen. Das Always-On-Display lässt sich so einstellen, dass es nur bei einem Blick auf das Magic 6 Pro angeht. Honor verspricht für das Magic 6 Pro 4 Jahre Versionsupgrades und fünf Jahre Sicherheitsupdates. Das normale Magic 6 soll in Europa nicht erscheinen.
Das Magic 6 Pro wird mit einem Silizium-Kohlenstoff-Akku ausgeliefert, der eine Nennladung von 5.600 mAh hat und vor allem bei niedrigem Akkustand besonders effizient sein soll. Der Akku lässt sich mit bis zu 80 Watt per Kabel laden, drahtloses Laden ist mit bis zu 66 Watt möglich. Zur Laufzeit können wir noch keine Angaben machen.
Fazit
Das Magic 6 Pro hinterlässt im ersten Hands-on einen guten Eindruck: Das Smartphone ist gut verarbeitet, hat ein sehr gutes Display sowie ein leistungsfähiges und effizientes SoC und kommt mit einem Silizium-Kohlenstoff-Akku. Das Design ist sicherlich Geschmackssache, es sticht aber durchaus im Markt hervor.
Honor legt den Fokus stark auf das Kamerasystem, dessen Hauptkamera gute Bilder macht. Die Entscheidung hinter dem Teleobjektiv können wir angesichts der Bildergebnisse allerdings nicht ohne Weiteres nachvollziehen - denkbar ist, dass Honor hier noch die Software verbessern wird.
Das Honor Magic 6 Pro kostet 1.300 Euro. Zum Marktstart wird der Hersteller allerdings einen befristeten Rabatt anbieten: Beim Kauf über Honors Onlineshop werden beim Checkout 300 Euro vom Preis abgezogen, was ihn auf 1.000 Euro senkt. Angesichts der Ausstattung ist das im Vergleich mit Konkurrenzgeräten ein angemessenerer Preis - das Galaxy S24+ beispielsweise ist aktuell für 1.100 Euro im Onlinehandel erhältlich.



