Maggie Gyllenhaals The Bride!: Die aufregendste Frankenstein-Version seit Langem
Inhalt
Im Chicago der 1930er Jahre bittet Frankensteins Monster die exzentrische Wissenschaftlerin Dr. Euphronius um Hilfe, um sich eine Gefährtin zu erschaffen. Gemeinsam holen sie eine ermordete Frau als Braut ins Leben zurück. Doch das Experiment bleibt nicht ohne Folgen: Es löst eine ungewöhnliche Liebesgeschichte aus, ruft die Polizei auf den Plan und bringt die gesellschaftliche Ordnung ins Wanken.
Das ist die Geschichte von Maggie Gyllenhaals Film The Bride!, der nach mehrfachen Verschiebungen am 5. März ins Kino kommt. Gyllenhaals Inspiration waren weniger Mary Shelleys Roman und seine Verfilmungen, sondern vielmehr James Whales Frankensteins Braut, der zweite Film mit Boris Karloff als Monster.
Die Braut im Fokus
Gyllenhaals Film versteht sich als eigenständige, moderne Neuinterpretation dieses Klassikers aus dem Jahr 1935. Der Film enthält zudem einige visuelle Verweise auf Fritz Langs Metropolis (1927).
Brigitte Helm (die in Langs Film Maria spielt) diente schon in den Dreißigerjahren als Inspiration für die Braut und war von James Whale für die Rolle in Frankensteins Braut(öffnet im neuen Fenster) in Betracht gezogen worden, lehnte sie jedoch ab.
Gyllenhaal liefert mit ihrem Film einen zitatenreichen Genremix ab, der teils mit den Mitteln des Theaters spielt, aber auch ins Experimentelle abdriftet, etwa, wenn Mary Shelley aus dem Totenreich Zwiesprache mit der Braut hält. Der Film lässt zudem den Stil der Dreißigerjahre auferstehen und baut eine zeitgemäße Tanzeinlage ein, die fast schon etwas drüber ist – aber eben nur fast.
Das gilt häufig für diesen Film, aber Gyllenhaal hegt immer ein und macht ein wahres Meisterwerk aus dieser Geschichte.
Denn Gyllenhaal sah in der Vorlage mehr als viele andere auf den ersten Blick. Wie sie kürzlich in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) sagte, geht es zum Beispiel um Einvernehmlichkeit.
Denn die Braut wird nach ihrem Tod ins Leben zurückgerissen, wird aber nicht danach gefragt, ob sie überhaupt jemandes Braut werden will. "Natürlich kann man sagen" , sagte Gyllenhaal, "dass wir alle ohne unser Einverständnis geboren werden. Hier ist es dennoch anders, weil die Braut einen Zweck erfüllen soll."