Kindersicherung: die große kleine Neuerung
Für mich besonders relevant ist übrigens die neue Kinderschutz-Funktion: Sie greifen, sobald Töchterlein einen eigenen Mac oder ein eigenes iPhone bekommt.
Die Funktionen laufen in großen Teilen in Apples iCloud über die bewährte Familienfreigabe: Nach Öffnung der Familienfreigabe können für jedes Kind Apple-Accounts erstellt werden, die eine eigene Mailadresse samt Passwort erhalten. Sie lassen sich anschließend zur Einrichtung eines Endgeräts verwenden. Das ist nicht neu.
Neu ist, dass die Accounts wesentlich feiner eingestellt werden können. Eltern sind nicht nur wie bisher in der Lage, die Bildschirmzeit definieren und welche Apps das Kind benutzen darf.
Kinder müssen mittels "Ask to Browse" bei Website-Besuchen oder Appstore-Käufen die Eltern digital fragen. Das betrifft, anders als zuvor, auch kostenlose Apps. Die Eltern können die Inhalte dann freigeben. So weit, so praktisch.
Sobald das Kind volljährig ist, wird der Account automatisch in einen Erwachsenen-Account für iCloud umgewandelt: Die Kinder können den einmal erstellten Account also später weiter benutzen.
Der Elefant im Raum: Was taugt Siri AI?
Die wohl wichtigste Neuerung an der 27er-Systemgeneration ist Siri AI. Und anders als iPhones und iPads bekommt der Mac das KI-System, sobald es auf Deutsch verfügbar ist.
Ich bin kein großer Freund agentischer KI-Lösungen, die am Rechner herummanipulieren können, für solche Dinge gibt es Openclaw in einer VM-Umgebung. Dennoch stecken Systemdesigner natürlich in dem Dilemma, auf dem Desktop KI-Features und -Assistenten anzubieten, die einerseits hilfreich sind, andererseits aber nicht beim kleinsten Fehler wichtige Dateien löschen oder anderen Unfug treiben.
Apple löst das über massive Sperren: Siri AI kann zum Beispiel nicht an Dateien herummanipulieren oder irgendetwas mit dem System selbst anstellen.
Das ist gleichzeitig gut und schlecht. Einerseits schafft das Sicherheit, andererseits nimmt Apple der KI damit natürlich die Macht, den Rechner komplett fernzusteuern.
Schon bei einfachen Dingen wie der Auswahl des Speicherorts für ein neues Pages-Dokument müssen User nach Anweisung der KI händisch eingreifen. Apple sucht ganz offensichtlich noch nach dem optimalen Mittelweg, aktuell würde ich Siri AI als lokale Einbindung von Google Geminis Chatbot mit ein paar agentischen Kniffen verstehen, eine in der Praxis oft wenig hilfreiche Büro-Assistenz. Aus meiner Sicht ist Siri AI daher erst einmal verzichtbar, andere KI-Tools leisten da mehr.
Fazit: Update? Aber klar doch!
Nach meinem Test von MacOS 27 bin ich positiv überrascht. In der Regel warte ich bei den jährlichen Upgrades das erste Update ab und lasse das System zum Test auf meinem Zweit-Mac laufen.
Dieses Mal habe ich MacOS 27 direkt auf meinem Produktivsystem installiert und ich muss sagen: Es ist einfach gut.
Zwar stößt der Verzicht auf Intel-Macs sauer auf, dafür hat Apple es aber geschafft, das Betriebssystem deutlich zu verbessern: MacOS 27 ist nicht nur deutlich flotter als der Vorgänger, sondern sieht dank überarbeitetem Liquid Glass auch besser aus.
Die KI-Features wurden auch ohne Siri AI deutlich verbessert. Die agentische Siri-KI ist zwar die Kirsche auf der Torte, aber in der Praxis oft nicht besonders hilfreich.
Während des Tests sind mir technisch keine größeren Fehler aufgefallen. Der schnelle Umstieg lohnt sich also aus meiner Sicht für alle, die einen aktuellen Mac mit MacOS 26 Tahoe oder älter besitzen.
Christian Rentrop ist freier Technikjournalist und seit 2003 Mac-Nutzer.
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