Klage gegen Unternehmen: Machtkampf bei Hyperloop One

Der eine soll sich mit Firmengeldern bereichert, der andere einen Umsturz geplant haben: Zwischen den beiden Gründern von Hyperloop One fliegen die Fetzen. Die Details sind eher unschön - die Angelegenheit soll vor Gericht geklärt werden.

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Geschäftsräume von Hyperloop One: Führungen und Partys für Freunde und Prominente
Geschäftsräume von Hyperloop One: Führungen und Partys für Freunde und Prominente (Bild: Hyperloop One)

Machtkampf bei Hyperloop One: Mehrere führende Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen und klagen gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber und die verbleibende Führungsriege. Die Auseinandersetzung in dem kalifornischen Unternehmen hat Züge eines Wild-West-Films.

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Die Kläger sind Technikchef und Hyperloop-One-Mitgründer Brogan Bambrogan, Knut Sauer, Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung, Finanzchef William Mulholland und David Pendergast, einer der Hausjuristen. Die Klage richtet sich gegen das Unternehmen selbst, gegen Mitgründer Shervin Pishevar, dessen Bruder Afshin Pishevar, den Justiziar von Hyperloop One, Unternehmenschef Rob Lloyd und Joe Lonsdale, stellvertretender Chef des Verwaltungsrates. Bambrogan und seine Mitstreiter werfen den Angeklagten unter anderem Missmanagement, Verleumdung, Verstöße gegen das kalifornische Arbeitsgesetz, Vertragsbruch sowie Angriffe vor.

Bambrogan und Pishevar gründeten Hyperloop One

Viele Vorwürfe richten sich vor allem gegen Shervin Pishevar, der das Unternehmen als Hyperloop Technologies 2014 zusammen mit Bambrogan gegründet hat. Inzwischen wurde der Name in Hyperloop One geändert. Bambrogan entwarf zuvor beim US-Raumfahrtunternehmen SpaceX Raketen. Pishevar war Chef des Investmentunternehmens Sherpa Ventures, das unter anderem die Startups Airbnb und Uber finanzierte.

Laut Anklageschrift missbrauchte Pishevar Firmengelder zur Verbesserung des eigenen Images für sein Liebesleben sowie zur Bereicherung von sich und Familienmitgliedern. Angeblich gehören ihm 90 Prozent der Stammaktien an dem Unternehmen, Bambrogan habe gerade mal sechs Prozent bekommen.

Pishevar soll seine Geliebte finanziert haben

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Pishevar soll eine Beziehung mit der externen PR-Beraterin von Hyperloop One angefangen und darauf ihre monatlichen Bezüge von 15.000 US-Dollar auf 40.000 US-Dollar angehoben haben - gegen den Widerstand der übrigen Mitglieder der Firmenleitung. Mit dem Ende der Liebesbeziehung beendete er auch die geschäftliche.

Zudem soll er mehrfach die Angestellten nach Hause geschickt und derweil Partys in den Büroräumen von Hyperloop One gefeiert haben. Pishevar und Lonsdale hätten zuweilen verlangt, dass wichtige Mitarbeiter ihre Arbeit ruhen lassen und stattdessen Freunde, Bekannte oder Prominente durch das Unternehmen führen.

Was für ein Unternehmen soll Hyperloop One sein?

Die Differenzen zwischen den beiden Pishevars und Bambrogan begannen bereits im Gründungsjahr, als Pishevar seinen Bruder Afshin ins Unternehmen holte und ihn zum Justiziar machte. Es ging auch um die Ausrichtung des Unternehmens: Bambrogan und zehn Kollegen hatten im Mai einen Brief an Shervin Pishevar, Lonsdale und Lloyd geschrieben. Darin kritisierten sie, dass Hyperloop One sich von einem Technikunternehmen zu einem Marketingunternehmen entwickele.

Nach Angaben der Kläger bedienten sich die Pishevar-Brüder in der Auseinandersetzung Methoden wie aus einem Western: Afshin soll Bambrogan körperlich bedroht, Pishevar ihm gar einen Strick mit einer Schlinge auf den Schreibtisch gelegt haben. Der Anklageschrift ist ein Bild eines Mannes mit einem Seil in der Hand angehängt. Es wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen und zeigt mutmaßlich Shervin Pishevar im Büro von Hyperloop One. Ein zweites Bild zeigt Bambrogan, der ein Seil mit Schlinge hochhält.

Die Kläger wollen zurückkommen

Am selben Tag entließ Pishevar Pendergast, degradierte Sauer, der darauf kündigte, und beurlaubte Bambrogan. Der verließ in der Folge das Unternehmen. Mulholland folgte. Die Kläger verlangen eine Entschädigung, eine Entschuldigung sowie die Wiedereinsetzung in ihre alten Positionen.

Hyperloop One weist die Vorwürfe zurück. Sie seien "bedauerlich und wahnhaft", sagte ein Anwalt des Unternehmens dem Wall Street Journal. Die vier Kläger hätten einen Staatsstreich geplant und seien damit gescheitert.

Das Seil war ein Scherz

Zumindest der Vorwurf mit dem Seil könnte haltlos sein- und ein weiterer Anlass für die Differenzen könnte sich erledigt haben: Es habe sich lediglich um ein Lasso gehandelt, sagte ein Informant aus dem Unternehmensumfeld dem Wall Street Journal. Verantwortlich dafür sei Afshin Pishevar gewesen - und Hyperloop One habe ihn deshalb gefeuert.

Hyperloop ist ein neuartiges Transportmittel, das sich Elon Musk 2013 ausgedacht hat. Es verkehrt in einer Röhre, in der ein weitgehendes Vakuum herrscht. Darin sollen Kapseln mit einer Geschwindigkeit von 1.200 Kilometern pro Stunde flitzen. Die Kapseln schweben über der Schiene - gehalten von einem Magnetfeld. Zudem erzeugen sie ein Luftpolster, auf dem sie schweben. Ein Linearmotor treibt sie an. Die Kapseln können Güter oder Passagiere transportieren. Außer Hyperloop One arbeitet auch das Projekt Hyperloop Transportation Technologies an der Umsetzung.

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