Machine Learning: Von KI erstelltes Porträt für 432.500 US.Dollar versteigert

Ein neuronales Netzwerk hat ein Kunstwerk erstellt, das beim Londoner Auktionshaus Christie's für 432.500 US-Dollar verkauft wurde(öffnet im neuen Fenster) . Der Ersteller des Algorithmus ist das Kollektiv Obvious. Die drei französischen Entwickler hatten angenommen, dass sich das Bild für maximal 7.000 bis 10.000 US-Dollar verkaufen werde – die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Das Gemälde, das das Porträt eines Mannes in einer an Ölfarben erinnernden Optik zeigt, ist das erste von einem KI-System erstellte und in einer Christie's-Auktion verkaufte Kunstwerk. Der Käufer wollte anonym bleiben.
Die Kontroverse um das Bild entzündet sich daran, dass die drei Studenten sich wohl zu großen Teilen am Algorithmus eines anderen Entwicklers bedient haben(öffnet im neuen Fenster) . Ihr Generative Adversarial Network (GAN) mit Namen Belamy stammt ursrprünglich von Robbie Barrat, der ebenfalls surreale Bilder mit Software erstellt. Die Franzosen geben zu, Teile der unter Open-Source-Lizenz stehenden Software genutzt zu haben. Dem IT-Onlinemagazin The Verge bestätigen sie: "Wenn man nur den Code betrachtet, dann gibt es keinen großen Anteil, der verändert wurde."
Das Porträt sieht Barrats Ergebnissen sehr ähnlich
Auch eine Aussage des deutschen KI-Entwicklers Mario Klingemann bestätigt, dass mit dem ursprünglichen quelloffenen GAN Ergebnisse erzielt werden, die dem verkauften Bild sehr ähnlich seien. Das spräche dafür, dass die Franzosen an der Software so gut wie nichts verändert haben und die eigentliche Arbeit anderen Entwicklern, namentlich Robbie Barrat, zugeschrieben werde.
Der KI-Entwickler Tom White ist zumindest vor der Versteigerung der Meinung gewesen: "Obwohl ich nicht beweisen kann, dass das zu versteigernde Porträt von Barrats GAN-Modell abgeleitet ist, sieht es doch dessen produzierten Ergebnissen verdächtig ähnlich, die dieses Modell erstellen kann."



