Machine Learning und EKG: Apple Watch kann Stress vorhersagen

Die Apple Watch kann Stresssituationen vorhersagen: Kanadische Forscher haben in einer Pilotstudie gezeigt, dass die Smartwatch stresstypische Anzeichen erkennen kann. Dies könnte nicht nur für den Träger der Uhr, sondern auch für Gesundheitsbehörden von Nutzen sein, um Belastungen der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Eine Pilotstudie von Forschern(öffnet im neuen Fenster) der kanadischen Universität Waterloo zeigt, dass die Apple Watch in der Lage ist, Stresssituationen bei Menschen vorherzusagen. Die Studie wurde mit 36 Teilnehmern durchgeführt und die EKG-Daten der Apple Watch wurden mithilfe von Machine Learning ausgewertet, um entsprechende Anzeichen zu deuten. Apple selbst bietet bisher keine Funktion in der Smartwatch an, die den Stresspegel des Trägers misst. Eine Pilotstudie(öffnet im neuen Fenster) erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, sondern dient dazu, eine vorausgehende Annahme deutlich zu bestätigen. Danach können weitergehende Studien durchgeführt werden.
Die Apple Watch verfügt über einen einkanaliges EKG, dessen Daten von der Health-App aus auch exportiert werden können. Die Forscher nutzten diese Funktion und entwickelten eine App auf der Grundlage der HealthKit-Entwicklerschnittstelle, mit der die Studienteilnehmer alle drei Stunden während eines Zeitraums von zwei Wochen ein EKG aufzeichneten.
Stresslevel für Gesundheitsbehörden interessant
Die Forscher sind der Meinung, dass die Stress-Funktion der Apple Watch nicht nur für den Träger der Uhr von Nutzen ist, sondern auch für Gesundheitsbehörden. Durch die Sammlung von Daten in anonymisierter Form könnten wichtige Erkenntnisse über den Belastungsgrad der Bevölkerung gewonnen werden, so die Vorstellung.
Ein hohes Stressniveau ist mit Gesundheitsproblemen wie Depressionen, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die Verwendung von Smartwatches zur Erhebung von Daten in Echtzeit hätte theoretisch den Vorteil, dass sie bereits weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert sind. Von Datenspenden hat bislang die Corona-WarnApp großflächig Gebrauch gemacht, sie aber nicht auf die Apple-Watch-Daten zugreifen kann.