Abo
  • Services:

Machine Learning: Forscher halten Google-Übersetzer für sexistisch

Anhand von geschlechtsneutralen Sprachen hat ein Forschungsteam den Google-Übersetzer für sexistisch befunden: So werden Berufe wie Geschäftsführer mit Männern und Bäcker eher mit Frauen verbunden. Den Forschern sei dabei bewusst, dass ein gewisser Grad an Vorurteilen nicht vermeidbar ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Google-Übersetzer soll sexistisch sein.
Der Google-Übersetzer soll sexistisch sein. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Ein Forscherteam der brasilianischen staatlichen Universität in Porto Alegre (Universidade Federal do Rio Grande do Sul) hat den kostenlos verfügbaren Maschinenübersetzer Google Translate untersucht (PDF) und für sexistisch befunden. Um dies herauszubekommen, haben die Forscher einfache Sätze in verschiedenen Sprachen ins Englische übersetzt. Dazu nutzten sie Sprachen, die keinen geschlechterspezifischen Personalpronomen wie "er" oder "sie" verwenden: etwa Ungarisch, Türkisch, Japanisch und Chinesisch.

Stellenmarkt
  1. matrix technology AG, München
  2. Hauni Maschinenbau GmbH, Hamburg

Bereits einfache Ergebnisse scheinen dabei eindeutig zu sein: Das ungarische "Õ egy ápoló" übersetzt Google Translate mit: "Sie ist eine Krankenschwester". "Õ egy mérnök" wird hingegen als "Er ist ein Ingenieur" übersetzt. Ähnliche Ergebnisse erzielten Begriffe wie "der Geschäftsführer" und "die Bäckerin". Als Schluss daraus ziehen die Forscher, dass das Übersetzungssystem bestimmte Begriffe mit bestimmten Geschlechtern ungewöhnlich oft assoziiert. Das gelte übrigens auch für diverse Adjektive: Wörter wie attraktiv, schüchtern, fröhlich und freundlich werden vom Übersetzer eher mit Frauen verbunden. Arrogant, grausam und schuldig bringt die Software wohl mit Männern in Verbindung.

Übersetzer soll zumindest die Gesellschaft widerspiegeln

Die Forscher gestehen ein, dass ein aus gesellschaftlichen Texten und Inhalten trainierter Übersetzer wie Google Translate immer zumindest in soweit vorurteilsbehaftet ist, dass er unsere Gesellschaft widerspiegelt. Allerdings sei die Software im Wesentlichen sexistischer als die Realität. Über alle untersuchten Berufe und Sprachen verteilt sei das Team nur zu knapp 12 Prozent auf weibliche Artikel gestoßen, während in der echten Welt global verteilt knapp 36 Prozent aller Arbeitnehmer Frauen seien.

Das Machine-Learning-System des Google-Übersetzers basiert zu Teilen auf Texten im Internet. Quellen wie Wikipedia werden zu einem sehr großen Anteil von Männern mit Inhalten befüllt. Eine bereits ältere Studie des Portals spricht von einem Männeranteil von 90 Prozent. Der Google-Übersetzer ist aber ständig diversen Änderungen ausgesetzt: Ein kurzer Test bestätigt, dass das Team hinter dem kostenlosen Übersetzungstool sich Kritik wie diese zu Herzen nimmt. So ergibt "Õ egy ápoló" mittlerweile auch: "Er ist ein Krankenpfleger".



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 119,98€ (Release 04.10.)
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  3. 194,90€ + Versand mit Gutschein: RYZEN20 (Bestpreis!)

david_rieger 14. Sep 2018 / Themenstart

Sind das die zwei möglichen Ergebnisse, ja? Keinerlei "Überraschungen" möglich, keine...

Thaodan 13. Sep 2018 / Themenstart

Danke für die Erklärung. Genauso meinte ich es.

frostbitten king 12. Sep 2018 / Themenstart

Exakt. Willkommen im Land der Gender "Forschung". Wunderland genauer gesagt

Thaodan 12. Sep 2018 / Themenstart

Wo steht die für Frauen? Es ist doch einfach nur die Standard-Form des jeweiligen Wortes.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti)

Wir haben die Reflections Raytracing Demo auf einer Nvidia Geforce RTX 2080 Ti und auf einer GTX 1080 Ti ablaufen lassen.

Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti) Video aufrufen
Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple iOS 12.1 verrät neues iPad Pro
  2. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

Apple: iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
Apple
iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht

Apple verdoppelt das iPhone X. Das Modell iPhone Xs mit 5,8 Zoll großem Display ist der Nachfolger des iPhone X und das iPhone Xs Max ist ein Plus-Modell mit 6,5 Zoll großem Display. Die Gehäuse sind sogar salzwasserfest und überstehen auch Bäder in anderen Flüssigkeiten.

  1. Apple iPhone 3GS wird in Südkorea wieder verkauft
  2. Drosselung beim iPhone Apple zahlt Kunden Geld für Akkutausch zurück
  3. NFC Yubikeys arbeiten ab sofort mit dem iPhone zusammen

    •  /