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Desktop-Leistung in Laptop-Form

Der M5 Max ist definitiv das Highlight des neuen Macbook Pro 16, auch weil sich am Chassis selbst kaum etwas verändert hat. Standardmäßig kommt der Chip mit 18 CPU-Kernen. Das sollte aufmerksamen Menschen bekannt vorkommen. Der gleiche CPU-Teil steckt auch im günstigeren M5 Pro. Im Hinblick auf CPU-Leistung dürften sich beide Chips also kaum unterscheiden.

Der M5 Max wird nur für solche User interessant, die auch merklich mehr GPU-Leistung brauchen, sei es für Games, KI-Trainings, 3D-Rendering, CAD-Modelling oder andere Aufgaben. In der Maximalausstattung werden insgesamt 40 GPU-Cores genutzt. Apple bietet zudem eine günstigere Version mit 32 GPU-Cores an, zwölf Kerne mehr als beim M5 Pro.

In der Praxis sind beide Aspekte des SoC bemerkenswert. In Cinebench 2026 erreicht der Chip etwa 9.453 Punkte im Multicore-Test und 740 Punkte im Singlecore-Benchmark. Die Leistung ist vergleichbar mit einem Intel Core Ultra 9 285K (9.763 Punkte) oder einem Intel Core i9-14900K (9.758 Punkte), beides Desktop-CPUs. Auch der AMD Ryzen 9 9950X3D (9.625 Punkte), einer der aktuell schnellsten Desktop-Chips von AMD, ist in diesem Test in etwa gleich schnell.

Macbook Pro 16 M5 Max: Vergleich mit anderen Macbooks
Macbook Pro 16 (M5 Max) Macbook Air (M5) Macbook Pro 14 (M5) Macbook Neo (A18 Pro) Macbook Air (M4)
Cinebench 2024 Multi/Single - 1.023/181 cb 1.101/192 cb - 753/171 cb
Cinebench 2026 Multi/Single 9.453/740 cb 3.359/717 cb - 1.587/519 cb 3.908/640 cb
Geekbench 6 Multi/Single/Metal 29.551/4.351/220.053 Punkte 16.963/4.134/77.689 Punkte 17.723/4.142/75.656 Punkte 8.636/3.215/31.219 Punkte 14.886/3.807/55.674 Punkte
Cyberpunk 2077 FHD high/medium/low 189/172/147 fps 62/51/41 fps 90/67/52 fps 24/19/14 fps 39/30/28 fps
Shadow of the Tomb Raider FHD high/medium/low 193/175/167 fps 76/45/40 fps 86/66/63 fps 24/19/14 fps 47/36/35 fps
Display-Helligkeit 568 cd/m² 468 cd/m² 553 cd/m² 469 cd/m² 480 cd/m²
Display-Farbabdeckung SRGB/Adobe RGB/DCI-P3 99,5/83,2/95,9 % 99,6/82/95,2 % 99,6/83,3/96,1 % 94/64,4/66,3 % 99,8/82,3/96,7 %
Akkulaufzeit (80/20-Test) 10:14 Stunden 12:31 Stunden 16:21 Stunden 10:42 Stunden 11:35 Stunden
SSD-Speed (Blackmagic Speed Test) R/W 14.906/13.888 MByte/s 6.743/6.409 MByte/s 6.859/6.529 MByte/s 1.581/1.488 MByte/s 3.013/3.116 MByte/s

Die Grafikleistung des M5 Max mit GPU-Vollausbau ist ebenfalls mit den schnellsten Laptops mit dedizierter Grafikkarte vergleichbar. In Geekbench 6 messen wir 220.053 Punkte beim Rendering mit Metal. In der Vergleichstabelle des Tools ist nur die Geforce RTX 5090 Laptop im OpenCL-Szenario schneller. Wird mit Vulkan getestet, ist selbst diese Grafikeinheit, die aktuell zu den schnellsten im Mobilsegment zählt, nicht so performant wie der M5 Max.

Geforce RTX 5090 Laptop in Klein

Auch in der Praxis schlägt sich das SoC sehr gut. Bei Full-HD-Auflösung und mit hohen Details in Shadow of the Tomb Raider erreicht unser Testsystem 167 fps. Das Spiel lässt sich deshalb auch ohne Probleme mit Zusatzeffekten wie Raytracing oder in höherer Auflösung spielen. Gleiches gilt für Cyberpunk 2077, das stets ein guter Benchmark für aktuelle Hardware ist. Das Macbook Pro 16 schafft 147 fps bei Full HD und hohen Details.

Auch im produktiven Einsatz ist eine so potente CPU natürlich ein Vorteil. Ob wir 8K-Bilder in Photoshop editieren, Hunderte Motive mit Lightroom konvertieren oder Modelle mit 3D-Software erstellen: Der M5 Max kann all diese Aufgaben mühelos bewältigen. Für einen KI-Test haben wir das Programm Diffusion Bee gestartet und zehn Bilder generieren lassen.

Der M5 Max schafft diese Aufgabe in 53 Sekunden. Zuletzt haben wir den M4 Pro im Mac Mini mit diesem Tool getestet. Er kommt auf 1:45 Minuten im gleichen Szenario. Der M4 im Macbook Pro schafft es in 3:28 Minuten. Auch lokale LLMs mit Msty.ai laufen mit dem M5 Max problemlos.

Wir haben das Modell Qwen 3.06b ein Essay mit 5.000 Wörtern und dem Prompt "Write an essay about the future of AI. Keep to a maximum of 5.000 words." schreiben lassen. Im Schnitt werden 332 Token pro Sekunde verarbeitet. Zum Vergleich: Das Macbook Air mit M5-Chip ist beim gleichen Task und mit 158 Token pro Sekunde etwa halb so schnell.

Wir haben diesen Prompt auch in Msty für Windows 11 auf einem Desktop-PC mit Intel Core i9-12900K, 64 GByte DDR5-RAM und einer Geforce RTX 4090 laufen lassen. Mit 310 Token pro Sekunde liegt das System etwas hinter dem Macbook Pro 16. Dabei sollte beachtet werden, dass sich solche KI-Prompts je nach Umfang und Anfrage mehr oder weniger schnell bearbeiten lassen. Der Test sollte nur als Richtwert dienen.

Der Vorteil gegenüber den meisten x86-Systemen mit Windows oder Linux ist vor allem der Fakt, dass die GPU auf maximal 128 GByte RAM zugreifen und diesen als Videospeicher nutzen kann. In einigen Nischenfällen wie dem KI-Training ist das ein erheblicher Vorteil. Die in etwa gleich schnelle Geforce RTX 5090 Laptop ist mit 24 GByte Videospeicher nicht so gut aufgestellt.

Mehr als zehn Stunden Akkulaufzeit

Zudem bleibt das Macbook Pro 16 gerade bei leichter Last erstaunlich ausdauernd. Lassen wir durchgängig ein 4K-Youtube-Video bei 200 cd/m² laufen, sind 11:06 Stunden Laufzeit möglich. Arbeitet der M5 Max unter Volllast, etwa einem Cinebench-2026-Durchlauf, sinkt die Laufzeit allerdings schnell ab. In einem 80/20-Mix aus leichter und schwerer Last sind das aber immer noch 10:14 Stunden. Wenige Laptops dieser Größe erreichen ähnliche Ergebnisse.

Auch, wenn das SoC schnell und energieeffizient arbeitet, muss das Macbook Pro beträchtliche Abwärme aushalten können. Das Zweilüfter-Design wird unter Last stark hörbar, vor allem wenn wir die GPU in Games oder Anwendungen nutzen. Bei leichter Last bleibt das System allerdings komplett still. Die maximale Leistungsaufnahme erreicht das SoC in CPU-Benchmarks. Hier messen wir über das in MacOS integrierte Tool Powermetrics maximal 77 Watt. In Games verteilt sich diese Last auf GPU und CPU für maximal 70 Watt.

Apple hat die integrierte SSD mit der M5-Generation noch einmal verbessert. Schon das Macbook Air M5 konnte in etwa doppelt so hohe Transferraten erreichen. Beim Macbook Pro 16 messen wir 14.906 MByte/s im sequenziellen Lesen und 13.888 MByte/s im sequenziellen Schreiben über den Blackmagic Speed Test. Dabei sei angemerkt, dass Apple uns ein Testmuster mit 8 TByte Kapazität zur Verfügung gestellt hat.

Generell sollte gesagt werden: Auch, wenn das Macbook Pro im Vergleich zu vielen anderen Workstation-Laptops gut dasteht, handelt es sich um ein Gerät, das sich später in keiner Weise erweitern oder aufrüsten lässt: Sämtliche Komponenten sind fest verlötet. Die 128 GByte Videospeicher gibt es also nur für einen beträchtlichen Vorabbetrag, in diesem Fall 1.250 Euro im Vergleich zu 48 GByte RAM. Das ist gerade bei Workstations ein starker Nachteil.

Das Macbook Pro 16 bleibt insgesamt also eines der teuersten Laptops auf dem Markt. Dafür ist es auch eines der besten.


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