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Macbook für 700 Euro: Warum PC-Hersteller das Macbook Neo fürchten

Der Asus -CEO sieht das Macbook Neo als "Schock für die Industrie" . PC-Hersteller müssen antworten und am besten Apples Schwächen ausnutzen.
/ Oliver Nickel
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Schick und schlank: Das Macbook Neo sieht gar nicht aus wie ein Laptop für 700 Euro. (Bild: Oliver Nickel/Golem)
Schick und schlank: Das Macbook Neo sieht gar nicht aus wie ein Laptop für 700 Euro. Bild: Oliver Nickel/Golem
Inhalt
  1. Macbook für 700 Euro: Warum PC-Hersteller das Macbook Neo fürchten
  2. Die Schwächen des Macbook Neo ausnutzen

Apple hat mit dem Macbook Neo (Test) offenbar einige Hersteller zum Nachdenken gebracht. Die Frage ist: Wie sollen Unternehmen wie Acer, Asus, Lenovo und Co. mit ihren Produkten auf das 700-Euro-Notebook von Apple antworten?

"Apples Preispolitik war in der Vergangenheit stets hoch, daher ist die Veröffentlichung eines sehr budgetfreundlichen Produkts offensichtlich ein Schock für die gesamte Branche" , sagte der Asus-CEO S.Y. Hsu in einem ins Englische übersetzten Investoren-Call(öffnet im neuen Fenster) .

Laut Hsu wurden innerhalb der gesamten PC-Branche bereits Gespräche darüber geführt. "Im gesamten PC-Ökosystem gab es viele Diskussionen darüber, wie man mit diesem Produkt konkurrieren kann" , sagte er.

Tatsächlich könnte Apple mit dem Macbook Neo einen signifikanten Teil der jungen Zielgruppe erreichen. Das geht natürlich auf Kosten von PCs, die sich bisher im Preissegment unter 1.000 Euro vor Apple sicher fühlen konnten. Doch warum sehen selbst CEOs großer Unternehmen das so? Und wie lassen sich die Nachteile des Macbook Neo ausnutzen? Wir geben Denkanstöße.

Ein wichtiger Grund zur Sorge für PC-Hersteller ist zum einen der generelle Status, den Apple seit Jahren bei Kunden aufbaut. Ein Blick auf junge Erwachsene, Schüler und Studenten zeigt, dass sie iPhones und iPads gegenüber den Android-Pendants bevorzugen. In den USA ist dieser Trend noch deutlicher zu beobachten als in Deutschland.

Persönliche Erfahrungen zeigen auch, dass selbst Kinder im Alter von unter zehn Jahren Begriffe wie "iPad" und "iPhone" synonym für die komplette Produktkategorie der Tablets und Smartphones verwenden. Apple ist für viele im Tech-Bereich das, was Coca-Cola für die Softdrinkindustrie ist.

Die Marke spricht für sich

Die Markenkraft positioniert Apple nun in einem Preissegment, das genau diese markenaffinen Kundengruppen anspricht. Schüler und Studenten dürften das Macbook Neo sehen und sich darüber freuen, ein Macbook in ihrem Preisrahmen kaufen zu können.

Mit Blick auf die Alternativen fällt diese Entscheidung oft auch leicht: Im Bereich um 700 Euro bieten Unternehmen wie Asus, Acer, Lenovo, HP, Dell und Co. auf den ersten Blick weit weniger attraktive Laptops an. Hier sammeln sich typische Standardgeräte mit 15,6-Zoll- oder 14-Zoll-Full-HD-Panel.

Gehäuse fallen meist größer aus und wurden weniger hochwertig verarbeitet. Im Gegensatz zu Apple baute sich die Marke Acer beispielsweise zudem einen eher negativen Ruf als "Billigmarke" auf – auch, wenn dies bei vielen Acer-Notebooks nicht unbedingt stimmen muss.

Macbook Neo überzeugt auch in der Praxis

Unabhängig von gefühlter Qualität oder dem Ruf der Marke hat sich das Macbook Neo im Golem-Test als wirklich gutes Gerät für leichte Office-Arbeiten herausgestellt. Vor allem muss es sich im Hinblick auf Verarbeitungsqualität nicht einmal vor wesentlich teureren Macs wie dem Macbook Air verstecken.

Der A18-Pro-Chip, der wie der M5 auf Apple Silicon basiert, ist zudem mit allen Mac-Anwendungen kompatibel und arbeitet sehr energieeffizient und ohne aktive Luftkühlung. Das sorgt für sehr gute Akkulaufzeiten bei ausreichend guter Leistung in den meisten Anwendungen.

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Und dann wäre da noch Windows 11, das als Konkurrenz zu MacOS auf den meisten Geräten im 700-Euro-Bereich installiert wird. Microsoft baute sich durch die Integration von KI-Assistenten, Werbung innerhalb des Betriebssystems und den Kontozwang nicht unbedingt einen guten Ruf auf. Einige Menschen sehen das Betriebssystem aktuell eher als Nachteil an.

Apple-Konkurrenten haben zudem den generellen Nachteil, dass sie Lizenzkosten für Windows 11 auf ihre Kaufpreise aufrechnen müssen. Da Apple Hardware und Software inhouse entwickelt, kann ein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket zu einem kompetitiven Preis angeboten werden.

Das Macbook Neo bietet aber auch genügend Angriffsfläche, die dem Wettbewerb gute Chancen auf eine Antwort gibt.


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