Die Schwächen des Macbook Neo ausnutzen
Dem Macbook Neo mit Apple-Branding entgegenzutreten, wird bei einer markenbewussten jungen Zielgruppe sicher nicht einfach. Allerdings können die Schwächen des Notebooks ein Vorteil für den Wettbewerb sein.
Da wäre zum einen die schwache Anschlussvielfalt. Nicht nur hat das Macbook Neo lediglich zwei USB-C-Buchsen vorzuweisen. Auch lässt sich nur ein externer Bildschirm daran anschließen.
In Schulen und Unis wird zudem gern ältere Technik für Präsentationen benutzt, die sich auch per HDMI ansteuern lässt. HDMI-Anschlüsse sollten bei jedem konkurrenzfähigen Produkt dabei sein, was auch schon oft der Fall ist. Kommen dazu noch ein paar USB-A-Ports für USB-Sticks, ist das schon ein ausgezeichnetes Gegenargument für Kunden, die eher praktisch und nicht in Marken denken.
Ebenfalls wichtig: Der Fokus sollte auf einem möglichst mobil einsetzbaren Gerät liegen. Das bedeutet zum Neo vergleichbare Akkulaufzeiten von mindestens zehn Stunden, ein Display mit maximal 13 Zoll Diagonale und eine sehr gute Kombination aus Tastatur und Trackpad. Bei den meisten dieser Punkte sind Windows-Konkurrenten oft schlechter aufgestellt, beispielsweise, weil sie aus Spargründen einen älteren x86-Chip nutzen oder das gleiche, für den Zweck unoptimierte Gehäuse seit Jahren unverändert weiterverwenden.
Natürlich ist es auch ein solides Argument, Macbook-Neo-Alternativen mit mindestens 16 GByte RAM auszustatten. Diese Vorgabe machte Microsoft bereits vor einigen Jahren, als der Konzern die Kategorie der Copilot+-PCs einführte.
Bei der aktuellen Marktlage und den hohen RAM-Preisen ist es natürlich schwierig, 16 GByte oder mehr für 700 Euro zu verbauen. Ein Windows-Laptop mit 8 GByte RAM ist allerdings eher unattraktiv. Ist der RAM aber wenigstens austauschbar, könnte das einige technikaffine junge Menschen anlocken.
Eine der größten Schwächen des Macbook Neo ist die GPU-Leistung. Vor allem für Games ist es eher ungeeignet. Intel und AMD haben hier bereits gezeigt, dass neue x86-Prozessoren mit leistungsfähigen integrierten Grafikeinheiten gut für die meisten Spiele geeignet sind. Und da Gaming-Performance gerade bei einer jungen Zielgruppe ein nicht zu unterschätzender Kaufgrund ist, ließe sich hier ein gutes Argument gegen Apple und für ein Windows-Gerät finden.
Es braucht ein Surface für 700 Euro
Es braucht aber auch einen Laptop, der in Bezug auf Verarbeitungsqualität mit einem Macbook Neo mithalten kann. Am besten sollte dahinter eine Marke stehen, die ähnlich wie Apple einen gewissen Ruf hat. Microsoft selbst könnte hier Vorreiter sein. Schließlich hat das Unternehmen mit günstigen Geräten wie dem Surface Laptop Go (Test) bereits gezeigt, wie gut ein Notebook für unter 800 Euro sein kann.
Wir würden deshalb einen neuen Surface Laptop erwarten, der genug Anschlüsse, ein helles Display und die gewohnt sehr hohe Verarbeitungsqualität teurerer Surface-Geräte in ein kompaktes 13-Zoll-Chassis packt und für 700 Euro zu haben ist. Microsoft-Partner und PC-Hersteller könnten sich dann an dieses Design richten und ihre eigenen Alternativen auf den Markt bringen.
Auch Qualcomm muss als aktuell einziger ernst zu nehmender Apple-Silicon-Konkurrent Snapdragon-Chips liefern, die wie ein A18 Pro passiv gekühlt arbeiten und dabei eine gute GPU-Leistung erbringen. Bisher sind die Snapdragon-X-CPUs nicht ganz auf Augenhöhe mit Apple Silicon oder selbst x86-Chips von Intel und AMD.
Einfach wird ein solches Vorhaben sicher nicht. Es ist aber unseres Erachtens notwendig, wenn PC-Hersteller Apple nicht den Großteil des Marktes überlassen wollen.
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