Macbook Air und Co.: Verlötete SSDs sind eine dumme Idee

Immer mehr Hersteller verlöten Komponenten in Notebooks. Trotzdem schreiben sie sich Nachhaltigkeit auf die Fahne - welch Ironie.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Was passiert mit defekten SSDs, die verlötet sind? Natürlich muss das ganze Mainboard in den Müll!
Was passiert mit defekten SSDs, die verlötet sind? Natürlich muss das ganze Mainboard in den Müll! (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass SSDs in M1-Macbooks schneller verschleißen. Allerdings kommt mir dabei ein Gedanke: Was passiert, sollte die SSD tatsächlich ausfallen und nicht ersetzt werden können? Im Falle eines Macbook Air M1 würde das einen kompletten Austausch des Mainboards bedeuten, was den riesigen Berg an Elektroschrott wachsen und Ersparnisse schneller schrumpfen lässt. Verlötete SSDs und generell fest verbaute Komponenten sind daher eine wirklich dumme Idee.

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Der Massenspeicher - bestehend aus den Flash-Zellen und einem Speichercontroller - gehört zu den am stärksten beanspruchten Komponenten in einem modernen Computer und weist gleich zwei Bestandteile auf, die ausfallen können. Ständig liest und schreibt das Betriebssystem oder eine geöffnete Applikation Daten, die von der SSD bereitgestellt werden müssen. Daher ist damit zu rechnen, dass nach einigen Jahren Defekte auftreten und - im Falle des Macbook Air M1 - das komplette Notebook ersetzt werden muss.

Es ist schon ironisch, dass sich etwa ein Unternehmen wie Apple damit rühmt, möglichst umweltfreundlich zu sein. Bis 2030 will der Konzern etwa auch in der Versorgungskette komplett CO2-neutral arbeiten. Das bedeutet auch, auf erneuerbare Energien und ein nachhaltiges Produktdesign zu setzen.

Umwelt gegen Elektroschrott

Der Plan ist ambitioniert und löblich, widerspricht allerdings der Praxis, möglichst geschlossene Systeme ohne irgendeine Form von Austauschbarkeit anzubieten. Die Gründe dafür werden nicht genannt, sind aber eigentlich offensichtlich.

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Es ist auf jeden Fall günstiger, Mainboards direkt mit allen Komponenten auszustatten und so Arbeitsschritte wie das Einschrauben von SSDs einzusparen. Außerdem sind Kunden vor dem Kauf eher verleitet, größere SSDs für teils absurde Aufpreise zu kaufen. Eine Aufrüstung ist nach dem Kauf schließlich nicht mehr möglich.

Doch wo landet ein erst einmal defektes Mainboard, wenn die SSD oder der RAM versagen? In Recyclinganlagen werden daraus etwa Edelmetalle extrahiert und zu Kupferplatten gegossen. Das ist allerdings nicht vollständig möglich und es bleiben viele Teile ungenutzt.

Ein Problem ist auch, dass Elektroschrott in Deutschland oftmals nicht einmal beim Wertstoffhof ankommt, sondern direkt im Müll landet. Das ist freilich nicht Schuld der Hersteller, sondern ein Problem der Bürger, die Müll teils nicht richtig trennen. Oftmals ist es aber auch umständlich, Wertstoffhöfe aufzusuchen, die zudem nicht immer in der Nähe sind. Entsprechend unmotiviert wird getrennt.

Reparierbarkeit muss auch auf Notebooks zutreffen

Die EU will 2021 eine gewisse Reparierbarkeit für Elektrogeräte ab dem Jahr 2021 verpflichtend machen. Das gilt allerdings zunächst nur für Weiße Ware und Küchenutensilien. Eine solche Pflicht wäre auch im Elektronikbereich sinnvoll. Denn das Problem an Hardware ist, dass sich diese seit vielen Jahren kaum von Hand reparieren lässt. Dafür sind auf PCBs angebrachte Komponenten zu klein und feinteilig.

Ich würde es daher begrüßen, wenn Hersteller vom Trend der integrierten Komponenten abkämen. Das betrifft nicht nur Apple, obwohl Macbooks zu den wenigen Geräten mit verlöteter SSD gehören. Auch andere Unternehmen wie Microsoft, Dell, HP und Lenovo verbauen immer häufiger fest verlöteten Arbeitsspeicher oder verkleben Gehäuse.

Neues Apple MacBook Air mit Apple M1 Chip (13", 8 GB RAM, 256 GB SSD) - Silber (Neustes Modell)

Im Fall von Microsoft ist es teils sogar nicht einmal möglich, ohne Weiteres an Komponenten zu gelangen - zumindest nicht, ohne Schäden am Gerät zu hinterlassen. Dabei wurden einige dieser Konzerne im Business-to-Business-Bereich für ihre aufrüstbaren Geräte früher oft positiv hervorgehoben.

Dass es möglich ist, Produkte möglichst modular zu bauen, zeigen etwa japanische Unternehmen wie Fujitsu und Dynabook. Komponenten wie Display, SSD, RAM und Akku sind in Notebooks oft geschraubt und gesteckt. Eine einfache Reparatur ist hier ohne Weiteres möglich.

Es wäre schön, wenn sich andere Unternehmen davon etwas abschauen würden. Die IT-Welt und die Umwelt würden da sicher zustimmen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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gelöscht 02. Mär 2021

Schraub es mal auf und schau dir mal an wie klein das SOC ist - die hatten halt noch alte...

Eierspeise 27. Feb 2021

4 Jahre und 3 Monate, hat mal jemand ausgerechnet. https://www.zdnet.com/article/iphone...

rubberduck09 27. Feb 2021

Nur weil DU das noch nicht erlebt hast ist das noch lange nicht wahr. Ich hab schon...

Profi_in_allem 27. Feb 2021

Öhm, die Verwertung hast du auch wenn man das Ding als Elektroschrott beim Wertstoffhof...



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