Macbook Air 15 im Test: Das Macbook mit der längsten Akkulaufzeit

Was passiert, wenn wir ein Macbook Air M2 (Test) nehmen und es einfach nur etwas größer machen? Nun: Wir erhalten ein etwas größeres Macbook Air mit mehr Platz auf dem Display. Genau das liefert Apple mit dem neuen Macbook Air 15. Aber warum sollten wir uns ein Notebook kaufen, das mit dem bewährten Macbook Air technisch fast identisch ist und mehr Geld kostet? Wir finden: In gewissen Situationen lohnt sich das größere 15,3-Zoll-Panel sehr. Außerdem gibt es ein paar – eher versteckte – Vorteile.
Allerdings hat Apple auch ein paar Nachteile des 13-Zoll-Modells übernommen, die wir bei dem 15-Zoll-Gerät ebenfalls merken. Hier fällt uns vor allem die Anschlussauswahl auf. Auch beim großen Air können wir auf maximal zwei Thunderbolt-Ports (USB-C) und den vom kleineren Modell bekannten Magsafe-Ladeanschluss zugreifen. An der rechten Seite ist zudem eine 3,5-mm-Klinke vorhanden. Das Gerät wird gerade im stationären Einsatz also nicht um eine Dockingstation oder einen Adapter herumkommen.
| SoC | Apple M2 (ARM 64, 8C @ 15-22 Watt) |
|---|---|
| GPU | integriert (10 Cores) |
| Display | 15,3" (38,9 cm) IPS-Panel (2.880 x 1.864 Pixel, 60 Hz, ~ 503 cd/m², 98 % DCI-P3) |
| RAM | 16 GByte LPDDR5 (integriert) |
| Massenspeicher | Apple SSD AP1024Z (1 TByte, integriert) |
| Anschlüsse | 2x USB-C (USB 4, Thunderbolt 3), 1x Magsafe, 1x 3,5-mm-Klinke |
| Maße | 340 x 238 x 11,5 mm, 1,51 kg |
| Akku | Modul A2797 mit 65,5 Wh (20 Stunden Videowiedergabe bei 200 cd/m²) |
| Preis (Testmuster) | 2.290 Euro |
Die größere Fläche des Macbook Air 15 wird zudem nicht ganz ausgenutzt – es wirkt deswegen ungewöhnlich leer. Die Tastatur wurde direkt vom 13-Zoll-Modell übernommen – auch die halbhohen Pfeiltasten und die etwas dünnere Return-Taste. An den Seiten sehen wir also viel ungenutztes Aluminium, da Apple auch auf gelochte Flächen für die Lautsprecher verzichtet. Die gibt es nur beim Macbook Pro (Test) .
Das Trackpad ist noch riesiger
Zumindest hat Apple die Gelegenheit genutzt und dem Air 15 ein noch größeres Trackpad spendiert. Das misst 14,7 x 9,3 cm und bietet die gewohnt sehr gute Haptik inklusive Force Touch. Seitlich des Trackpads sind sehr große leere Metallflächen, auf die wir beim Tippen komfortabel unsere Hände legen können. Die Verarbeitungsqualität des rundum aus Aluminium gefertigten Chassis ist erwartungsgemäß exzellent.


















Trotz Metallgehäuse ist das Macbook Air 15 für ein 15-Zoll-Notebook sehr leicht und dünn. Es misst 23,8 x 34 x 1,15 cm und wiegt 1,51 kg. Es ist damit leichter als die Macbook-Pro-Versionen in 14 und 16 Zoll. Das liegt unter anderem an der hier verbauten Hardware. Im Macbook Air 15 arbeitet der gleiche M2-Chip (Test) , der schon beim 13-Zoll-Modell verwendet wird. Er ist passiv gekühlt und benötigt keine zusätzlichen Lüfter.
Ein lüfterloses Design sehen wir im 15-Zoll-Bereich so gut wie nie. Hier hat Apple definitiv ein Alleinstellungsmerkmal. Zusätzlich dazu hat das Unternehmen ein exzellentes Panel verbaut. Die angegebene Retina-Auflösung wurde dabei noch einmal erhöht, um die angestrebten 224 Pixel pro Zoll zu erreichen. Auf 15,3 Zoll stellt das Air 2.880 x 1.864 Pixel dar.


















Auffällig ist wieder das Notch-Design. Dadurch wird ein Teil des Desktop-Platzes unbenutzbar, was in seltenen Fällen stören kann. Durch die Notch erkennen Außenstehende aber stets auch von vorn gesehen, dass es sich bei dem Gerät um ein Macbook handelt. Diese Designstrategie scheint von Apple gewollt zu sein – als Marke, die oft als Statussymbol gesehen wird. Wir hätten stattdessen lieber mehr Desktop-Platz, aber das Notch-Design wird nicht so schnell verschwinden.
Helles und farbgenaues Panel
Das Display hat nicht nur eine sehr hohe Auflösung mit 60 Hz. Es leuchtet auch sehr hell und farbgenau. Wir messen maximal 530 cd/m² und eine durchschnittliche Helligkeit (gemessen aus neun Zonen) von 503 cd/m². Außerdem werden 98 Prozent des DCI-P3-Farbraumes und 95,3 Prozent des Adobe-RGB-Farbraumes abgedeckt.


















Wie schon das kleinere Macbook Air eignet sich also auch die große Variante für Bildbearbeitung oder andere Tätigkeiten, bei denen farbgenaue Wiedergabe wichtig ist. Nur leuchtet das Air 15 mit 530 cd/m² noch einmal etwas heller.
Da Apple das gleiche SoC verbaut, erwarten wir auch hier ähnliche Werte. Dafür überrascht das Macbook Air 15 bei einem anderen Punkt: der Akkulaufzeit.
Gute Leistung des M2, enorm lange Akkulaufzeit
Um das Macbook Air M2 und das Air 15 miteinander zu vergleichen, haben wir das neue Notebook unter gleichen Bedingungen getestet. Wir erwarten annähernd identische Ergebnisse, die uns schon beim kleineren Modell überzeugt haben.
Wir werden nicht enttäuscht: Im Benchmark Cinebench R23 erreicht das Air 15 noch einmal etwas höhere Werte. Wir messen 8.208 Punkte – etwa acht Prozent mehr als die 7.596 Punkte des Air M2. Apple schafft es also, noch einmal mehr aus dem Chip herauszuholen. Hier hilft sicher auch das größere und deshalb thermisch effizientere Chassis.
Wie schon im Air M2 wird der Chip auch im Air 15 trotzdem sehr heiß. Die Maximaltemperaturen unter Volllast liegen bei 108 °C. Durch die passive Kühlung hören wir das Notebook zu keiner Zeit, selbst wenn es zehn Minuten lang Bilder rendert. Trotzdem würden wir das System nicht dauerhaft voll belasten. Die Temperaturen könnten nach einer Weile schädlich für die Hardware sein. Denn selbst nach vielen Minuten hält sie sich bei 105 °C.
| Modell | Macbook Air 15 (Apple M2) | Macbook Air (Apple M2) | Macbook Pro 13 (Apple M2) |
| Cinebench R23 | 8.208 cb | 7.695 cb | 8.723 cb |
| Shadow of the Tomb Raider (1.200p, High Details) | 33 fps | 32 fps | 32 fps |
| Helligkeit | 503 cd/m² | 483 cd/m² | 478 cd/m² |
| Farbabdeckung | 98% DCI-P3 | 97,2% DCI-P3 | - |
| SSD-Test (lesen/schreiben) | 3.090/3.201 MByte/s | 3.449/2.577 MByte/s | 3.186/3.101 MByte/s |
| Akkulaufzeit | 20 Stunden | 10 Stunden | 15 Stunden |
| Maße | 340 x 238 x 11,5 mm @ 1,51 kg | 304 x 215 x 11,3 mm @ 1,24 kg | 304 x 212 x 16 mm @ 1,4 kg |
| Merkmale | lüfterloses Design, Magsafe-Anschluss, höhere Auflösung mit Notch, nur zwei Thunderbolt-Ports, Großer Akku mit 66,5 Wh, leicht und schlank (für 15 Zoll) | lüfterloses Design, Magsafe-Anschluss, höhere Auflösung mit Notch, neues kompaktes Gehäuse | Touchbar, schneller unter Last, aktive Kühlung, älteres Design ohne Notch |
| Startpreis | 1.600 Euro | 1.300 Euro | 1.600 Euro |
In Games liefert das SoC ebenfalls gute Werte. Dazu lassen wir Shadow of the Tomb Raider in 1.920 x 1.200 Pixeln bei hohen Grafikdetails laufen. Wie erwartet, erreichen wir hier 33 fps, praktisch identisch mit den 32 fps des Macbook Air M2. Kein Wunder: Neben dem identischen M2-Chip ist auch die gleiche 10-Core-GPU integriert, die auf die gleichen 16 GByte LPDDR5-RAM zugreifen kann.


















Das SoC benötigt unter Last maximal 22 Watt, was unseren Messwerten bei der kleineren Version entspricht. Zusammenfassend können wir von beiden Geräten also eine sehr ähnliche Leistung erwarten.
Wer braucht schon eine Steckdose?
Unerwartet hoch ist die Akkulaufzeit des 15-Zoll-Modells. Wir messen satte 20 Stunden im Netflix-Dauerlauf. Dabei haben wir die Serie Altered Carbon in 4K und bei 200 cd/m² laufen lassen. Da das SoC dadurch wenig belastet wird, erreicht das Notebook enorm lange Laufzeiten. Unter Arbeitslast könnte der Wert etwas geringer ausfallen – je nachdem, welche Arbeiten wir auf dem Gerät machen.
Schauen wir in das Gerät hinein, können wir auch nachvollziehen, warum das Macbook Air 15 quasi die doppelte Akkulaufzeit im Vergleich zum Air 13 aufweisen kann. Hier ist das Akkumodul A2797 verbaut, das auch beim Macbook Pro 16 Zoll Verwendung findet. Allerdings werden ein paar Akku-Module eingespart, so dass er auf 65,5 statt auf fast 100 Wattstunden kommt. Er ist dennoch ziemlich groß und entsprechend ausdauernd. Kombiniert mit dem energieeffizienten SoC erreicht Apple mit dem Macbook Air 15 Höchstwerte, die wir selten sehen.
Gute Werte liefert auch die integrierte SSD. Hatten wir beim Macbook Air 13 noch ein 512-GByte-Modell der Apple SSD AP512Z getestet, haben wir hier ein Modell mit 1.024 GByte Kapazität (Apple SSD AP1024Z) bekommen. Sie liefert auch bessere Lese- und Schreibwerte von 3.090 MByte/s (Lesen) und 3.201 MByte/s (Schreiben). Wollen wir also etwas mehr Transferraten erhalten, ist ein Macbook mit mehr als 512 GByte SSD-Speicher ratsam. Generell sind die Leistungswerte aber sowieso gut genug.


















Das größere Gehäuse bietet auch genug Platz für einen besseren Sound im Vergleich zum 13-Zoll-Modell. Durch den größeren Resonanzkörper ist das Notebook vor allem lauter. Höhen und Mitteltöne werden gut wiedergegeben, während tiefe Frequenzen, Bässe und Beats nicht gut durchkommen. Der Schall wird mangels perforierter Lautsprecheroberfläche nach hinten am Display ausgegeben. Das Resultat klingt gut, auch wenn ein Macbook Pro hier besser abschneidet.
Alles in allem liefert Apple erneut ein exzellentes Notebook. Und wer hätte gedacht, dass wir mal ein 15-Zoll-Notebook der kompakteren Version vorziehen würden? Das Air 15 hat es geschafft.
Macbook Air 15: Verfügbarkeit und Fazit
Das Macbook Air M2 15 kann im Apple-Onlinestore(öffnet im neuen Fenster) bestellt werden. Der Startpreis liegt bei 1.600 Euro für das System mit 8 GByte RAM und 256-GByte-SSD. Dabei wird die 10-Core-GPU bereits mitgeliefert. Es gibt auch keine Version mit 8-Core-GPU, wie es noch beim 13-Zoll-Modell der Fall ist. Das Upgrade auf 16 GByte Arbeitsspeicher kostet 230 Euro, 24 GByte RAM liegen bei 460 Euro.
Die SSD kann für 230 Euro auf 512 GByte und für 460 Euro auf 1 TByte aufgerüstet werden. Unser Testmuster mit 16 GByte RAM und 1-TByte-SSD kostet also 2.300 Euro. Günstig ist das Macbook Air 15 also nicht – wie schon andere Geräte des Herstellers. Es kostet 300 Euro mehr als das 13-Zoll-Gerät ab 1.300 Euro.
Fazit
Das Macbook Air 15 ist ein Macbook durch und durch. Es überzeugt durch ein exzellentes Display mit mehr als 500 cd/m² Helligkeit und sehr guter Farbgenauigkeit und das bekannte Design. Obwohl die dazugehörige Notch sicher Geschmackssache ist, bleibt die Verarbeitungsqualität klar auf hohem Niveau.
Für ein 15-Zoll-Gerät ist das Air 15 kompakt und leicht. Außerdem finden wir bei kaum einem anderen Notebook außerhalb der Mac-Welt ein größeres Trackpad. Die Arbeit auf dem Gerät macht zusammen mit der guten Scissor-Tastatur entsprechend viel Spaß. Einzig die wenigen Anschlüsse müssen wir weiterhin als Negativpunkt hervorheben. Wir bekommen zwar ein größeres Gerät, aber keine größere Anschlussvielfalt.


















Die Leistung ist mit dem Macbook Air M2 annähernd vergleichbar. Das 15-Zoll-Modell wird durch das größere Gehäuse etwas effizienter gekühlt. Unter Dauerlast kann die CPU deshalb etwa 8 Prozent schneller arbeiten. In Games und Medienanwendungen können wir zum 13-Zoll-Modell identische Werte erwarten.
Den zusätzlichen Platz im Chassis nutzt Apple für einen wesentlich größeren Akku. Genauer gesagt steckt hier ein 65,5-Wattstunden-Akku drin. Im Laufzeittest hält das Air 15 entsprechend lange durch: 20 Stunden Videowiedergabe sind locker drin.


















Haben wir also das nötige Geld für das größere Macbook Air, würden wir definitiv zum 15-Zoll-Modell greifen. Es ist fast genauso portabel, ebenso leistungsfähig und hält doppelt so lange ohne Steckdose durch – das perfekte Notebook für unterwegs eben.



