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M1 Ultra und Asahi Linux: Mit Linux und Leistung zum ARM-Entwicklungsmonster++

Der Linux-Port auf Apple Silicon beweist, dass ARM die Zukunft der Entwicklung gehört. Und Apple zeigt mit dem M1 Ultra, was damit noch möglich ist.

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Wir haben auf dem Mac Studio versucht, das aktuelle Android Studio und die JRE aus dem nativen OpenJDK 17 zu verwenden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Ein Jahr ist es her, dass wir uns Apples ARM-CPU M1 erstmals angesehen haben, und unser Eindruck war, dass ARM trotz vieler Schwächen der damals recht neuen Plattform die Zukunft der Softwareentwicklung gehören könnte.

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Mit der Verfügbarkeit von Asahi Linux, einem nativen Port von Linux auf Apple Silicon, sowie mit dem M1 Ultra im Mac Studio wird es höchste Zeit für eine erneute Bestandsaufnahme unserer damaligen Einschätzung.

Der erste, zugegeben rudimentäre Eindruck von Asahi Linux sowie die schiere Leistung das Mac Studio mit dem M1 Ultra bestärkt uns noch mehr darin, dass es in den kommenden Jahren einen spannenden Kampf zwischen x86- und ARM-Chips um die Vorherrschaft im CPU-Markt für leistungsstarke Workstations geben wird. Das liegt nicht nur an der bloßen Leistung der Apple-CPUs, sondern vor allem daran, was damit möglich ist.

Asahi als Referenz-Linux für Apple Silicon

Schon Ende 2020 und damit nur wenige Monate nach der ersten öffentlichen Vorstellung von Apples M1-CPU begann der für beeindruckende Hacks und seine Portierungsarbeiten bekannte Linux-Entwickler Hector Martin mit einem Linux-Port auf die neue Apple-Plattform. Inzwischen finanzieren mehr als 1.000 Menschen Martins Arbeit per Crowdfunding, so dass er in Vollzeit an dem Projekt arbeiten kann. Inzwischen wirkt auch eine Community an der Portierung mit.

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Dass Martin so schnell so viele Menschen für eine Finanzierung der Portierung gewinnen konnte, dürfte vor allem zwei Gründe haben: Erstens sind Mac-Nutzer es aus der x86-Produktserie gewohnt, alternative Betriebssysteme nativ auf ihren Geräten verwenden zu können. Zweitens bietet Apple als erster Hersteller abseits von Nischensystemen auf Basis von Server-Hardware sehr leistungsfähige Rechner mit ARM-CPUs, die tatsächlich als Entwickler-Workstations in Betracht kommen.

Vor allem die bisher als Linux-Rechner verfügbaren ARM-Geräte sind meist im niedrigen Preissegment angesiedelt und damit zwar ein interessantes Spielzeug oder eine leichte Office-Maschine, aber oft eben nicht mehr. Mit hochgezüchteten x86-Geräten konnten die ARM-Geräte bisher nicht mithalten. Apple ändert das nun im wirklich großen Stil und Asahi bietet all jenen eine gewohnte Umgebung, die endlich einen Linux-Desktop-Rechner mit ARM zum Entwickeln wollen.

Das Asahi-Projekt sieht sich selbst als Referenzdistribution für Ports von Linux-Systemen auf die Apple Macs mit ARM-Chip alias Apple Silicon. Seit wenigen Wochen ist eine erste Alpha-Version der Distribution verfügbar, die sich laut Ankündigung an Entwickler und Poweruser richtet.

Die an dem Asahi-Projekt beteiligten Entwickler verwenden dabei viel Energie auf eine sehr ausführliche Dokumentation möglicher Probleme und Abläufe ebenso wie auf zahlreiche Warnungen vor der Nutzung. Denn falls etwas schiefgeht, ist der Mac im schlimmsten Fall gebrickt. Wir konnten Asahi Linux aber zum Arbeiten nutzen.

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