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M1 Ultra: Apples ARM-Prozessoren sind auf Jahre konkurrenzlos

Apple hat so wenig Konkurrenz, dass statt eines M2-Chips einfach ein skalierter M1 gebracht wird. Kleine M1-SoCs werden sogar in Tablets verscherbelt.

Eine Analyse von und veröffentlicht am
Tim Cook dürfte sich über die schnellen Chips freuen. (Bild: Apple)

Mit dem Wechsel auf die selbst designten Chips in seinen Laptops und Desktop-Rechnern, die Apple selbst Apple Silicon nennt, macht sich der Hersteller offenbar nicht nur unabhängiger von seinem bisherigen CPU-Lieferanten Intel. Wie spätestens die Vorstellung des M1 Ultra zeigt, ist Apple mit seinen ARM-Designs den anderen CPU-Herstellern soweit überlegen, dass vergleichsweise kleine und vor allem auch erwartbare Skalierungsschritte die massive Arbeit der Konkurrenz fast schon nebenbei zerstören.

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Denn in dem M1 Ultra stecken immer noch die gleichen ARM-Kerne, die Apple bereits im Herbst 2020 vorgestellt hat. Und das vermeintlich eher unbedeutend wirkende Skalieren der eigentlichen Kerne in mehrere größere Ausbaustaufen war wohl von langer Hand durch Apple geplant - auf bisher gerade einmal 20 Kerne (16P + 4E). Ein Ende dieses Vorgehens ist vorerst nicht in Sicht.

So hat Apple bei der Vorstellung des Mac Studio mit M1 Ultra bereits angekündigt, dass dieser den alten Mac Pro als Geräteklasse nicht ersetzen soll. Hier seien weitere Geräte auf Basis des Apple Silicon geplant. Schon bei der Vorstellung des M1 hieß es, dass Apple plane, innerhalb von zwei Jahren sein gesamtes Rechner-Portfolio auf die M-Series umzustellen. Und bereits beim Test des kleinen M1 konnten wir uns die Performance des Apple Silicon gut im Bereich einer 28-kernigen Intel-CPU, eines Xeon W, vorstellen. Mit dem M1 Ultra liefert Apple nun genau das.

Weniger Leistungsaufnahme als 64-Kern-Threadripper

Erste Einschätzungen der Leistung des M1 Ultra reichen unter bestimmten Umständen gar an einen 64-Kern-Threadripper von AMD heran - bei einem geringeren Anschaffungspreis und weniger Leistungsaufnahme. Das muss natürlich erst durch unabhängige Benchmarks bestätigt werden. Doch schon Tests mit dem M1 Max haben in spezifischen Anwendungsszenarien gezeigt, dass die M-Serie mit 10 Kernen (8P + 2E) an die extrem skalierten AMD-CPUs heranreichen.

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M1M1 ProM1 MaxM1 Ultra
Fertigung5 nm TSMC 5 nm TSMC 5 nm TSMC 5 nm TSMC
Transistoren16 Mrd33,7 Mrd57 Mrd114 Mrd
Die-Sizeca 120 mm²ca 245 mm² *ca 475 mm² *ca 950 mm² *
CPU-Kerne4P + 4E 8P + 2E8P + 2E16P + 4E
L2-Caches12MB + 4MB24MB + 4MB24MB + 4MB48MB + 8MB
SL-Cache16MB24MB48MB96MB
GPU-Kerne8 @ 2,6 Teraflops16 @ 5,2 Teraflops32 @ 10,4 Teraflops64 @ 20,9 Teraflops
NPU-Kerne16 @ 11 Teraops16 @ 11 Teraops16 @ 11 Teraops32 @ 22 Teraops
Interface128 Bit256 Bit512 Bit1024 Bit
Bandbreite68 GByte/s205 GByte/s410 GByte/s820 GByte/s
SpeicherLPDDR4X-4266LPDDR5-6400LPDDR5-6400LPDDR5-6400
Kapazität16 GByte (2x8)32 GByte (2x16)64 GByte (4x16)128 GByte (8x16)
Power**bis zu 20 Watt(?)bis zu 90 Wattbis zu 140 Watt
Spezifikationen des M1 Apple Silicon * basierend auf Apples (verzerrten) Die-Shots ** gemessen

Es ist inzwischen naheliegend, dass 32 der M1-Performance-Kerne von Apple etwa in einem Dual-Socket-System auch die riesigen Server-Chips von Intel oder AMD deklassieren könnten. Und selbst bei ähnlicher Leistung benötigt Apple Silicon dabei nur einen Bruchteil der Energie der x86-Konkurrenz.

Video: Apple stellt Mac Studio vor (Herstellervideo) [11:57]

Faszinierend daran ist vor allem, dass Apple dies eben nicht durch eine Verbesserung der Mikroarchitektur in einem schnellen Halbjahrestakt gelingt, wie dies etwas gerade bei RISC-V geschieht. Der Hersteller skaliert einfach sein bestehendes Design immer größer. Das war auch das ursprüngliche Erfolgsrezept von AMD mit den Threadripper und Ryzen, das Intel unter Druck gesetzt hat.

  1. Größer, schneller, Apple-Server?
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