M-net: Umstieg zu FTTH schon wegen des geringen Stromverbrauchs

Die Migration von Kupfer zu Glasfaser werde schon allein wegen des niedrigen Stromverbrauchs vorangetrieben. Das sagte Hermann Rodler(öffnet im neuen Fenster) , Geschäftsführer Technik bei M-net, am 10. November 2022 beim Gigabit-Symposium in Berlin. "Wir haben gerade 50.000 Kunden von Kupfer auf Glas migriert und das nicht, weil es schöner ist. Es ist ganz einfach: 100 MBit/s über Vectoring kosten den 17-fachen Stromverbrauch im Vergleich zu FTTH und 100 MBit/s über Docsis kosten den 15-fachen Stromverbrauch von FTTH."
Der Ausbau rechne sich allein schon wegen des Stromverbrauchs ganz schnell. Der Strompreis sei so stark angestiegen, dass die Rechnung ganz einfach sei.
FTTH benötigt tatsächlich im laufenden Betrieb bis zu 2,6-mal weniger Strom als Glasfasernetze bis ins Gebäude (FTTB - Fiber to the Building), bis zu 3-mal weniger als kupferbasierte Vectoring-/Super-Vectoring-Netze (FTTC - Fiber To The Curb) und bis zu 6-mal weniger als TV-Kabelnetze mit Docsis 3.1. Dies bestätigte ein Gutachten von Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko), das am 5. Mai 2022 vorgestellt wurde. Allerdings sind die meisten Zugänge von M-net FTTB und nicht FTTH.
Vergleicht man den Stromverbrauch aller gigabitfähigen Technologien bei einem Gigabitanschluss (1 GBit/s), verbrauchen FTTH-Netze bis zu 3,6-mal weniger Strom als FTTB-Netze und bis zu 8-mal weniger Strom als Koaxialnetze.
Die Stadtwerke München verlegen passive Glasfaser in der Landeshauptstadt. M-net, der Netzbetreiber der Stadtwerke in großen bayerischen Metropolen, übernimmt dann den Betrieb und die Vermarktung an die Nutzer. Der gemeinsame Glasfaserausbau läuft bereits seit dem Jahr 2010. München ist damit eine der am besten mit Glasfaser ausgebauten Städte Deutschlands. Der Absage an den versprochenen Ausbau für die gesamte Stadt im März 2021 führte sofort zu Angeboten von Deutsche Glasfaser und der Deutschen Telekom, woraus Kooperationen entstanden.



