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M-net: Mehr Überbau bestehender Glasfasernetze als Telekom zugibt

Anga Com
M-net Chef Nelson Killius hat die Telekom für den Überbau kritisiert. So würden die Gigabitziele des Bundes sicher nicht erreicht.
/ Achim Sawall
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M-net Chef Nelson Killius (links) und Klaus Müller, Leiter Glasfaser der Telekom Deutschland, am 24. Mai 2023 in Köln (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
M-net Chef Nelson Killius (links) und Klaus Müller, Leiter Glasfaser der Telekom Deutschland, am 24. Mai 2023 in Köln Bild: Achim Sawall/Golem.de

Die Anzahl der neuen Glasfasernetze, welche die Telekom überbaut hat, ist höher als vom Konzern angegeben. Das sagte M-net Chef Nelson Killius am 24. Mai 2023 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln(öffnet im neuen Fenster) . "Laut dem WIK gibt es 96 konkrete Fälle, wo FTTH/B-Netze überbaut werden. Ich schätze, dass wir im Moment 800 bis 1.000 Bauvorhaben haben, also 10 bis 15 Prozent." WIK steht für Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste.

Telekom-Deutschlandchef Srini Gopalan hatte am Vortag erklärt, der Überbau bestehender FTTH-Netze der Konkurrenz durch die Telekom mache nur 1 bis 2 Prozent aus. "Wir überbauen im Wesentlichen unser eigenes Kupfernetz" , sagte Gopalan.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) errechnete sogar, es lägen "konkrete Beschreibungen von über 50 betroffenen alternativen Netzbetreibern vor" , die mehr als 200 im gesamten Bundesgebiet verteilte Fälle von Überbau belegten.

Telekom: Wir leisten am meisten

Dieses Gegeneinander sei volkswirtschaftlicher Irrsinn, betonte Killius. "Wir werden die Ausbauziele verfehlen, das kann ich Ihnen jetzt schriftlich geben" , sagte er zu den Folgen. Das Ziel der Bundesregierung ist, bis Ende 2025 50 Prozent der Haushalte und Unternehmen über Glasfaser an das Netz anzuschließen. Bis zum Jahr 2030 sollen alle Haushalte versorgt sein.

Klaus Müller, Leiter Glasfaser der Telekom Deutschland, hielt dagegen, dass der Konzern "den größten Beitrag dazu leistet, die Gigabitziele des Bundes zu erreichen. Aber Kooperation müssen für beide Partner ein Win:Win sein." Tatsächlich gibt die Telekom an, dass die Zahl der Haushalte, die einen reinen Glasfaseranschluss erhalten könnten, im April um 150.000 gestiegen sei und fast 6 Millionen betrage.


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