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Lytro Illum (auf der Photokina 2014): alle Lichtstrahlen in einem bestimmten Bereich der Welt
Lytro Illum (auf der Photokina 2014): alle Lichtstrahlen in einem bestimmten Bereich der Welt (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Lytro: Lichtfeldfotografie bildet die Tiefe der Welt ab

Lytro Illum (auf der Photokina 2014): alle Lichtstrahlen in einem bestimmten Bereich der Welt
Lytro Illum (auf der Photokina 2014): alle Lichtstrahlen in einem bestimmten Bereich der Welt (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Illum ist die zweite Kamera des kalifornischen Unternehmens Lytro und seit kurzem auch in Deutschland erhältlich. Golem.de hat sich auf der Photokina in Köln mit dem Erfinder Ren Ng getroffen, um sich die Lichtfeldfotografie der neuen Kamera erklären zu lassen.

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Das Bild auf dem Tablet zeigt eine Biene in einer Blüte: Wie bei einer Makroaufnahme üblich, verschwimmt der Hintergrund. Doch dann tippt Ren Ng, Gründer von Lytro, der das Foto gemacht hat, auf eine andere Stelle im Bild, und der Schärfepunkt verschiebt sich - plötzlich werden die Staubgefäße in der Mitte der Blüte scharf. Oder die Blütenblätter am Bildrand. Bewegt Ng das Tablet, verändert sich die Perspektive des Bildes - und vermittelt dem Betrachter eine Ahnung von dem Raum, in dem das Foto aufgenommen worden ist.

Living Picture heißt ein sich so veränderndes Bild, Lichtfeldfotografie die Aufnahmetechnik. Dabei werde nicht wie bei der konventionellen Fotografie ein zweidimensionaler Ausschnitt der Welt aufgenommen. "Die Kamera nimmt das ganze Lichtfeld auf, also alle Lichtstrahlen in einem bestimmten Bereich der Welt", sagt Ng.

Farbe, Intensität, Richtung

"Jeder Lichtstrahl, der in die Kamera hereinkommt und auf den Sensor trifft, nimmt eine andere Flugbahn durch die Kamera. Unser Sensor erfasst alle diese Daten und grenzt mit Hilfe eines bestimmten Algorithmus ab, welcher Teil von rechts und welcher von links kommt." Der Sensor erfasst also zusätzlich zur Farbe und Intensität die Richtung, aus der das Licht kommt.

  • Ren Ng präsentiert die Lytro Illum auf der Photokina 2014. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es ist die zweite Lichtfeldkamera, die das kalifornische Unternehmen entwickelt hat. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Eine solche Kamera erfasst mit einem speziellen Sensor unter anderem die Richtung, aus der Licht einfällt - das ermöglicht neuartige Bilder. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Sensor der Illum erfasst 40 Millionen Lichtstrahlen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Display der Kamera hat eine ähnliche Auflösung wie das eines Smartphones. Die Datenverarbeitung übernimmt ein Snapdragon 808. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Objektiv hat einen Brennweitenbereich von 30 bis 250 mm und wurde eigens für die Kamera entwickelt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es hat eine sehr kurze Naheinstellgrenze - auch Objekte ganz knapp vor der Linse werden scharf abgebildet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf dem Monitor sieht der Fotograf ein normales Sucherbild. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Funktion Depth Assist soll ihm bei der Komposition eines Bildes helfen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Lytros erste Lichtfeldkamera hat ein eher unkonventionelles Design. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Ren Ng präsentiert die Lytro Illum auf der Photokina 2014. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Um das zu ermöglichen, befindet sich auf dem Sensor eine Matrix von kleinen Linsen, die das Licht auf diese Weise auffangen. Entsprechend berechnet Lytro die Auflösung eines Sensors nicht in Bildpunkten, sondern in Lichtstrahlen, die der Sensor einfangen kann. Die erste Kamera von Lytro konnte 10 Millionen Lichtstrahlen einfangen, hatte also eine Auflösung von 10 Megaray. Der Nachfolger Illum erreicht das Vierfache, also 40 Megaray.

Computergrafik und Fotografie zusammenbringen

Die Grundlagen für eine Lichtfeldkamera hat Ng 2006 in seiner Dissertation an der Stanford Universität beschrieben. Die Idee dazu sei ihm an der Universität gekommen, als er über die Theorie des Lichtfelds gearbeitet habe - eine Funktion, die die Lichtmenge beschreibt, die an jedem Punkt des dreidimensionalen Raums in alle Richtungen fällt. Benötigt wird das unter anderem in der Computergrafik.

Gleichzeitig sei er ein begeisterter Fotograf und habe in den 1990er Jahren viele Bilder mit Digitalkameras aufgenommen, erzählt er. "Ich dachte, wenn ich die Computergrafik und die Fotografie zusammenbringen kann, dann könnten wir sehr viel bessere Daten sammeln, als das zu der Zeit mit den Digitalkameras möglich war und dass uns das komplett neue Fähigkeiten geben würde."

Das Ergebnis ist eine Kamera, die Lichtstrahlen einfängt, und eine Software, um diese Daten zu bearbeiten.

Bahnen von Lichtstrahlen berechnen 

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stoney0815 29. Sep 2014

Ist nur so ein gedanke, aber gerade in diesem Bereich wäre es ja äusserst interessant...

EQuatschBob 22. Sep 2014

Wenn ich mich recht entsinne, war bei der ersten Lytro das Fileformat proprietär und nur...

muhzilla 22. Sep 2014

Offenblende heißt, dass die Blende AUF ist. AUF ist die Blende bei KLEINER Blendenzahl...

violator 21. Sep 2014

Was ja nicht schlimm ist, bei ner richtigen Kamera seh ich auch keinen Unterschied ob...

körner 21. Sep 2014

Prinzipbedingt stimmt das nicht. Die Tiefenauflösung ist für jeden Megaray auf dem...



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