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Lytro Cinema: Lichtfeldfilmkamera soll das Kino verändern

Nach dem Rückzug aus dem Endkundengeschäft will sich Lytro auf Profis konzentrieren und eine Lichtfeldkamera für visuelle Effekte anbieten, mit der sich der Postproduktion neue Möglichkeiten bieten.
/ Andreas Donath
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Lytro Cinema nimmt das Lichtfeld um sich herum auf. (Bild: Lytro)
Lytro Cinema nimmt das Lichtfeld um sich herum auf. Bild: Lytro

Die Lytro Cinema Kamera(öffnet im neuen Fenster) ist für den VFX-Markt (visuelle Effekte) gedacht und soll 3D-Raumdaten mit bis zu 300 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die Kamera nimmt das Lichtfeld um sich herum auf. Das bedeutet, sie erfasst alle Lichtstrahlen, die in das Objektiv einfallen, samt Farbe, Intensität und Bewegung sowie die Richtung, aus der sie kommen.

Die aufgenommenen Szenen lassen sich ähnlich wie eine Rendering-Szene in einem 3D-Programm bearbeiten. Auch die Schärfeebene kann gewechselt werden. Außerdem ergeben sich interessante Möglichkeiten wie die nachträgliche Manipulation oder Extraktion der gefilmten Objekte. Jedes Objekt steht laut Lytro praktisch vor einem eigenen Greenscreen(öffnet im neuen Fenster) . Auch die Änderung der Bildwiederholrate und des Verschlusswinkels(öffnet im neuen Fenster) sind laut Herstellerwebsite(öffnet im neuen Fenster) im Nachhinein möglich, um Bewegungsunschärfen zu erzeugen. Das Bildmaterial soll sich in diversen Formaten wie Imax- und RealD, aber auch in traditionellen Kino- und Fernsehformaten exportieren lassen.

Auflösung von 755 RAW-Megapixeln

Lytro will mit dem Kamerasensor eine Dynamik von 16 Blendenstufen erreichen. Hinsichtlich der Auflösung gibt Lytro einen schwer vergleichbaren Wert an. Die Kamera soll 755 RAW Megapixel aufnehmen können. Damit ist nicht die Zahl der Bildpunkte auf dem Sensor gemeint, sondern die der eingefangenen Lichtstrahlen. Bei der Consumerkamera Lytro Illum wurde der Wert mit 40 Millionen Lichtstrahlen oder 40 Megaray angegeben. Inwieweit diese Werte vergleichbar seien, gab Lytro nicht an. Zumindest soll die Kamera bis zu 400 GByte Rohdaten pro Sekunde erzeugen. Wie diese genau gespeichert werden sollen, ist offen.

Mieten statt kaufen

Die Kamera hätte aber keine Chance, wenn ihre Daten sich nicht in Produktions- und Nachbearbeitungsprozesse einbinden ließen. Aus diesem Grund will Lytro für die gängigen Produkte Plugins bereitstellen.

Die Lytro Cinema soll ab dem dritten Quartal 2016 zur Miete angeboten werden, wobei auch ein Server zum Speichern enthalten ist. Was die Kamera bietet, soll ab 19. April 2016 präsentiert werden. Dann soll auf der National Association of Broadcasters (NAB) Conference in Las Vegas ein Kurzfilm gezeigt werden, bei dem unter anderem Oscar-Preisträger Robert Stromberg(öffnet im neuen Fenster) mitwirkte.

Im November 2015 hatte Lytro seine erste Lichtfeldkamera für Video und virtuelle Realität vorgestellt. Die Lytro Immerge ist eine 360-Grad-Lichtfeldkamera , die vollständig neu entwickelt wurde. Immerge hat die Form einer Kugel, die in fünf Segmente unterteilt ist. Die Kamera nimmt das gesamte Lichtfeld um sich herum auf.

Die Lytro Immerge(öffnet im neuen Fenster) soll einige Hunderttausend US-Dollar kosten, wie Wired im November 2015 berichtete. Aus dem Privatkundengeschäft hatte sich Lytro erst kürzlich verabschiedet.


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