LXD: Canonical entzieht Container-Projekt der Community

Das LXD-Projekt ist künftig nicht mehr Teil der Linux-Containers-Community. Was das für Nutzer wie Google mit ChromeOS heißt, ist noch unklar.

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LXD ist für Linux-System-Container gedacht.
LXD ist für Linux-System-Container gedacht. (Bild: Pixabay)

Der Linux-Distributor und Hauptsponsor von Ubuntu, Canonical, hat offiziell die vollständige Kontrolle über das LXD-Projekt übernommen, wie die Beteiligten ankündigen. Dazu heißt es: "Canonical, der Schöpfer und Hauptentwickler des LXD-Projekts, hat beschlossen, dass das Projekt nach über 8 Jahren als Teil der Linux-Containers-Community nun besser direkt unter den eigenen Projekten von Canonical aufgehoben ist."

Erstmals angekündigt hatte Canonical die Arbeiten an LXD Ende des Jahres 2014. Gedacht ist LXD als eine Art Hypervisor, der allerdings für Linux-System-Container sowie auch virtuelle Maschinen genutzt werden kann. Der Vergleich bezieht sich dabei aber lediglich auf die Funktionsweise aus Nutzersicht, denn ein Hypervisor im eigentlichen Sinne ist LXD nicht. Ziel ist es dabei, die Vorteile von Containern für eine "VM-ähnliche Erfahrung" bereitzustellen.

Laut der Ankündigung soll Canonical beziehungsweise das Ubuntu-Projekt sämtliche Ressourcen von LXD übernehmen. Dazu gehören der Code, Webseite, Forum, Dokumentation, der Youtube-Kanal oder auch die CI-Infrastruktur. Der restliche Teil des Linux-Container-Projekts soll weiter bei der Community verbleiben. Das betrifft vor allem LXC, LXCFS und Distrobuilder. Die Entwickler schreiben, dass der Wechsel relativ schnell stattfinden dürfte, da es sich um eng verzahnte Teilbereiche handele. Für Nutzer könnte dies etwas holprig werden, heißt es.

Der angekündigte Schritt erscheint etwas überraschend, wurde LXD doch zur Gründung explizit als Community-Projekt initiiert und nicht als Canonical-Produkt, obwohl Canonical immer Hauptentwickler war. Dass nun Canonical dennoch offiziell mehr Kontrolle über eines seiner Produkte erlangen möchte, erscheint aus wirtschaftlicher Perspektive des Unternehmens wohl nur folgerichtig. Welche Änderungen sich damit für Community-Nutzer ergeben, ist derzeit noch nicht absehbar. So wird LXD etwa als Teil der Linux-VMs und -Container in Googles ChromeOS genutzt. Diese Funktion ist in jedem Chromebook aktiviert, das seit 2019 auf den Markt kam.

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