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Luxusleben vorbei: Selbsternannter Crypto King geht pleite und wird verhaftet

Umgerechnet rund 28 Millionen Euro hat der Krypto -König eingesammelt, um sie angeblich für andere zu investieren. Tatsächlich gab er einen Großteil für seinen eigenen Luxus aus.
/ Marc Stöckel
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Der 25-jährige Crypto King aus Kanada wurde verhaftet. (Bild: Jack Taylor/Getty Images)
Der 25-jährige Crypto King aus Kanada wurde verhaftet. Bild: Jack Taylor/Getty Images

Der 25-jährige Aiden Pleterski aus der kanadischen Region Ontario, der sich selbst als "Crypto King" bezeichnet, ist am 14. Mai verhaftet und wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt worden. Wie CBC berichtet(öffnet im neuen Fenster) , gingen der Verhaftung insgesamt 18 Monate an Ermittlungsarbeiten voraus.

Es seien mehr als 40 gerichtliche Anordnungen ausgeführt und unzählige Befragungen durchgeführt worden, hieß es. Damit handle es sich um die "größte Betrugsermittlung" , die die Region jemals gesehen habe.

Einem BBC-Bericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge sammelte Pleterski rund 41,5 Millionen Kanadische Dollar (28 Millionen Euro) von Anlegern ein und versprach ihnen, diese gewinnbringend in Krypto- und Fremdwährungen zu investieren. Tatsächlich investierte er dem Bericht zufolge jedoch nur 1,6 Prozent des Geldes und gab den Rest aus – etwa für Luxusautos, Urlaube, Villen und Flüge mit Privatjets.

Luxus-Lifestyle auf Kosten der Anleger

Pleterskis Hang zu Kryptowährungen habe sich schon während der High School entwickelt, berichtete die BBC. Zunächst habe er sie nur für Käufe in Videospielen verwendet, später hätten Social-Media-Beiträge sein Interesse geweckt, in denen Krypto-Investoren Einblicke in ihren luxuriösen Lebensstil gewährt hätten.

Mit eigenen Investitionen habe Pleterski dann erstmals im Jahr 2020 begonnen. Anfangs habe er nur sein eigenes Geld sowie "ein paar Tausend Dollar" von Familienmitgliedern investiert. Später sammelte der Crypto King laut CBC Gelder weiterer Anleger ein und versprach ihnen hohe Gewinne. Außerdem habe er den Geldgebern versichert, dass das ursprünglich eingezahlte Geld "nicht verloren geht" .

Jedoch seien weder Pleterski noch sein ebenfalls verhafteter Partner Colin Murphy dazu befugt gewesen, mit Wertpapieren zu handeln oder eine Investmentberatung zu leisten. Dafür habe ihnen die erforderliche Registrierung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde gefehlt.

Geldgeber entführen ihren Krypto-König

Erste Probleme bekam Pleterski mit seiner Betrugsmasche im April 2022. Zunächst verklagten ihn einige Anleger und warfen ihm vor, ihr Geld veruntreut zu haben. Einige Monate später wurde ein Insolvenzverfahren gegen den Crypto King und sein Unternehmen eingeleitet, wodurch etwa 160 geschädigte Anleger bisher zusammen rund 3 Millionen Kanadische Dollar zurückerhielten.

Im Dezember 2022 wurde der 25-jährige laut BBC mitten in der Nacht von einigen seiner Geldgeber in der Innenstadt von Toronto entführt. "Es tut mir leid, wirklich, ich wollte nicht das Leben von irgendjemandem ruinieren" , habe Pleterski in einem während der Entführung aufgezeichneten Video erklärt, in dem er blutverschmiert und mit Prellungen zu sehen gewesen sei. Nach drei Tagen sei er wieder freigelassen worden. Allerdings hätten die Entführer ihm gedroht, er müsse ihr Geld schnell wieder auftreiben.

Im Fall einer Verurteilung drohen Pleterski laut BBC bis zu 14 Jahre Haft. Aktuell ist er aber wohl auf freiem Fuß. Seine Eltern hätten für ihn eine Kaution in Höhe von 100.000 Kanadische Dollar hinterlegt, so dass er noch am Tag seiner Verhaftung wieder freigelassen worden sei, hieß es bei CBC.


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