Lutsch/Olymp: Russischer Satellit droht im Weltall auseinanderzubrechen

Ein russischer Satellit, der einst zur Inspektion anderer Raumfahrzeuge verwendet wurde, scheint laut bodengestützten Bildern(öffnet im neuen Fenster) in einer Friedhofsumlaufbahn hoch über der Erde zerfallen zu sein.
Der Lutsch/Olymp-Satellit (Norad-Katalognummer 40258) ist einer von zwei geheimen russischen militärischen Satelliten, die eingesetzt wurden, um Raumfahrzeuge aus den USA und andere Satelliten auf ihrer geostationären Umlaufbahn (Geo) zu verfolgen – ähnlich wie beim kürzlich publik gewordenen Verfolgungsmanöver von einem US-amerikanischen und zwei chinesischen Satelliten . Der zweite russische Satellit befindet sich noch in Betrieb und wurde 2023 gestartet.
Außerdienststellung von Lutsch/Olymp
Der erste Lutsch/Olymp-Satellit wurde 2014 gestartet und führte seine Manöver in einer Höhe von ungefähr 35.786 km über dem Äquator bis zu seiner Außerdienststellung im Oktober 2025 durch. Wie es für ausrangierte Satelliten im Geo üblich ist, werden diese gegen Ende ihrer Betriebszeit in einen höheren Orbit manövriert, wobei auch ihre letzten Treibstoffreserven ins All entlassen werden.
Dies wird aus zwei Gründen gemacht: Dieser höherliegende Orbit, auch Friedhofsumlaufbahn genannt, dient dafür, dass nicht mehr manövrierfähige Satelliten nicht im Weg von aktiven Satelliten stehen. Das soll die Kollisionsgefahr verringern. Falls es in der Friedhofsumlaufbahn doch zu einem Zusammenstoß kommen sollte, ist das Risiko einer Explosion gering, da sich kein brennbarer Treibstoff mehr im Inneren des Raumfahrzeugs befindet.
Entdeckung einer Fragmentierung
Am 30. Januar 2026 entdeckten die bodengestützten optischen Systeme des Schweizer Raumfahrt-Situational-Awareness-Unternehmens s2A Systems wahrscheinlich ein Fragmentierungsereignis. Dieses soll sich um 6:09 Uhr (GMT) ereignet haben. Der Satellit soll zerfallen sein und zu taumeln beginnen, teilt das Unternehmen auf der Social-Media-Plattform X mit(öffnet im neuen Fenster) .
Dieses Ereignis könnte die Folge eines äußeren Trümmereinschlags sein. Interne Ursachen sollten durch das Ablassen des Treibstoffs und die Stilllegung der Batterien nicht infrage kommen. Wobei aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Raumfahrzeug auch allen Präventionsmaßnahmen getreu außer Betrieb genommen wurde.
Die genaue Ursache für den Vorfall ist bisher unklar. Falls es sich um den Zusammenstoß mit einem Trümmerteil handelt, könnten die geostationäre Umlaufbahn und der darüberliegende Friedhof weitaus schlimmer mit Weltraumschrott vermüllt sein, als bisher angenommen wird. Viele dieser Schrotteile sind viel zu klein, um sie zu erfassen und zu katalogisieren.