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Lunar Trailblazer & Odin: Zwei Raumsonden haben nach ihrem Start Probleme

Vier Missionen wurden von SpaceX ins Weltall befördert. Zwei davon funktionieren einwandfrei. Der Missionsverlauf der anderen beiden bleibt ungewiss.
/ Patrick Klapetz
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Illustrationen vom Lunar Trailblazer (l.) und Odin (r.) (Bild: Lockheed Martin Space, Astro Forge, golem.de)
Illustrationen vom Lunar Trailblazer (l.) und Odin (r.) Bild: Lockheed Martin Space, Astro Forge, golem.de

Zwei Raumfahrzeuge, die am 27. Februar 2025 gestartet sind, haben Kommunikationsprobleme(öffnet im neuen Fenster) . Die Mondorbiter Lunar Trailblazer und die Asteroidenmission Odin wurden mit einer Falcon-9-Trägerrakete von SpaceX ins All befördert. Die Verbindung zu beiden ist beeinträchtigt. 

Nur die beiden anderen Missionen an Bord der Rakete, die zweite Mondmission von Intuitive Machines und das Chimera Orbital Transfer Vehicle von Epic Aerospace(öffnet im neuen Fenster) , funktionieren bisher nach Plan.

Probleme mit Lunar Trailblazer

In einer ersten Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) etwa vier Stunden nach dem Start teilte die Nasa mit, dass der Lunar Trailblazer wie geplant hochgefahren sei.  In einer späteren Erklärung am späten 27. Februar erklärte die US-Raumfahrtbehörde(öffnet im neuen Fenster) jedoch, dass die Kommunikation mit der Raumsonde gegen 7:30 Uhr morgens (Ostküste) unterbrochen worden sei, also etwa 12 Stunden nach dem Start.

Einige Stunden später aktivierte die Sonde ihren Sender und das Missionsteam arbeitet seitdem daran, die Telemetrie und die Steuerung wiederherzustellen, um Probleme mit dem Energiesystem besser zu beurteilen und mögliche Lösungen zu entwickeln.

Am 2. März erhielt das Team Radardaten(öffnet im neuen Fenster) , die darauf hinweisen, dass sich die Sonde in einem Zustand niedriger Leistung langsam dreht. Falls sich das Raumfahrzeug so ausrichtet, dass die Solarzellen mehr Sonnenlicht abbekommen, kann auch die Leistung des Lunar Trailblazer erhöht werden.

Die Sonde befindet sich auf einer energiearmen Flugbahn zum Mond, die ursprünglich zwei Korrekturmanöver am 3. März und 8. Mai 2025 vorsah, bevor die Sonde am 7. Juli in die Mondumlaufbahn einschwenken soll. Wie es um das erste Manöver bestellt ist, das eigentlich vor zwei Tagen erfolgen sollte, ist nicht bekannt. Damit ist auch unklar, ob Lunar Trailblazer wie geplant in die Mondumlaufbahn einschwenken kann oder die Mission als gescheitert abgeschrieben werden muss. 

Kommunikationsprobleme auch bei Odin-Mission

Auch das private Raumfahrtunternehmen Astro Forge hat nach dem Start Probleme(öffnet im neuen Fenster) . Etwa 55 Minuten nach dem Start trennte sich seine Raumsonde Odin erfolgreich von der Oberstufe der Falcon 9, kurz darauf begannen die Kommunikationsprobleme. Die Polarisation der Antenne(öffnet im neuen Fenster) war in den ersten vier Stunden der Mission falsch ausgerichtet. Dadurch funktionierten weder Uplink noch Downlink und es wurden keine Daten übertragen.

Nach einigen Stunden war das Problem gelöst, doch es war weiterhin unklar, ob der Leistungsverstärker eingeschaltet war. Das Team begann damit, alle 30 bis 60 Sekunden Signale zu senden – insgesamt 132 Befehle.

Etwa acht Stunden nach dem Start entdecke das Amateur-Satellitennetzwerk Amsat ein unerwartetes Signal. "Das ist das Problem mit dem Weltraum. Wir haben zwar ein Signal erhalten und es war auf unserer Frequenz, aber es dauert Stunden, um zu bestätigen, dass es von uns kam. Es war eine einzige, 13 Sekunden lange Kommunikation" , schrieb das Missionsteam in einer Pressemitteilung.

Odin lebt, aber...

Nach weiteren Stunden war klar, dass Odin vollständig hochgefahren war. Da die Batterien der Sonde nur etwa für 2,5 Stunden Energie haben, das Signal aber erst etwa sieben Stunden nach Missionsbeginn ankam, müssen die Solarpaneele der Raumsonde funktionieren. 48 Stunden nach dem Start scheint sich die Raumsonde in einer sehr langsamen Rotation zu befinden. Entsprechend dürften die Sonnenkollektoren genug Energie für den Betrieb von Odin generieren. Die Kommunikationsprobleme halten aber weiterhin an.

"Wir werden weiterhin versuchen, das Raumschiff zu steuern, wenn wir die großen Sender zur Verfügung haben. Die Satellitenschüssel in Indien kann mit Odin sprechen, bis sie Ende März wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet wird" , schrieb das Missionsteam. Der weitere Verlauf bleibt vorerst ungeklärt.


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