Luna: Trainingshalle für Mondmission entsteht in Köln

Am europäischen Astronautenzentrum in Köln beginnt der Bau der Mond-Trainingshalle Luna der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Hier sollen in Zukunft nicht nur europäische Astronauten für eine Mission auf der Mondoberfläche vorbereitet werden.
"Zurzeit ist die Baustelle ein großes Loch. Das wird in den nächsten Wochen mit Beton gefüllt. Und im Mai nächsten Jahres steht dort eine Trainingshalle" , sagte der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer gegenüber der dpa (Deutschen Presse-Agentur). Er ist der stellvertretende Leiter des Zentrums.
Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2024 soll die erste Trainingseinheit für Astronautinnen und Astronauten beginnen können. Der Standort Köln wurde gewählt, weil dort auch die zukünftigen europäischen Raumfahrenden an dem europäischen Astronautenzentrum Eac (European Astronaut Centre) ausgebildet werden.
Das Luna ist dem Mond nachempfunden
Maurer hofft, dass die volle Leistungsfähigkeit der Trainingshalle dann bis 2025 erreicht werden kann. Die Halle werde dafür mit rund 900 Tonnen vulkanischem Sand gefüllt. Dies sei eine Spezialmischung, die die gleiche Korngrößenverteilung und die gleiche chemische Zusammensetzung wie der Mondsand habe. Der Mondsand selbst, also das Regolith, ist so fein und scharfkantig, dass es sich sogar durch die Raumanzüge der Apollo-Astronauten in den 1960er- und 1979er-Jahren gefressen hat.
"Dann können wir in dieser 700 Quadratmeter großen Oberfläche in der Halle für den Mond üben" , sagte Astronaut Maurer . Doch der Mondsand alleine macht noch keinen simulierten und analogen Mond aus. Deswegen werden auch die Lichtverhältnisse der Halle an die des Weltalls angepasst.
Zudem gibt es ein Seilsystem, mit dem die geringere Schwerkraft auf dem Trabanten nachgestellt werden soll. Das gefühlte Gewicht wird damit auf ein Sechstel reduziert. "Ich werde dort in der Halle so schwer sein, wie ich auf dem Mond sein werde und kann lernen, wie ich auf dem Mond arbeiten muss" , erklärt der deutsche Astronaut gegenüber der dpa.
Auch Europäer sollen einmal auf dem (echten) Mond landen
Laut Maurer wird das Luna die weltweit beste Mond-Trainingshalle sein, in der alle notwendigen Schritte für eine Mondmission nachgestellt werden können – vom Moment des Aufsetzens der Mondlandefähre bis zum Abflug sechs oder sieben Tage später. Die Anlage muss hundertprozentig zum Artemis-Mondprogramm der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa passen, erklärt Maurer, damit auch ihre Astronautinnen und Astronauten in Köln für den Mond trainieren können.
Maurer selbst hofft auch in Zukunft auch auf der Mondoberfläche landen zu dürfen. Bisher hat die Esa mit der Nasa ein Abkommen über drei Startplätze für europäische Raumfahrende im Orion-Raumschiff, das während der Artemis-Mission zum Mond fliegen wird. Mindestens eine Person von ihnen darf auch auf dem Mond landen . Der Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher verhandelt weiterhin mit der Nasa über weitere Möglichkeiten.