Lulzsec-Hacker Sabu: Reduzierte Haftstrafe wegen FBI-Kooperation

Statt der Höchststrafe von bis zu 317 Monaten ist der ehemalige Anführer Hector Xavier Monsegur alias Sabu des Lulzsec-Hackerkollektivs zu sieben Monaten Haft verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde wegen seiner "vorbildlichen und effektiven" Kooperation mit dem FBI reduziert . Sabus Mitarbeit hatte zu der Verhaftung und Verurteilung von mindestens acht weiteren Hacktivisten geführt. Das belegen jetzt bei Wired(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichte geheime Unterlagen.
Bereits im Juni 2011 kontaktierten FBI-Agenten den Lulzsec-Hacker. Der Pflegevater von zwei Kindern hatte bereits mehrfach gegen das Gesetz verstoßen, unter anderem wegen Kreditkartenbetrugs und Drogenbesitzes. Laut Unterlagen kooperierte er bereitwillig mit den Strafverfolgungsbehörden. Er stiftete Hacker zu Einbrüchen an und überredete sie, mit Logfiles ihre Einbrüche zu beweisen. Die Informationen nutzte das FBI, um auf beschlagnahmten Rechnern der Hackergruppe einzelne Mitglieder mit Serverhacks in Verbindung zu bringen.
Mehrere Hacker enttarnt
Später wurden auf Grund der gesammelten Beweise die Hacker Kayla, Topiary und T-Flow in Großbritannien sowie pwnsauce und palladium in Irland verhaftet und verurteilt. Außerdem führten Sabus Informationen zu der Verhaftung von Jeremy Hammond und des ehemaligen Reuters-Mitarbeiters Matthew Keys. Auch der Anonymous-Aktivist Barret Brown wurde indirekt durch Sabus Mitarbeit mit dem FBI enttarnt.
Der ehemalige Lulzsec-Chef und seine Familie wurden in Folge Sabus eigener Enttarnung als FBI-Informant mehrfach bedroht. Er wurde von den Strafverfolgungsbehörden mehrfach umgesiedelt. Da Sabu bereits sieben Monate in Haft verbracht hat, muss er nicht mehr ins Gefängnis.