Keine Programme für Drohnenpersonal

"All das, was Khan gesagt hat, kommt mir bekannt vor", schreibt die Whistleblowerin Lisa Ling, die jahrelang als Auswerterin im US-Drohnenprogramm gearbeitet hat, auf Anfrage von Golem.de. Ling gehört seit Jahren zu den Kritikern bewaffneter Drohnen. "Meine Hoffnung ist, dass diese Soldaten bestmöglich versorgt werden."

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Doch davon ist die Drohnenstaffel der Luftwaffe weit entfernt. Posttraumatische Belastungsstörungen sind zwar seit einigen Jahren Thema bei der Bundeswehr und werden auch entsprechend behandelt. Für Drohneneinsätze gibt es aber kein eigenes Programm.

Zwar kann das Personal die allgemeinen Maßnahmen der "Truppenpsychologie" in Anspruch nehmen, die von der Flugpsychologie der Bundeswehr für sämtliches Luftfahrtpersonal angeboten werden. Darunter sind auch Einsatzvorbereitung, Einsatznachbereitung und Beratung. Ob die Bundeswehr spezifische Programme für Piloten und Sensorbediener entwickeln will, bleibt aber offen.

Betroffene sollen "PTBS-Beauftragten" kontaktieren

"Bezüglich der besonderen Belastungen für Drohnenpiloten werden die derzeit international vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse kontinuierlich ausgewertet", schrieb das Verteidigungsministerium vor zwei Jahren in der Antwort auf eine Kleine Anfrage. Für ein eigenes Lagebild "über die aktuelle Belastungssituation" beabsichtige der Generalarzt der Luftwaffe, eine Arbeitsplatzanalyse durchzuführen.

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Bald sollen die von der Bundeswehr neu angeschafften Nachfolgemodelle des Typs Heron TP bewaffnet sein, dann werden die Drohnenbesatzungen durch sogenannte Waffenbediener ergänzt. Während Sensorbediener wie Khan allein vom Zusehen aus der Luft schwer traumatisiert sind, dürften die psychischen Folgen für das Waffenpersonal noch gravierender sein.

Das Militär wiegelt jedoch ab. In einem Livechat zur Drohnendebatte wurde die Bundeswehr zum Thema PTBS befragt. Der Generalinspekteur der Bundeswehr mogelte sich um eine Antwort herum. Wenn sich nach einem Einsatz eine Erkrankung zeige, könnten die betroffenen Soldaten unter anderem einen "PTBS-Beauftragten" kontaktieren.

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Verteidigungsministerium hält PTBS für selten

Ähnlich oberflächlich bleibt das Verteidigungsministerium in seinem Bericht zur Drohnendebatte an den Deutschen Bundestag. Darin heißt es zwar, durch den Einsatz bewaffneter Drohnen könne es "zu einer hohen psychischen Belastung der Drohnenpilotinnen und -piloten kommen und der Waffeneinsatz zu einem moralischen Dilemma ('Moral Injury') führen". PTBS sei in der Luftwaffe aber "eher selten" und komme bei Drohnenbesatzungen sogar weniger häufig vor.

"Natürlich wird das bei Drohnentruppen als selten angesehen, denn es handelt sich um eine der neuesten Technologien, die noch nicht so gründlich erforscht wurde wie beispielsweise die Infanterie", sagt dazu die US-Whistleblowerin Ling.

Den Betroffenen rät Ling, mit ihren PTBS, Depressionen und "all den anderen psychischen Folgen des Krieges" offen umzugehen. "Es ist keine Schande, unter dem Trauma des Krieges zu leiden und darüber zu sprechen. Dann werden sich vielleicht mehr Menschen dagegen wehren, dass der Krieg zum Standard wird."

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 Luftwaffe in Afghanistan und Mali: "Meister eines Drohnensystems" mit schwerem Trauma
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GoRun 24. Sep 2022 / Themenstart

Dann lies mal hier, was gerade jetzt in den von Russland in einem widerlichen...

tom.stein 18. Sep 2022 / Themenstart

Ich glaube, Soldaten haben als Beruf "Schutz der Heimat und der Bewohner" gewählt. Und...

schnedan 18. Sep 2022 / Themenstart

Das ist leicht: du darfst nur nicht so viel vorhalten, Haha - Krieg ist die Hölle https...

Transportsicherung 17. Sep 2022 / Themenstart

Sorry, aber was soll der Quatsch? Wenn ich die Kritiker richtig verstehe ist die Wahl...

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