Lufttaxi-Startup: Lilium stellt Insolvenzantrag nach ausbleibender Staatshilfe
Der Münchner Lufttaxi-Hersteller Lilium hat in den USA und in Deutschland Insolvenz erklärt(öffnet im neuen Fenster) . Die beiden Hauptgesellschaften, Lilium GmbH und Lilium eAircraft GmbH, werden beim Amtsgericht Weilheim Schutz unter dem deutschen Insolvenzrecht beantragen, die US-Tochter beantragte die Einleitung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, wie die Zeit berichtete(öffnet im neuen Fenster) .
Die finanziellen Engpässe brachten das Luftfahrt-Start-up an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Das Unternehmen räumte ein, dass der laufende Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Die Genehmigung des Münchner Amtsgerichts für die Eigenverwaltung steht noch aus.
Das 2015 gegründete Unternehmen Lilium beschäftigt unter der Führung des ehemaligen Airbus-Managers Klaus Roewe etwa 1.000 Mitarbeiter. Mit der Entwicklung eines elektrisch betriebenen Kleinflugzeugs gewann das Unternehmen rund 700 Fest- und Vorbestellungen aus verschiedenen Ländern.
Finanzielle Herausforderungen und fehlende Staatsunterstützung
Trotz Investitionen von 1,5 Milliarden Euro durch Kunden und Investoren verschlechterte sich die finanzielle Lage Liliums zunehmend. Allein im ersten Halbjahr 2024 wurden fast 200 Millionen Euro für Entwicklung und Zertifizierungsprozesse ausgegeben.
Die Ablehnung einer 50-Millionen-Euro-Bürgschaft durch die Bundesregierung bedeutete einen schweren Rückschlag für Lilium. Während SPD und FDP mehrheitlich dafür stimmten, lehnten die Grünen die Unterstützung ab. Der Freistaat Bayern hatte bereits eine Bürgschaft über 50 Millionen Euro zugesagt , allerdings nur unter der Bedingung einer entsprechenden Bundesbeteiligung.
Geschäftsführer Roewe verwies darauf, dass seiner Meinung nach bislang kein Flugzeugprogramm ohne staatliche Unterstützung erfolgreich gewesen sei. Länder wie China und die USA förderten die Entwicklung elektrischer Flugzeuge aktiv.
Das Unternehmen hatte für das Frühjahr 2025 den ersten bemannten Flug geplant, die ersten Auslieferungen sollten 2026 erfolgen.
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