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Luftschiff als Raumschiff: leichter als Luft in 50 Kilometern Höhe
Luftschiff als Raumschiff: leichter als Luft in 50 Kilometern Höhe (Bild: Nasa/ Langley Research Center)

Luftschiffe fahren um die Welt

Im August 1908 startete LZ4 zu einer Demonstrationsfahrt nach Mainz. Doch schon in Echterdingen bei Stuttgart musste das Luftschiff wegen eines Motorschadens landen und wurde dann in einem Sturm zerstört. Damit war Graf Ferdinand von Zeppelin finanziell praktisch am Ende.

Doch starteten Augenzeugen eine Spendenaktion, die am Ende über sechs Millionen Goldmark einbrachte - umgerechnet auf heutige Verhältnisse wären das etwa 34 Millionen Euro. Diese Zeppelinspende des deutschen Volkes bildete den Grundstock für die Luftschiffbau Zeppelin GmbH, die neue Luftschiffe bauen konnte und schon vor dem Ersten Weltkrieg einen Linienverkehr zwischen verschiedenen Städten in Deutschland einrichtete.

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Ein Luftschiff als Reparation

Nach dem Krieg jedoch verbot der Versailler Vertrag den Deutschen den Betrieb und Bau neuer Luftschiffe. Zeppelins Nachfolger Hugo Eckener gelang es mit einem Trick dennoch, den Auftrag für einen Neubau zu akquirieren: ein Luftschiff für die USA, deklariert als Reparationsleistung, also bezahlt von Deutschland. Eckener lieferte den LZ 126 im Oktober 1924 persönlich nach Lakehurst. Es war die zweite Atlantiküberquerung eines Luftschiffs, und die Amerikaner empfingen es begeistert.

  • LZ 129 Hindenburg war das größte Luftschiff - hier ein Teilnachbau im Zeppelinmusem Friedrichshafen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • So sah die Tragstruktur des Starrluftschiffs aus. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Passagiere reisten luxuriös und schnell über den Atlantik. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Mit einer solchen Vorrichtung machte ein Zeppelin am Landemast fest. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Am 6. Mai 1937 explodierte die Hindenburg bei der Landung in Lakehurst. (Foto: Nationaal Archief/Spaarnestad Photo)
  • Das größte erhaltene Wrackteil - es stammt von einem der Leitwerke. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • LZ 127 Graf Zeppelin, hier über Berlin, machte die Luftschiffe weltweit bekannt. (Foto: Bundesarchiv, Bild 102-00960A / CC-BY-SA)
  • Das Luftschiff war in vielen Ländern unterwegs, etwa in Ägypten. (Foto: Keystone View Company/Library of Congress)
LZ 129 Hindenburg war das größte Luftschiff - hier ein Teilnachbau im Zeppelinmusem Friedrichshafen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Es dauerte noch zwei Jahre, bis Luftschiffbau Zeppelin das Geld für einen weiteren Neubau auftrieb: LZ 127, das 1928 erstmals flog und ab 1931 im Liniendienst zwischen Europa und Amerika verkehrte. Doch zuvor schickte Eckener die Graf Zeppelin auf Demonstrationsfahrten: nach Nord- und Südamerika, um das Mittelmeer, zum Nordpol und um die ganze Welt. Sein Kalkül ging auf. Wo immer das Luftschiff hinkam, wurde es von jubelnden Massen empfangen und löste eine weltweite Begeisterung für die Luftschifffahrt aus.

Die Reise nach Europa war einen halben Tag kürzer

1936 fuhr erstmals die Hindenburg. Das bis dato größte Luftschiff wurde im Liniendienst nach Brasilien und in die USA eingesetzt. Luxuriös wie auf den oberen Decks eines Ozeandampfers reisten die bis zu 72 Passagiere - nur schneller: Im Schnitt dauerte die Reise in die USA 59 Stunden, wegen der günstigeren Winde in die Gegenrichtung 47 Stunden.

Doch am 6. Mai 1937 kam es in Lakehurst zur Katastrophe. Bei der Landung brach im Heck des Luftschiffs Feuer aus. In Sekundenschnelle stand das Wasserstoffgas im ganzen Schiff in Flammen. 35 der 97 Menschen an Bord und ein Mitglied der Bodenmannschaft starben bei dem Unfall, dessen Ursache bis heute nicht vollständig geklärt ist.

LZ 127 und LZ 130 wurden abgewrackt

Das Unglück bedeutete das Ende der Luftschifffahrt: Die Graf Zeppelin wurde einen Monat später stillgelegt. Das Hindenburg-Schwesterschiff Graf Zeppelin II wurde zwar 1938 noch fertiggestellt und machte noch einige Probefahrten. Beide Grafen wurden aber 1940 auf Befehl von Reichsluftfahrtminister Hermann Göring abgewrackt.

Wegen der vielen anwesenden Journalisten ist die Hindenburg-Katastrophe eines der ersten Großereignisse, von dem viele Filmaufnahmen existieren. Besonders bewegend war die Radioreportage des Chicagoer Journalisten Herbert Morrison, der bei der Schilderung in Tränen ausbrach.

Dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - lebt die Faszination der Zeppeline fort.

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