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Luftschiff als Raumschiff: leichter als Luft in 50 Kilometern Höhe
Luftschiff als Raumschiff: leichter als Luft in 50 Kilometern Höhe (Bild: Nasa/ Langley Research Center)

Luftschiffe vom Bodensee

"Ich denke, das liegt an dem einmaligen Flugerlebnis", sagt Thomas Brandt, Geschäftsführer von Luftschiffbau Zeppelin, im Gespräch mit Golem.de. Ein Flugzeug fliege hoch und schnell, die Passagiere säßen dicht gedrängt. Der Zeppelin hingegen schwebe langsam über die Landschaft, die Passagiere könnten den Blick durch große Fenster genießen. "Man sieht unsere Welt ganz anders von oben", schwärmt Brandt. "Das ist einmalig."

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Mehr als 12.000 Passagiere buchen im Jahr Rundflüge über den Bodensee oder Süddeutschland bei dem Friedrichshafener Unternehmen, das das Bild der Luftschifffahrt geprägt hat und das seit gut 20 Jahren wieder Luftschiffe baut. Seit 2001 können zahlende Passagiere mitfliegen.

  • Der Zeppelin NT - das neue Luftschiff aus Friedrichshafen ist ein halbstarres Luftschiff. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Seine Struktur trägt Leitwerke, Gondel und die schwenkbar gelagerten Motoren, gibt dem Zeppelin aber nicht seine Form. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Zeppelin NT ist nicht leichter als Luft. Seine Motoren bringen ihn nach oben. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Flugerlebnis unterscheidet sich sehr vom Flugzeug. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Gondel hat große Fenster, durch die ein Passagier die Landschaft unter sich hinwegziehen sieht. (Foto: Michael Häfner/Zeppelin)
  • In die Gondel passen 12 bis 13 Passagiere und 2 Piloten. (Foto: Achim Mende/Zeppelin)
  • Auch Wissenschaftler schätzen die Vorzüge des Zeppelins - hier 2012 im Projekt Pegasos. (Foto: Felix Kästle/FZ Jülich)
  • Außerdem dient der Zeppelin als Werbeträger. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Die Gondel hat große Fenster, durch die ein Passagier die Landschaft unter sich hinwegziehen sieht. (Foto: Michael Häfner/Zeppelin)

Über mangelnde Nachfrage müssen sich die Zeppeliner nicht beschweren. An Tagen mit gutem Wetter sind die Luftschiffe, die Platz für 12 und 13 Fluggäste bieten, im Dauereinsatz. Dieser Tage wird der 200.000. Passagier erwartet.

Der Zeppelin fliegt erst am Abend

Am 18. September 1997 - 60 Jahre nach der Hindenburg-Katastrophe - hob erstmals wieder Luftschiff aus heimischer Produktion ab. Tausende Zuschauer kamen an den Bodensee, um den Zeppelin NT zu sehen. Sie mussten stundenlang warten. Erst am frühen Abend waren die Bedingungen gut genug für den Start auf dem Messegelände Friedrichshafen.

Der Zeppelin NT - die Abkürzung steht für Neue Technologie - ist kein Blimp, wie sie etwa die WDL Luftschiffgesellschaft in Mülheim an der Ruhr baut, sondern ein Luftschiff mit einer Tragstruktur im Innern. Verglichen mit den Giganten des Grafen Ferdinand von Zeppelin und seines Nachfolgers Hugo Eckener nimmt sich der Zeppelin NT bescheiden aus: Das neue Luftschiff ist 75 Meter lang - schon das Luftschiff Zeppelin (LZ) 1 aus dem Jahr 1900 war 128 Meter lang. Das 1924 fertiggestellte LZ 126, das den Erfolg der Starrluftschiffe in den USA begründete, maß 200 Meter, LZ 129 Hindenburg und LZ 130 Graf Zeppelin II sogar 245 Meter.

Der Zeppelin NT ist halbstarr...

Der Zeppelin NT ist aber nicht nur kleiner, er ist auch anders konstruiert: Er ist ein halbstarres Luftschiff. Seine Tragstruktur besteht aus zwölf Dreiecken aus einem Kohlenstofffaser-verstärkten Kunststoff, kurz Karbon. Diese wiederum sind durch drei Träger aus Aluminium verbunden und mit Kunststoffseilen verspannt. An dieser Tragstruktur, die nur etwa eine Tonne wiegt, sind die drei Triebwerke, die Gondel sowie die drei Flügel des Leitwerks befestigt.

Die runde Form gibt also nicht, wie bei den alten Starrluftschiffen, die Tragstruktur vor. Die erhält das Luftschiff erst durch das Aufpumpen der Hülle. Diese besteht aus mehreren Lagen Kunststoff und ist gleichzeitig die Gaszelle. In den alten Luftschiffen waren Zellen für das Traggas in der Hülle angebracht. Wie ein Prallluftschiff hat auch der Zeppelin NT in der Hülle Ballonets, Luftsäcke, in denen ein leichter Überdruck herrscht. Sie gleichen die Volumenänderung des Traggases aus und sorgen so dafür, dass die Hülle prall bleibt. Ein Starrluftschiff braucht keine Ballonets.

...und schwerer als Luft

Gefüllt wird der Zeppelin NT mit nicht-brennbarem Helium, nicht wie etwa die Hindenburg mit Wasserstoff. Mit dem Traggas ist er etwas schwerer als Luft: Der Auftrieb ist geringer als das Eigengewicht des Gases. Aufgepumpt wiegt das Luftschiff etwa 200 Kilogramm. Das hat den Vorteil, dass es auf dem Boden steht und keine große Bodenmannschaft benötigt, die es hält.

Da es nicht leichter als Luft ist, braucht das Luftschiff seine Motoren, um Höhe zu gewinnen - strenggenommen heißt das, es fährt nicht, sondern es fliegt. Zwei der 200-PS-Maschinen sind am vorderen Teil des Rumpfes angebracht, die dritte am Heck. Alle drei sind schwenkbar.

Der Zeppelin fliegt vibrationsfrei

"Das macht den Zeppelin NT zu einem sehr mobilen Gerät", sagt Brandt. "Er kann punktgenau und liniengenau fliegen wie ein Hubschrauber." Wie ein Hubschauber kann er sehr langsam fliegen und sogar in der Luft stehenbleiben, er kann vertikal auf- und absteigen - aber das alles ohne Vibrationen und bis zu 20 Stunden lang.

Diese Flugeigenschaften schätzen nicht nur Passagiere, sondern auch Forscher.

 Luftschiff: Zeppeline für die ZukunftWissenschaftler mögen den Zeppelin 

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