Luftfahrt wird digital: Der Flug in die Zukunft

Die Stewardess weiß dank Google Glass sofort, welchen Wein man trinkt. Das Smartphone leitet durch die Security, Drohnen überprüfen Jets auf Schäden: IT-Spezialisten arbeiten intensiv an der Zukunft der Luftfahrt.

Artikel von Jens Koenen/Handelsblatt veröffentlicht am
Flugpassagier in den USA beim Self-Check-in: Gestresste Passagiere kaufen nicht ein.
Flugpassagier in den USA beim Self-Check-in: Gestresste Passagiere kaufen nicht ein. (Bild: Mike Simons/Getty Images)

Eigentlich wollte Dave Bakker Pilot werden. Wie so viele damals habe ihn der Film Top Gun magisch angezogen, erzählt der Manager. Eine F16 zu fliegen, das war der Traum des Niederländers. Doch eine Sehschwäche verhinderte, dass das Wirklichkeit wurde. Heute ist Bakker Europa-Chef von Sita und den Flugzeugen damit zumindest nahe gekommen. Das Unternehmen ist auf Informationstechnologie für die Luftfahrt spezialisiert und gehört Airlines.

Inhalt:
  1. Luftfahrt wird digital: Der Flug in die Zukunft
  2. Strenge Regulierung bremst Innovationen

Zwar kann Bakker nun nicht selbst Hand ans Steuerruder legen, aber er kann doch maßgeblich dabei mitreden, wie die Passagiere in Zukunft fliegen werden. "Sita ist nicht nur Technologielieferant für Fluggesellschaften und Flughäfen. Wir sind auch eine Art Thinktank der Luftfahrt-Community", sagt Bakker. Und als solcher hat das Unternehmen derzeit alle Hände voll zu tun. Denn die Digitalisierung wird das Flugerlebnis schon in den kommenden Jahren deutlich verändern.

Mobile Endgeräte und die Personalisierung von Angeboten

Bakker sieht vor allem zwei entscheidende Trends: "Mobile Endgeräte und die Personalisierung von Angeboten beschäftigen die Luftfahrtindustrie derzeit massiv." Gerade erst hat Sita die führenden Fluggesellschaften befragt - mit eindeutigen Ergebnissen. Bislang checken etwa neun Prozent der Fluggäste mobil ein, im Jahr 2018 werden es nach Schätzungen der Airlines 24 Prozent sein. Das gleiche Bild bei der Gepäckaufgabe. Derzeit geben 17 Prozent der Passagiere ihre Koffer an speziellen Automaten auf - genannt Self Bag-Drop. 2018 werden das bereits 74 Prozent tun.

Dabei sind das noch die zu erwarteten Trends. In den Laboren und in Pilotprojekten basteln die Experten von Sita bereits an ganz anderen Szenarien. Eine Idee ist der Einsatz von tragbarer IT wie die Datenbrille Google Glass. So setzt das Personal des Flughafens in Kopenhagen die Brille ein, um die Beratung und Hilfestellung für Passagiere zu optimieren. Sie können sich etwa Flugpläne oder Gate-Informationen vors Auge zaubern lassen, während sie mit den Fluggästen sprechen oder deren Gepäck betreuen.

Besserer Service mit Google Glass

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Die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic wiederum nutzt die Google-Brille und auch das Pendant von Sony in einem Pilotprojekt am Londoner Flughafen Heathrow. First-Class-Kunden, die dort ankommen, werden von der Brille gescannt und alle relevanten Informationen aufgerufen. Die Concierges können die Topkunden so viel persönlicher ansprechen und abgestimmte Angebote unterbreiten.

"Die ersten Erfahrungen mit der Brille sind sehr positiv", sagt Bakker von Sita. Allerdings müssten noch viele Fragen geklärt werden, unter anderem, was die Scan-Leistung der Brille betrifft. "Es wird sicher nicht so sein, dass in fünf Jahren an Flughäfen und in Flugzeugen alle mit Google Glass herumlaufen werden. Aber wir müssen einfach dabei sein, wenn es darum geht, Ideen zu entwickeln und verstehen, wie Wearables die Reiseerfahrung verändern können."

So hilft Sita Flughäfen zum Beispiel dabei, mehr über die Fluggäste zu erfahren und diese Informationen zu nutzen. "Es ist überraschend, wie wenig Flughäfen über ihre Kunden wissen", sagt Bakker. Zum Einsatz kommt unter anderem die sogenannte iBeacon-Technologie, die auch im stationären Handel genutzt wird. Im Terminal verteilte Sender schicken regelmäßig Signale, die von den Smartphones der Passagiere erfasst werden. So weiß das System immer genau, wo ein Fluggast ist, und lokal passende Dienstleistungen können angeboten werden.

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Strenge Regulierung bremst Innovationen 
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