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Neue Triebwerke und verändertes Passagierverhalten

Die eine ist ein verändertes Verhalten der Passagiere: Sie wünschen sich mehr Flexibilität. Sie wollen mehr Auswahl bei der Zeit, wann sie fliegen. Für die Fluggesellschaft wächst dadurch das Risiko, dass sie ihre Flugzeuge nicht vollkriegen. Dieses Risiko ist bei einem großen Flugzeug natürlich größer, ebenso der ökonomische Nachteil, wenn es nicht vollbesetzt fliegt.

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Zudem möchten die Reisenden lieber direkt an ihr Ziel gelangen, auch wenn sie von einem kleineren Flughafen starten und zu einem kleineren hin fliegen. Hier kommt Entwicklung Nummer zwei ins Spiel: ein Fortschritt in der Antriebstechnik. Die Triebwerke sind so viel leistungsfähiger geworden, so dass auch zweistrahlige Maschinen locker über den Atlantik kommen. Hinzu kommen neue Materialien wie Kohlefaser-Verbundwerkstoffe, die die Maschinen leichter machen. So sinkt der Treibstoffverbrauch.

Airbus und Boeing bauen zweistrahlige Flugzeuge

Zu dem neuen Typus gehören beispielsweise der A350 oder der A330 Neo von Airbus. Konkurrent Boeing hat die 787, Dreamliner genannt, im Angebot, die dem Hersteller allerdings einige Probleme bereitet hat, die 777 oder die 777X, die Anfang des Jahres erstmals geflogen ist.

Die Maschinen können auch die US-Westküste erreichen. Selbst auf der längsten Non-Stop-Flugstrecke der Welt, von Singapur nach New York, setzt Singapore Airlines einen A350 ein, allerdings in einer speziellen Variante, die Airbus eigens für diese Strecke mit zusätzlichen Tanks ausgerüstet hat. Dabei sind sie günstiger als die großen vierstrahligen Maschinen im Unterhalt, und die Fluggesellschaften können das Risiko auf mehrere kleinere Flugzeuge verteilen und so die Auslastung verbessern. "Dadurch ist die Economy of Scale, dieser Vorteil durch Größeneffekte nicht mehr unbedingt gegeben", sagt Hartmann.

Zwei Triebwerke weniger bedeutet dabei nicht weniger Sicherheit: Für Langstreckenflugzeuge werden sogenannte Extended-Range Twin-engine Operational Performance Standards (ETOPS) zertifiziert. Diese Einstufung besagt, in welcher Entfernung ein Flugzeug von einem Ausweichflughafen betrieben darf, auf dem es landen kann. Piloten übersetzen die Abkürzung auch gern mit "Engines Turn Or Passengers Swim". Die Einheit für ETOPS sind Flugminuten. Die Boeing 787 etwa ist mit 330 Minuten , der A350 für 370 Minuten zertifiziert. Zum Vergleich: Die 747-8 hat eine ETOPS-330-Zulassung.

Bildband: 50 Jahre Boeing 747. Alles zum legendären Jumbo-Jet.

Die 747 fliegt als Frachtmaschine

Über 1.500 Jumbo Jets hat Boeing im Laufe der fünf Jahrzehnte gebaut. Vom A380 gibt es gerade einmal 251. Die 747 wird sicher weiter existieren: Die Boeing gibt es in einer Variante als Frachtmaschine, mit hochklappbarer Nase. Der A380 hingegen war von Anfang als Passagierflugzeug konzipiert, es sollten noch weitere Varianten folgen: eine oder sogar zwei verlängerte Versionen sowie eine verkürzte waren angelegt.

Der A380 könnte so das Flugzeug mit der kürzesten Dienstzeit werden, sagte Richard Aboulafia der Nachrichtenagentur Bloomberg. Aboulafia, Analyst bei dem auf Luftfahrt spezialisierten Marktforschungsunternehmen Teal Group, glaubt, dass alle Maschinen dieses Typs bis Ende des Jahrzehnts ausgemustert sein werden. Der Hersteller widerspricht: Der A380 werde noch viele Jahre fliegen, hieß es trotzig in einer Mail an Bloomberg.

  • Die Giganten der Lüfte: die Boeing 747 ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und der Airbus A380. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Mit den vier Triebwerken sind die Maschinen nur dann wirtschaftlich,  ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... wenn sie voll besetzt sind. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das ist die Zukunft: zweistrahlige Maschinen wie der Airbus A350. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Das ist die Zukunft: zweistrahlige Maschinen wie der Airbus A350. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Zumindest Emirates, die staatliche Fluggesellschaft des Emirats Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, widersetzt sich dem Trend: Auch wenn die Fluglinie eine Bestellung storniert hat, will sie ihre Maschinen vom Typ A380 weiter betreiben. "Das Drehkreuz von Emirates passt genau zur Fähigkeit des A380. Es liegt so zentral, dass die Airline Asien mit Europa und Amerika so gut verbinden kann, dass sie eine unglaubliche Nachfrage hat. Da passt der Entwurf genau zu dem Betreiberkonzept."

Auf allen übrigen Routen dürften die großen Jets der Vergangenheit angehören.

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 Großraumflieger sind sehr wirtschaftlich
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Alessey 05. Aug 2020

.... Welch grausame Distopie, soll das dann konsequenter Weise auch auf andere...

taifun850 29. Jul 2020

Ich habe noch nie verstanden was daran toll ist für einen Tag nach Madrid zu fliegen.

uschatko 27. Jul 2020

Tja und trotzdem trügt mich mein Gefühl nicht: https://www.heise.de/news/COVID...

schnedan 25. Jul 2020

Die Fläche des Bläsers ist nicht 1:1 mit Luftwiderstand gleich zu setzen... Herr...

IT_kenner 25. Jul 2020

Ja, das denke ich auch. Es ist bestimmt gut für die Umwelt, dass es einmal eine Pause...


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