Luftfahrt: Volocopter will in diesem Jahr kommerzielle Flüge anbieten

Olympia ohne Volocopter? Das Bruchsaler Unternehmen Volocopter wollte bei den Olympischen Spielen in Paris Passagiere mit seinem Flugtaxi Volocity befördern. Das wird voraussichtlich nicht klappen.
Der Grund ist, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit (European Union Aviation Safety Agency, Easa) Volocity noch nicht zertifiziert hat. Dass die Easa das bis zur Eröffnung der Spiele am 26. Juli noch erledigt, hält Volocopter(öffnet im neuen Fenster) -Chef Dirk Hoke für unwahrscheinlich: "Die Chancen, rechtzeitig zu Olympia eine volle Zertifizierung zu bekommen, sind geringer geworden" , sagte er der Wirtschaftstageszeitung Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Doch selbst eine Zertifizierung wäre kein Garant für einen Einsatz in Paris: Der Stadtrat ist gegen den Einsatz von Flugtaxis bei Olympia, weil diese nichts zum Umweltschutz beitrügen. "Selbst wenn wir die Zertifizierung heute schon hätten, könnte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, was wir in Paris zeigen können" , sagte Hoke. Darüber wird am Ende die französische Regierung entscheiden.
Volocity wird von 18 Rotoren angetrieben
Der 2019 vorgestellte Volocity ist ein elektrisch angetriebenes Lufttaxi, das wie ein Hubschrauber ohne Heckrotor aussieht. Der Antrieb besteht aus 18 Rotoren, die an einem Gestell über der Kanzel angebracht sind. Sie sind in mehrere Antriebsstränge aufgeteilt, so dass der Volocity auch beim Ausfall einzelner Rotoren noch manövrierfähig bleibt. Die Reichweite soll bei etwa 35 Kilometern liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 110 km/h.

Kürzlich hat das Unternehmen aus Bruchsal vom Luftfahrtbundesamt die Genehmigung zur Serienproduktion des Volocity sowie für die Ausbildung von Piloten erhalten. "Wir sind kurz davor, die Zulassung als Flugbetrieb, das sogenannte AOC, zu bekommen" , sagte Hoke. Dann braucht das Unternehmen noch die Typenzertifizierung für Volocity. "Auch da sind wir auf einem guten Weg."
Auch, wenn das mit den Olympischen Spielen nicht klappen sollte, bleibt es das Ziel von Volocopter, das erste Unternehmen zu werden, das in Europa kommerzielle Flüge durchführt. "Wir würden den Flugbetrieb dann eben später in Paris starten. Daran ändert sich nichts" , sagte Hoke. "Wir werden dieses Jahr auch noch in Rom kommerzielle Flüge beginnen." Geplant ist zudem, im kommenden Jahr in Osaka bei der Weltausstellung zu fliegen.