Luftfahrt: Neuer Flughafen in Berlin ist eröffnet
Dieses Mal wirklich: Am 31. Oktober ist der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnet worden. Zum Start landeten zwei Flugzeuge: eine Lufthansa-Maschine, die aus München kam, sowie eine von Easyjet, die einen kürzeren Weg hatte – sie war auf dem Flughafen in Berlin-Tegel gestartet. Eine Feier gab es wegen der aktuellen Pandemie-Situation nicht.
Der Flughafen ist nach Willy Brandt benannt, der Regierender Bürgermeister von Berlin und später Bundeskanzler war. Der drittgrößte Flughafen in Deutschland besteht aus drei Terminals: dem bisherigen des Flughafens Schönefeld sowie zwei neuen Passagierterminals. Die Gesamtkapazität soll 48 Millionen Fluggäste pro Jahr betragen.
Terminal 2 bleibt noch zu
Allerdings wird nur eines der neuen Terminals in Betrieb genommen. Das andere bleibt wegen des zu geringen Passagieraufkommens infolge der Coronakrise erst einmal geschlossen. Das Regierungsterminal auf dem BER-Gelände ist seit der vergangenen Woche in Betrieb.
14 Jahre wurde am Flughafen gebaut, rund 6,5 Milliarden Euro hat das Projekt gekostet. Das ist drei Mal so viel wie geplant. Grund waren unter anderem Planänderungen. So waren 220.000 Quadratmeter geplant, am Ende sind es über 340.000 Quadratmeter geworden. Zudem wurde nachträglich der aufwendige Bau von Fluggastbrücken für der Airbus A380 beschlossen. Ironie der Geschichte: Die werden wahrscheinlich nicht genutzt, weil die Fluggesellschaften ihre Großraumflugzeuge ausrangieren.

Ursprünglich sollte der Flughafen bereits am 30. Oktober 2011 eröffnet werden. Unter anderem wegen Tausender Mängel, etwa beim Brandschutz, wurde die Eröffnung sechs Mal verschoben. 2012 stand die Eröffnung unmittelbar bevor, musste dann verschoben werden, weil die Kapazität der Entrauchungsanlage für die vergrößerte Fläche nicht ausreichte.
Die Skandale hatten bereits vor dem Bau begonnen: Zur Auswahl gestanden hatten drei mögliche Standorte. Die Entscheidung war vor der Bekanntgabe durchgestochen worden. Spekulanten kauften daraufhin das Bauland billig auf und verkauften es anschließend teuer an die Flughafengesellschaft.
Auch die Eröffnung lief nicht wie geplant: Die beiden Flugzeuge sollten gleichzeitig auf beiden parallel verlaufenden Start- und Landebahnen aufsetzen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Plan aufgegeben. Die Maschinen setzten im Abstand von rund vier Minuten auf der Nordbahn auf.
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