Luftfahrt: Kitty Hawk stellt Arbeit an Fluggerät Flyer ein

Die Idee war zu schön: Ein Fluggerät für alle, das ohne Pilotenschein und nach etwas Training geflogen werden konnte. Doch daraus wird nichts. Das US-Unternehmen Kitty Hawk stellt die Arbeit an dem Flyer ein und entwickelt stattdessen sein Fluggerät Heaviside weiter.
Ziel der Gründer Sebastian Thrun und Larry Page sei gewesen "die Welt vom Verkehr zu befreien" , schreiben Alex Roetter, Leiter des Flyer-Programms, und Thrun, Chef von Kitty Hawk, in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) . Das Ziel verfolgt das Unternehmen demnach weiter, aber eben nicht mehr mit dem Flyer. Kitty Hawk(öffnet im neuen Fenster) werde sich auf Heaviside(öffnet im neuen Fenster) als Plattform konzentrieren. "Aber wir wären niemals so weit gekommen ohne den Flyer und das tolle Team, das ihn gebaut und betrieben hat."
Der Dank nutzt dem "tollen Team " allerdings wenig: Die meisten der 70 Mitarbeiter, die am Flyer gearbeitet hätten, würden entlassen, berichtet das US-Onlinemagazin Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) . Sie erhielten eine Abfindung und Hilfe bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Einige wenige würden in das Heaviside-Team übernommen.
Flyer hat zehn Rotoren
Der 2018 vorgestellte Flyer ist ein kleines, einsitziges Fluggerät, das von acht elektrisch betriebenen Rotoren angetrieben wird. Gesteuert wird der rund 110 Kilogramm schwere Flyer mit zwei Joysticks. Eine Software sorgt dafür, dass der Flyer stabil fliegt. Alle zehn Rotoren können individuell angesteuert werden, damit das Fluggerät manövrieren kann.

Heaviside ähnelt eher einem herkömmlichen Flugzeug. Sechs der acht Motoren sitzen an der Rückseite der Tragfläche, drei auf jeder Seite des Rumpfes. Zwei weitere sind am Bug angebracht. Alle acht Propeller sind Druckpropeller. Um senkrecht zu starten und zu landen, werden sie gekippt. Für den Horizontalflug werden sie aufgestellt.

Neben dem Flyer und Heaviside entwickelte Kitty Hawk noch ein weiteres Fluggerät. Dabei handelt es sich um das zweisitzige Flugtaxi Cora, dessen Entwicklung zum Teil vom US-Militär finanziert wurde. Im September vergangenen Jahres stieg der US-Luftfahrtkonzern Boeing in das Projekt ein . Im Dezember gründeten Kitty Hawk und Boeing das Joint Venture Wisk(öffnet im neuen Fenster) , das Cora bauen soll. Ein Test in Neuseeland ist geplant.
