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Luftfahrt: Joby fliegt erstmals vollautonom quer durch die USA

Joby Aviation meldet den ersten komplett autonomen Flug über den gesamten amerikanischen Kontinent, inklusive Schlechtwetterumfliegung.
/ Andreas Donath
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Autonom fliegende Cessna Caravan  J208 (Bild: Joby)
Autonom fliegende Cessna Caravan J208 Bild: Joby

Joby Aviation hat nach eigenen Angaben den ersten vollständig autonomen Flug quer über die Vereinigten Staaten(öffnet im neuen Fenster) absolviert. Wie das Unternehmen mitteilte, legte sein Flugzeug 3.199 Meilen (5.148 Kilometer) zurück, ohne dass der an Bord befindliche Sicherheitspilot auch nur einmal eingreifen musste.

Geflogen ist nicht Jobys bekanntes elektrisches Lufttaxi, sondern eine konventionell angetriebene Cessna Caravan J208(öffnet im neuen Fenster). Sie ist mit einem Autonomiesystem ausgerüstet, das das Unternehmen 2024 durch die Übernahme von Xwing(öffnet im neuen Fenster) erworben hatte.

Der Flug bildete den Abschluss der Ost-West-Etappe einer einmonatigen Tour(öffnet im neuen Fenster) und endete auf dem Dare County Regional Airport in den Outer Banks von North Carolina, unweit der Stelle, an der die Brüder Wright 1903 ihren ersten Motorflug unternahmen. Rollen, Starts, Navigation und Landungen habe das Flugzeug komplett selbstständig bewältigt, so Joby.

Der Flug wurde aus der Ferne vom Autonomy Headquarters in Kalifornien und von der Shaw Air Force Base in South Carolina aus Entfernungen von bis zu 2.323 Meilen (3.739 Kilometer) überwacht. Das kalifornische Unternehmen wertet das Ergebnis als Beleg für die operative Reife seiner Autonomietechnologie.

Die Route führte über Concord in Kalifornien, Phoenix in Arizona, Fort Worth in Texas und die Shaw Air Force Base in South Carolina. In Phoenix startete die Maschine vom Flughafen Deer Valley, einem der verkehrsreichsten Airports der allgemeinen Luftfahrt in den USA, und wich dort Berichten zufolge Unwettern in Echtzeit aus.

Fracht, Katastrophenhilfe und Verteidigung statt Passagierverkehr

Mit dem System zielt Joby offenbar auf einen anderen Markt als mit seinem Passagier-Lufttaxi. Das Unternehmen nennt als Einsatzfelder kommerzielle Fracht, medizinische Transporte, Katastrophenhilfe und militärische Logistik, nicht den Personenverkehr.

Die Technik kommt nach Firmenangaben inzwischen auf mehr als 400 Flüge und 800 automatisierte Flugstunden, sowohl im kontrollierten als auch im unkontrollierten Luftraum. Diese Zahlen stammen von Joby selbst und wurden in der Mitteilung nicht unabhängig bestätigt.

Das Unternehmen verwies zudem auf Militärübungen, bei denen das System zum Einsatz kam. Bei der Übung Agile Flag(öffnet im neuen Fenster) seien Ersatzteile 24 Stunden schneller geliefert worden als über konventionelle Logistik.

Bei einer weiteren Übung namens REFORPAC(öffnet im neuen Fenster) wurden Flugzeuge auf Hawaii von Guam aus gesteuert, aus fast 3.700 km Entfernung. In North Carolina unterstützten die Flüge die staatliche Initiative Elift-NC, die sich auf Logistik im Gesundheitswesen konzentriert.

Nach der Ankunft an der Ostküste absolvierte die J208 einen Tiefflug in der Nähe des First Flight Monument in Kitty Hawk, bevor sie landete. Eine symbolische Geste, die den Flug mit den Anfängen der Motorfliegerei verbindet, auch wenn der regulatorische Weg für den regulären autonomen Frachtbetrieb weiterhin ungeklärt ist.

Rückflug geplant, Zulassung offen

Das Flugzeug soll nun die Rückreise gen Westen antreten. Geplante Zwischenstopps sind laut Unternehmen Raleigh, die Region Washington D.C., Louisville, Wichita, Oklahoma City, Salt Lake City und Portland.

Ob ein zertifizierter kommerzieller Betrieb folgt, bleibt eine offene Frage. Die Regulierungsbehörden haben bislang kein vollständiges Regelwerk für autonome Flüge dieser Art.


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