Luftfahrt: Flugzeugen fehlt der Nachschub an Triebwerken
Mehrere Hundert Flugzeuge sollen derzeit nicht einsatzbereit sein, weil ihnen die Triebwerke fehlen, berichtet die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . Schuld daran soll der amerikanische Motorenbauer Pratt & Whitney sein. Er kommt der Entwicklung der neuesten Triebwerksgeneration für die Kurz- und Mittelstreckenjets der Baureihen Airbus A220, Airbus A320neo und Embraer 190/195 offenbar nicht nach.
In Indien sorgte das beispielsweise für einen Insolvenzantrag der dortigen Fluggesellschaft Go First(öffnet im neuen Fenster) . Die Hälfte ihrer Flotte – immerhin 25 Flugzeuge – war in den letzten drei Jahren nicht einsatzfähig. Neben kleineren Komponenten fehlten teilweise sogar ganze Triebwerke. Das Problem der Motoren: In manchen Fällen halten die Komponenten der Motoren nur wenige Hundert Flugstunden. Danach müssen sie ausgetauscht werden.
Auch die Lufthansa hat mit Ausfällen zu kämpfen. Zwar sei das Klima in Europa weniger extrem als in Indien und die Komponenten müssten daher nicht so schnell gewechselt werden. Jedoch ändert dies nichts an dem Lieferengpass. Normalerweise müssen sich die Fluggesellschaften jahrelang nicht um Ersatzteile kümmern.
Pratt & Whitney hat einen Marktanteil von rund 40 Prozent bei der Baureihe A320neo. Daneben gibt es noch den Motorenlieferanten CFM International. Das ist ein Gemeinschaftsunternehmen von GE Aviation und dem französischen Konzern Safran.
Angeblich kein Problem für die Lufthansa
Bei der Lufthansa bleibt man vorerst entspannt. Laut Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr würden die fehlenden Motoren zumindest für keine Überkapazitäten sorgen. "Wir haben eine Angebotsverknappung, die diese Branche nach vielen Jahren der Billigtickets jetzt gerade gesunden lässt" , sagt Spohr in der Welt(öffnet im neuen Fenster) . Für Fluggäste könnte dies eher zum Problem werden. Denn die Lufthansa-Tickets waren im ersten Quartal 2023 um 19 Prozent zum Vorjahr gestiegen.
Gegen die Motorenlieferanten zu klagen, würde vermutlich wenig bringen. Das würde auch nicht dazu führen, dass die Triebwerke schneller und zahlreicher produziert würden.
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