Luftfahrt: Fluggesellschaften wollen Copiloten einsparen

Der Computer soll übernehmen und die zweite Person im Cockpit eines Flugzeugs ersetzen. Das soll Kosten sparen und Personalmangel lindern.

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Flugzeuge auf dem Hamburger Flughafen (Symbolbild) - psychologische oder technischen Barrieren?
Flugzeuge auf dem Hamburger Flughafen (Symbolbild) - psychologische oder technischen Barrieren? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Nur noch eine Person am Steuer: Fluggesellschaften und Luftfahrtbehörden wollen den Copiloten abschaffen. Dabei geht es auch - aber nicht nur - darum, Kosten zu sparen.

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Aktuell werden Verkehrsmaschinen von zwei Piloten gesteuert. Das soll sich ändern: In Zukunft soll nur noch eine Person im Cockpit sein. Das fordern Fluggesellschaften, aber auch mehrere Aufsichtsbehörden wie die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (European Organisation for the Safety of Air Navigation, Eurocontrol) und die Europäischen Agentur für Flugsicherheit (European Union Aviation Safety Agency, Easa).

Die Easa hat bei der Internationale Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization, ICAO) ein Papier eingereicht, in dem die ICAO aufgefordert wird, die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Verkehrsflugzeugen mit nur einer Person zu schaffen. Entsprechende Überlegungen gibt es schon länger: Easa-Chef Patrick Ky etwa hatte das Anfang vergangenen Jahre beim Luftfahrt-Presse-Club vorgeschlagen.

Es darf keine Zugeständnisse an die Sicherheit geben

Als eine Bedingung für den Ein-Personen-Betrieb stellen die Befürworter, dass dieser mindestens so sicher ist wie der konventionelle Betrieb mit zwei Personen im Cockpit. Dafür sollen moderne Computersysteme sorgen, die heute schon viele Aufgaben an Bord übernehmen.

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An Bord müssten dann Systeme sein, die das Flugzeug autonom steuern und die auch die Maschine landen können, wenn der Pilot dazu, etwa aus gesundheitlichen Gründen, nicht in der Lage ist. An solchen Systemen wird gearbeitet, sie werden aber laut Easa erst deutlich nach 2030 einsatzbereit sein.

Ein Grund für die geplanten Kürzungen ist, dass die Fluggesellschaften Personalkosten sparen wollen. Es ist aber nicht der einzige: Hinzu kommt, dass befürchtet wird, dass in Zukunft zu wenig qualifiziertes Flugpersonal verfügbar sein wird.

Piloten kritisieren die Idee

Die Pilotenberufsverbände sind von der Idee weniger begeistert. Das Sicherste für ein Flugzeug sei eine zweite Person im Cockpit, die gut ausgebildet und ausgeruht ist, heißt es in einem Schreiben der International Federation of Air Line Pilots' Associations an die ICAO. Die International Federation of Air Line Pilots' Associations (IFALPA) ist ein Dachverband von nationalen Pilotenberufsverbänden.

Neben der Sicherheit gibt es aber ein weiteres Problem: "Die psychologischen Barrieren sind wahrscheinlich höher als die technischen Barrieren", sagte Alexander Feldman, Chef von Boeing Southeast Asia, kürzlich auf einer Veranstaltung. Die nötige Technik für einen Ein-Personen-Betrieb sei verfügbar. "Es geht nur darum, womit sich die Regulierungsbehörden und die Öffentlichkeit wohlfühlen."

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jothme 24. Nov 2022 / Themenstart

Der zweite Pilot ist ja oft ein erfahrener Hase, der dem Jungpilot hilft. Das macht schon...

jothme 24. Nov 2022 / Themenstart

Bringt nichts. Gefährlich sind nur Start und Landung, und da bringt ein Fallschirm nichts.

jothme 24. Nov 2022 / Themenstart

Ein Computer ist in keiner Gewerkschaft Cockpit organisiert und streikt auch nicht.

jothme 24. Nov 2022 / Themenstart

Es gibt genug Piloten. Diese müssen Flugstunden pro Jahr sammeln, um ihre Lizenz zu...

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