Luftfahrt: DLR-Forscher entwerfen elektrisches Regionalflugzeug

Noch können hybrid-elektrische Regionalflugzeuge nicht mit konventionell angetriebenen Flugzeugen konkurrieren. Das wird sich aber ändern. Forscher des DLR und des Vereins Bauhaus Luftfahrt arbeiten bereits am Elektroflugzeug der Zukunft.

Artikel veröffentlicht am ,
Konzeptstudie für ein hybrid-elektrisches Regionalflugzeug
Konzeptstudie für ein hybrid-elektrisches Regionalflugzeug (Bild: DLR/Bauhaus Luftfahrt)

Mit dem Elektroflieger auf regionalen Routen: Auf Strecken bis 350 Kilometer könnten elektrisch angetriebene Flugzeuge eingesetzt werden und so Emissionen des schädlichen Kohlendioxids eingespart werden. Zu dem Ergebnis kommen Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Verein Bauhaus Luftfahrt.

Stellenmarkt
  1. IT-Consultant/IT-Projektmana- ger (m/w/d)
    Visioncy GmbH, verschiedene Standorte
  2. Trainer IT (m/w/d) Intralogistik Leitstand
    WITRON Gruppe, Parkstein (Raum Weiden / Oberpfalz)
Detailsuche

Im Rahmen des Projekts Cooperation for Commuter Research (CoCoRe) haben die Partner die Möglichkeiten und Potenziale von hybrid-elektrischen Regionalflugzeugen mit rund 20 Sitzen untersucht. Dabei ging es um technische ebenso wie um wirtschaftliche Aspekte. "In unserer Studie haben wir exemplarisch eine Konfiguration untersucht, die sich mit einigen Modifikationen eng an die heute fliegenden 19-Sitzer Do-228 und insbesondere Jetstream 31 anlehnen", sagte Projektleiter Wolfgang Grimme vom Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr des DLR. Bereits im vergangenen Jahr hatte das DLR eine Machbarkeitsstudie für den Umbau einer Dornier Do-228 zu einem Electric Flight Demonstrator erstellt.

Eine wichtige Frage, mit der sich die Forscher beschäftigten, sind die Akkus. Diese könnten über den Fahrwerksgondeln angebracht werden. "Damit haben wir das Gewicht der vergleichsweise schweren Batterien genau da, wo es am Flugzeug am günstigsten bei Start und Landung sitzt - direkt über den Fahrwerken", sagte Grimme. Die Akkus sollen austauschbar sein, um Ladestopps zu vermeiden. Die Akkus sollen nach der Landung auf einem Flughafen gewechselt werden.

Bei einer Gesamtabflugmasse von 8,6 Tonnen soll das Gewicht der Akkus auf 2 Tonnen begrenzt sein. Die Forscher gehen davon aus, dass sich damit eine Reichweite von 200 Kilometern erreichen lässt. Durch Verbesserungen der Energiedichte werden Akkus bei gleichem Gewicht künftig auch größere Reichweiten ermöglichen.

Ein solches Flugzeug soll zudem mit zwei Gasturbinen als Range-Extendern ausgestattet werden - an jedem Propeller eine. Dadurch würde die Reichweite auf über 1.000 Kilometer steigen. Die Range-Extender sollen zudem zur Sicherheit des Flugzeugs betragen, da dieses zu einem anderen Flughafen umgeleitet werden könnte, wenn beispielsweise das Wetter es erfordert.

Laut DLR sind derzeit weltweit rund 3.000 Flugzeuge der sogenannten Commuter-Klasse im Einsatz. "Nach unseren Recherchen fliegen 19-Sitzer weltweit zu 56 Prozent Strecken unter 200 Kilometern und zu 83 Prozent unter 350 Kilometern, so dass diese Kombination aus vollelektrischem Flug ergänzt um einen Range Extender bereits einen Großteil der CO2-Emissionen im Bereich der Commuter-Flugzeuge vermeiden würde", sagte Annika Paul vom Bauhaus Luftfahrt.

Einsatzmöglichkeiten für hybrid-elektrische Commuter gibt es zum einen als kleine Zubringerflugzeuge für entlegene Regionen etwa in Kanada - die kanadische Regionalfluglinie Harbour Air Seaplanes lässt ihre Flotte bereits auf Elektroantriebe umrüsten. Bedarf sehen die Forscher aber auch in unseren Breiten, um mittelgroße Städte in Europa mit kleineren Flughäfen wie etwa Mannheim und Bremen an große Ballungszentren anzubinden. Wegen der vergleichsweise geringen Anzahl an Ladezyklen der Akkus sind diese Flugzeuge gegenüber konventionellen derzeit noch nicht konkurrenzfähig. Wenn die Akkus jedoch besser werden und die CO2-Zertifikate steigen, wird der Einsatz solcher Flugzeuge künftig attraktiver.

Rolf Henke, DLR-Vorstand für Luftfahrt, glaubt, dass elektrische Regionalflugzeuge Ende der 2020er Jahre serienreif sein werden, wie er kürzlich im Interview mit Golem.de sagte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Glasfaser
Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie

Der Berliner Senat ist nach Jahren aus dem Dämmerzustand hochgeschreckt und hat nun eine Gigabitstrategie. Warum haben sie nicht einfach geschwiegen?
Ein IMHO von Achim Sawall

Glasfaser: Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie
Artikel
  1. Selbständige: Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung
    Selbständige
    Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung

    Vodafone wird seine Preise in neuen Tarifen für Selbständige nach 24 Monaten nicht mehr anheben.

  2. Gorillas-Chef: Entlassungen sind im Interesse der Community
    Gorillas-Chef
    Entlassungen sind "im Interesse der Community"

    Der Chef des Gorillas-Lieferdienstes rechtfertigt die Kündigung eines Arbeiters. Eine Fahrerin mit blauen Flecken am Rücken bewertet das anders.

  3. Coronapandemie: Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren
    Coronapandemie
    Einige Microsoft-Admins schliefen direkt in Rechenzentren

    Um weite Arbeitswege und Verspätungen zu vermeiden, hatten es sich einige Microsoft-Mitarbeiter in den eigenen Rechenzentren bequem gemacht.

Ach 18. Feb 2020

So einfach lässt sich das Problem leider nicht über einen Kam scheren, dass in diesem...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Rainbow Six Extraction Limited PS5 69,99€ • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Snakebyte Gaming Seat Evo 149,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /