Luftfahrt: China plant Super-Windkanal für Hyperschallflugzeuge

Windgeschwindigkeiten von über 43.000 Kilometern pro Stunde, erzeugt durch Explosionen: Chinesische Wissenschaftler wollen den schnellsten Windkanal bauen. Darin sollen Hyperschallflugzeuge getestet werden.

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US-Hyperschallflugzeug Falcon HTV-2 (Symbolbild): 14 Minuten von China bis in die USA
US-Hyperschallflugzeug Falcon HTV-2 (Symbolbild): 14 Minuten von China bis in die USA (Bild: Darpa)

Wer fliegt schneller? In China soll der leistungsfähigste Windkanal der Welt gebaut werden. Darin wollen Wissenschaftler Flugzeuge testen, die mehr als fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen. China und die USA wetteifern beim Bau von solchen Hyperschallflugzeugen.

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Der Windkanal, in dem derzeit die höchsten Windgeschwindigkeiten erzielt ist der Lens-XX, der von der Calspan-University at Buffalo Research Center in Buffalo im US-Bundesstaat New York betrieben wird. Dort wird mit Geschwindigkeiten bis zu 36.000 Kilometern pro Stunde gearbeitet. Das wollen die Chinesen übertreffen: Sie planen, mit über 43.000 Kilometern pro Stunde zu arbeiten. In der Testkammer sollen Flugzeugmodelle mit einer Spannweite von drei Metern Platz haben. Die Anlage soll 2020 in Betrieb gehen, berichtet die Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post (SCMP).

Im Windkanal sollen Gasexplosionen stattfinden

Um einen Luftstrom mit einer derart hohen Geschwindigkeit zu erzeugen, wollen die Wissenschaftler eine Reihe von Explosionen mit einem Gemisch aus Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff herbeiführen. Dabei soll in Sekundenbruchteilen ein Gigawatt freigesetzt werden.

Das Flugzeugmodell wird dabei einer Temperatur von mehr als 7.700 Grad Celsius ausgesetzt. Es benötigt deshalb ein extrem leistungsfähiges Kühlsystem und muss aus einem sehr robusten Material gefertigt werden. Für die hohen Geschwindigkeiten benötigt ein Hyperschallflugzeug einen sehr guten Hitzeschild.

China testet seit 2013 Hyperschallflüge

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China und die USA hätten "ein Hyperschall-Rennen gestartet", sagte Wu Dafang, Wissenschaftler an der Pekinger Universität für Luft- und Raumfahrt, der SCMP. China hat seit 2013 sieben erfolgreiche Tests mit dem Hyperschallgleiter DF-ZF durchgeführt.

Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, testete das Hyperschallflugzeug Falcon Hypersonic Technology Vehicle 2 (HTV-2) 2010 und 2011. Es sollte eine Geschwindigkeit von knapp 21.000 Kilometern pro Stunde erreichen. Beide Tests schlugen jedoch fehl.

Das Militär interessiert sich für die Hyperschallflugzeuge wegen der hohen Geschwindigkeit: Ein solches Fluggerät könnte beispielsweise den Pazifik von China in die USA in einer knappen Viertelstunde überqueren. Auch eine zivile Nutzung soll möglich sein: Ein Hyperschallflugzeug wie der Spaceliner soll in anderthalb Stunden von Europa nach Australien fliegen können.

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