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Luftfahrt-Bundesamt: Drohnenmarkt boomt - doch langsame Genehmigungen bremsen

Immer mehr Menschen machen den Drohnen -Führerschein, doch kommerzielle Projekte scheitern oft an langsamen Verfahren. Selbst das Luftfahrt-Bundesamt räumt Rückstände ein.
/ Peter Steinlechner
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Pizza-Lieferdrohne in den Niederlanden (2025) (Bild: SEM VAN DER WAL/ANP/AFP via Getty Images)
Pizza-Lieferdrohne in den Niederlanden (2025) Bild: SEM VAN DER WAL/ANP/AFP via Getty Images

Der deutsche Drohnenmarkt legt bei den Nutzerzahlen weiter zu: Viele Drohnenpiloten erwerben inzwischen offizielle Nachweise, die in der EU vorgeschrieben sind. In einer Podiumsdiskussion namens Droniq Live(öffnet im neuen Fenster) verwies Carsten Konzock, Referatsleiter im Luftfahrt-Bundesamt (LBA), darauf, dass sich zahlreiche Piloten dort registriert und entsprechende Fernpilotenscheine gemacht hätten.

Diese Lizenzen erlauben zwar grundsätzlich das Fliegen, für viele gewerbliche Einsätze brauchen Unternehmen jedoch zusätzliche Betriebsgenehmigungen – und genau dort entstehen die langen Wartezeiten.

Konzock räumte ein: "Eine Genehmigung zu bekommen, dauert einfach viel zu lange." Vor einem Jahr habe der Rückstand noch bei rund viereinhalb Monaten gelegen, inzwischen bewege man sich auf ein Jahr zu. Hauptgrund sei der starke Anstieg der Anträge bei gleichzeitig zu wenig Personal: "Die Manpower reicht einfach nicht aus."

Aus der Industrie kam entsprechend deutliche Kritik. Jan-Eric Putze, Geschäftsführer des Drohnen-Luftfahrtunternehmens Droniq(öffnet im neuen Fenster) , sagte, die Regulierung sei weiterhin der Hauptgrund, warum Drohnenprojekte scheiterten: "Es muss einfach schneller gehen." Teilweise dauere es Monate, in manchen Fällen sogar Jahre, bis Vorhaben genehmigt würden.

Gewerblicher Drohneneinsatz kaum planbar

Für viele Unternehmen ist das ein ernstes Problem. Drohnen werden etwa für Inspektionen von Stromleitungen, Vermessungen oder landwirtschaftliche Anwendungen eingesetzt. Ohne rechtzeitige Erlaubnis lassen sich solche Projekte aber kaum planen oder wirtschaftlich umsetzen.

Erschwerend kommen in Deutschland zahlreiche Geozonen und Sonderregeln hinzu, etwa rund um Städte, Flughäfen oder kritische Infrastruktur. Branchenvertreter bemängeln, dass diese Vorgaben oft komplexer seien als in anderen europäischen Ländern und selbst vergleichsweise risikoarme Flüge blockierten.

Damit zeigt sich ein widersprüchliches Bild: Während immer mehr Menschen Drohnen nutzen und die Technik große wirtschaftliche Chancen bietet, kommt der kommerzielle Einsatz vielerorts nur langsam voran. Ohne schnellere Verfahren und klarere Regeln droht Deutschland, das Potenzial der Drohnentechnologie nicht voll auszuschöpfen.


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