Luftfahrt: Booms Überschallprototyp wird im Oktober enthüllt

Mit dem dann schnellsten zivilen Flugzeug will Boom Supersonic wichtige Tests für sein Überschallverkehrsflugzeug durchführen.

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Überschall-Prototyp XB-1: Platz für zwei Insassen
Überschall-Prototyp XB-1: Platz für zwei Insassen (Bild: Boom Supersonic)

Der Nachfolger der Concorde ist fast da: Im Herbst will das US-Unternehmen Boom Supersonic den Prototyp des Überschallpassagierjets der Zukunft präsentieren. Der soll Mitte des Jahrzehnts abheben.

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Am 7. Oktober 2020 will Boom Supersonic den XB-1 vorstellen. Das Flugzeug besteht aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen, es ist knapp 21 Meter lang und hat eine Spannweite von über 5 Metern. Angetrieben wird die Maschine von drei Strahltriebwerken des Typs J85 des US-Herstellers General Electric, mit denen sonst Militärmaschinen ausgestattet werden.

Damit ist es natürlich nicht groß genug als Passagiermaschine: In die XB-1 passen gerade mal zwei Personen. Mit der Maschine will Boom "wichtige Technologien für einen sicheren, effizienten und nachhaltigen Überschallflug" testen. Es wird damit das schnellste Zivilflugzeug sein.

XB-1 bekommt Triebwerke von Kampfflugzeugen

Booms Passagiermaschine Overture wird etwa drei Mal so groß sein wie XB-1. In dem Flugzeug sollen rund 55 Fluggäste Platz finden. Overture soll eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 2.330 Kilometern pro Stunde erreichen und damit schneller als die Concorde sein. Ein Flug über den Atlantik wäre dann deutlich kürzer: Von London nach New York würde es mit der Maschine nur 3,5 Stunden dauern. Laut Boom Supersonic haben mehrere Fluggesellschaften bereits über 70 Overture-Maschinen bestellt.

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Seit einigen Jahren arbeiten einige Unternehmen sowie die US-Luft- und Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) daran, Überschallverkehrsflugzeuge zu entwickeln. Ein wichtiger Punkt dabei ist der Lärm: So durfte die Concorde wegen des Überschallknalls nur über dem Atlantik mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Die US-Luftfahrtbehörde und im Anschluss auch die Behörden anderer Länder hatten Überschallflüge über Land wegen der Lärmbelästigung verboten.

Die Nasa arbeitet deshalb an Techniken, um den Lärm zu reduzieren. Dazu wurden beispielsweise Kampfjets der US-Luftwaffe beim Durchbrechen der Schallmauer fotografiert. Vor zwei Jahren testete die Nasa eine leise Überschallflugtechnik.

Der US-Luftfahrt- und Rüstungskonzern Lockheed Martin baut für die Nasa den Prototyp eines leisen Überschallfliegers. Er soll wie XB-1 ein verkleinerter Technologieträger sein.

Mit dem XB-1 ist Boom Supersonic im Verzug: Das Flugzeug sollte bereits im vergangenen Jahr zu seinem Erstflug starten. Er wird aber voraussichtlich erst 2021 stattfinden.

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