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Luftfahrt: Bell und Aurora entwickeln schnellen Senkrechtstarter

Darpa lässt ein Transportflugzeug entwickeln, das 800 km/h schnell fliegen kann und keine Landebahn braucht. Bell und die Boeing -Tochter Aurora arbeiten daran.
/ Werner Pluta
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Bells Konzept für ein HSVTOL: Mantelpropeller und Strahltriebwerk (Bild: Bell)
Bells Konzept für ein HSVTOL: Mantelpropeller und Strahltriebwerk Bild: Bell

Schweben wie ein Hubschrauber und fliegen mit der Geschwindigkeit eines Jets: Die US-Luftfahrtunternehmen Bell Textron und Aurora Flight Sciences entwickeln für das US-Militär eine senkrecht startende Transportmaschine, die schneller 400 Knoten fliegen kann.

Ein High-Speed Vertical Takeoff and Landing (HSVTOL) Aircraft, also ein senkrecht startendes und landendes, schnelles Luftfahrzeug sollen die beiden Unternehmen entwickeln. Auftraggeber ist die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums.

Die beiden Unternehmen verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze: Das Konzept von Bell(öffnet im neuen Fenster) sieht eine Kombination aus Propeller und Strahltriebwerk vor. Die Propeller sind kippbar, können also wie Rotoren für senkrechtes Starten und Landen genutzt werden.

Die Propeller werden eingeklappt

Für den Horizontalflug werden die Propeller dann gekippt und treiben das Flugzeug an. Für eine Geschwindigkeit von rund 450 Knoten, das sind gut 830 km/h, braucht es allerdings ein Strahltriebwerk. Das übernimmt, sobald das Flugzeug eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat. Die Propellerblätter werden dann eingeklappt.

Bell demonstrierte das Konzept Anfang des Jahres bei einem Test auf einem Schlitten(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen fing bereits in den 1960er Jahren an, Kipprotoren zu entwickeln. Das Experimentalflugzeug X-22(öffnet im neuen Fenster) flog erstmals 1966. Seit knapp 20 Jahren ist der von Bell und Boeing produzierte V-22 Osprey(öffnet im neuen Fenster) im Einsatz.

Auroras Konzept(öffnet im neuen Fenster) für das HSVTOL sieht ein Blended-Wing-Body-Design(öffnet im neuen Fenster) (BWB) vor, also einen Hybrid aus einem herkömmlichen Flugzeug mit Rumpf und Tragflächen und einem Nurflügler. Für senkrechtes Starten und Landen gibt es Schächte im Rumpf, in denen Propeller angebracht sind. Im Horizontalflug werden diese mit Klappen verschlossen.

Der größere Transporter bekommt ein Cockpit

Die erste Version des HSVTOL soll drei Propeller haben und wird unbemannt sein. Eine spätere, größere Version will die Boeing-Tochter Aurora mit vier Propellern ausstatten. Diese wird auch ein Cockpit haben.

Bells HSVTOL soll sowohl von einem Menschen gesteuert als auch autonom fliegen können. Es soll bis zu 2,3 Tonnen Nutzlast tragen können und eine Reichweite von rund 370 Kilometern haben.

Die HSVTOLs werden im Rahmen des Darpa-Programms Speed and Runway Independent Technologies (Sprint)(öffnet im neuen Fenster) entwickelt. Die beiden haben etwa ein Jahr Zeit für einen vorläufigen Entwurf ihres Flugzeugs.


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