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Luftfahrt: Airbus A350-941 braucht regelmäßig einen Reboot

Ein Software -Fehler bei einem bestimmten Flugzeugtyp des europäischen Luftfahrtkonzerns Airbus kann zu Ausfällen wichtiger Systeme führen. Die Lösung für den Fehler kennt jeder Computernutzer: Die Fluggesellschaften müssen bei den entsprechenden Maschinen regelmäßig einen Neustart durchführen.
/ Werner Pluta
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Airbus A350-900 (Bild: A. Doumenjou/Master Films/Airbus)
Airbus A350-900 Bild: A. Doumenjou/Master Films/Airbus

Neustart vor 149 Stunden Dauerbetrieb: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (European Aviation Safety Agency, Easa) hat die Betreiber von Flugzeugen des Typs Airbus A350-941 aufgefordert, ihre Maschinen herunterzufahren und neu zu starten. Grund ist ein Fehler, der zum Ausfall wichtiger Systeme führen kann.

Die Easa hat eine Lufttüchtigkeitsanweisung (LTA) für ältere Maschinen dieses Typs herausgegeben(öffnet im neuen Fenster) , die ab dem heutigen Freitag gilt. Nach 149 Stunden im Dauerbetrieb könne es zu Ausfällen in der Kommunikation zwischen Systemen in dem Flugzeug kommen. Das "kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust einiger Avioniksysteme oder -funktionen führen, was möglicherweise zu einem unsicheren Zustand führen kann."

Die Anweisung ist eine Aktualisierung einer LTA aus dem Jahr 2017, das Softwareproblem ist also seit einiger Zeit bekannt. Aufgefallen war es im Betrieb bei mehreren Fluggesellschaften. Zu den Systemen, die betroffen sein können, gehören unter anderem die Treibstoffanzeige sowie die Systeme, die den Druck und die Luftversorgung der Kabinen regeln oder die Flügel enteisen.

Entsprechend müssen die Maschinen vor Ablauf der kritischen Betriebsdauer komplett ausgeschaltet und neu gestartet werden, damit alle Systeme zurückgesetzt werden. Üblicherweise werden Flugzeuge, wenn sie am Gate stehen, nicht abgeschaltet. Das ermöglicht es dem Bodenpersonal, Routineprüfungen durchzuführen. In dieser Zeit werden die Maschinen vom Flughafen mit Strom versorgt.

Airbus A350 XWB auf der Ila 2014 – Bericht
Airbus A350 XWB auf der Ila 2014 – Bericht (00:54)

Bei neueren A350-941 hat Airbus den Fehler behoben, für sie gilt die LTA nicht. Fluglinien können ihre älteren Maschinen überarbeiten lassen, so dass der Fehler nicht mehr auftreten kann. Das ist aber freiwillig. Flugzeuge, deren Software nicht aktualisiert wurde, müssen, wie es die LTA verlangt, weiterhin vor Ablauf von 149 Stunden Dauerbetrieb neu gestartet werden.


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