Luca, Impfnachweise, Cell Broadcast: Das Jahr, in dem Deutschland die Digitalisierung verlor

Mitten in der Pandemie verfahren sich Behörden mit Luca oder Blockchain-Projekten. Auch sonst gibt es noch viel Nachholbedarf bei der Digitalisierung.

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Es lief nicht alles glatt bei der Digitalisierung im Jahr 2021
Es lief nicht alles glatt bei der Digitalisierung im Jahr 2021 (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Die weiter fortschreitende Corona-Pandemie wird vielfach als erfolgreicher Treiber der Digitalisierung angesehen. Doch vor allem bei einigen Projekten, die staatliche Stellen selbst oder zusammen mit der Wirtschaft aufgebaut haben, zeigten sich im Jahr 2021 erstaunliche Grenzen der Digitalisierung in Deutschland. Das betraf Projekte, die direkt mit der Pandemie zu tun hatten, aber nicht nur solche.

Inhalt:
  1. Luca, Impfnachweise, Cell Broadcast: Das Jahr, in dem Deutschland die Digitalisierung verlor
  2. Blockchain als Treiber falscher Digitalisierung
  3. Katastrophen in der Digitalisierung

Als der wohl größte und teuerste Fehltritt der Digitalisierung im Jahr 2021 lässt sich die Luca-App bezeichnen. Die App war mit dem Ziel angetreten, eine digitale Kontaktnachverfolgung rechtskonform umsetzen zu können. Gesundheitsämter sollten damit schneller arbeiten und mögliche Kontaktpersonen schneller informieren können. Wohl auch dank Rapper Smudo von den Fantastischen Vier, der offenbar in die App investiert hat, konnte sich Luca schnell durchsetzen.

Die Einführung und Nutzung von Luca war jedoch über Monate hinweg geprägt von Kritik durch Datenschützer, mehrere verschiedene Sicherheitslücken oder schlicht Unprofessionalität. Bereits im April forderte der CCC eine "Bundesnotbremse" für die Luca-App. Das CCC-Mitglied Manuel Atug sammelt in einem Thread auf Twitter zahlreiche kleinere und auch große Probleme im Zusammenhang mit Luca. Inzwischen hat der Thread mehr als 1.000 Einträge.

Dass die Luca-App ein Fehlkauf war und sich kaum oder gar nicht zur Bekämpfung der Pandemie eignet, haben inzwischen auch einige der zuständigen staatlichen Stellen festgestellt. So überlegt manches Bundesland, die Nutzung der App aufzugeben oder hat dies bereits getan. Auch Gesundheitsämter haben sich über die App beschwert. In Mecklenburg-Vorpommern hat das Oberlandesgericht in Rostock den Kauf der App gar als rechtswidrig bewertet.

Probleme mit digitalem Impfausweis

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Aber nicht nur bei der Luca-App ist zwanghaft und vermutlich viel zu schnell versucht worden, ein analoges Konzept zu digitalisieren, ohne ausreichend über mögliche Probleme und Lösungen dafür nachzudenken. Das gilt auch für den digitalen Impfnachweis.

So war schon früh erkennbar, dass der als fälschungssicher gepriesene digitale Impfausweis kaum ernsthaft überprüft wird und die ganze Technik dahinter deswegen überhaupt nichts bringt. Auch war zu Beginn nicht vorgesehen, dass die Zertifikate der Aussteller überhaupt zurückgezogen werden können, selbst wenn es sich um einen gefälschten Nachweis handelt. Aus unserer Sicht ein klassisches Security-Theater.

Vor einigen Monate sind dann sogar offensichtlich gefälschte digitale Impfnachweise aufgetaucht, etwa für Adolf Hitler oder Mickey Mouse, die bei einer Überprüfung aber als gültig angezeigt wurden. Zwar könnte das auch an Sicherheitslücken bei der Ausstellung der Impfzertifikate gelegen haben, was schlimm genug wäre. Noch schlimmer ist aber, dass einige der falschen Impfnachweise wohl weiter gültig sind, weil die Ausstellerzertifikate nicht zurückgezogen werden.

Darüber hinaus steckten Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auch im Jahr 2021 Geld in Digitalisierungsprojekte, zu denen sie sich vorher besser Rat von echten Experten geholt hätten. Hoch im Kurs steht hier weiter die meist nicht notwendige Blockchain-Technik.

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Blockchain als Treiber falscher Digitalisierung 
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